Dienstleistungen zur Maschinensicherheit und CE-Zertifzierung 1

Wie viel größer ist der Aufwand dann erst für Unternehmen, wenn deren Fokus bislang nicht auf Maschinenrichtlinie und Betriebssicherheitsverordnung lagen?
Die Firma „opsira“ aus dem schwäbischen Weingarten kennt die Antwort. Das Unternehmen zählt zu den führenden Unternehmen bei der Entwicklung von optischen Systemen und optischer Mess- und Systemtechnik. Um winkelabhängige foto- und radiometrische Kenngrößen flexibel messen zu können, hat das Unternehmen das Roboter-Goniometer, Produktname „robogonio“, entwickelt.

Der Einsatz eines robusten Industrieroboters bringt zum einen für den Anwender Vorteile bei Flexibilität, Zuverlässigkeit und Investitionssicherheit, für den Hersteller bedeutete die Neuentwicklung aber auch, sich noch eingehender mit dem Themenbereich Maschinensicherheit zu beschäftigen. „Wir wollten natürlich neben den lichttechnischen Vorteilen auch dem wichtigen Thema Sicherheit gerecht werden“, erklärt Jürgen Weißhaar, Geschäftsführer der Firma. „Um das entsprechende Knowhow intern jedoch selbst aufzubauen, wäre ein immenser Aufwand notwendig gewesen. Daher haben wir uns auf die Suche nach einem externen Partner gemacht und mit Pilz einen kompetenten Partner gefunden“.

Robotermessgerät

Das Robotermessgerät dient zur flexiblen Messung einer Reihe von winkelabhängigen foto- und radiometrischen Kenngrößen.

Aufgabe für das Berater-Team von Pilz war es, für das Roboter-Goniometer das gesamte CE-Konformitätsbewertungsverfahren durchzuführen und mit der Ausstellung der EG-Konformitätserklärung zu bestätigen. „Die Herausforderung bei solchen Projekten besteht sowohl in der Betrachtung und Beurteilung des Gesamtprozesses, als auch darin, die einzelnen Risiken richtig einzuschätzen“, weiß Beat Eugster, Senior Consultant bei Pilz.

Der erste Schritt zur Maschinensicherheit ist in jedem Fall die Risikobeurteilung, mit der im Hinblick auf Bedienung und Funktionsweise des Roboters die einzelnen Risiken nach den geltenden Normen eingeschätzt werden können. Zur Bestimmung auch der Risiken, die nicht durch steuerungstechnische Maßnahmen gemindert werden können, sondern beispielsweise nur durch Abdeckungen oder Einzäunungen, macht der quantitative Ansatz der „Hazard rating numbers“ (HRN) Sinn. Das von Pilz eingeführte HRN-Verfahren dient mit den zugehörigen Bewertungszahlen der konsistent objektiven und praktikablen Einschätzung der Risiken einer Anlage.

In einem zweiten Schritt arbeitete das Berater-Team von Pilz das individuelle Sicherheitskonzept aus. Darin werden die mechanischen, elektrischen und anderen Engineering-Lösungen für die Maschinensicherheit zusammengefasst. Nach der Ausarbeitung des Sicherheitskonzeptes und dem Sicherheitsdesign, also der detaillierten Ausarbeitung der notwendigen Schutzmaßnahmen, setzte Pilz die erforderlichen Maßnahmen zur Risikominderung für das Roboter-Goniometer um. Anschließend überprüfte Pilz, ob die umgesetzten Sicherheitsmaßnahmen sämtliche Praxis-Anforderungen erfüllen. Die eingesetzten technischen Schutzmaßnahmen, wie beispielsweise Schutztürschalter im Zugangsbereich, wurden gemäß den Anforderungen an die Funktionale Sicherheit nach EN ISO 13849-1 normengerecht verifiziert. Im Rahmen der Validierung führte Pilz auch alle erforderliche Messungen und Tests an der beim Messgerätehersteller neu installierten multifunktionalen Lichtmessstrecke durch. Die Ergebnisse wurden entsprechend den gesetzlichen Anforderungen sorgfältig dokumentiert.

Tipp von Safety-Agent James Pilz
Funktionale Sicherheit auf einen Blick
Welche Normen spielen beim Thema Funktionale Sicherheit eine Rolle? Welche Schritte sind bei der Risikobeurteilung und Risikominderung von Maschinen zu beachten? Wie können die Sicherheitsfunktionen mit EN ISO 12100, 13849-1 und EN/IEC 62061 bewertet und verifiziert werden? Auf alle diese und weitere Fragen zum Thema Funktionale Sicherheit gibt das neue Normenposter von Pilz die Antwort – und zwar auf einen Blick.
Schulungsagent 13849-1 James Pilz rät: Gleich kostenlos bestellen unter http://www.pilz.de/support/information/ oder Webcode 3301 auf www.pilz.de!
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Als Unternehmen, das für Kunden das vorgeschriebene Konformitätsbewertungsverfahren übernimmt, bestätigte Pilz, dass die Anforderungen der Maschinenrichtlinie eingehalten wurden. Neben der CE-Kennzeichnung unterstützt Pilz den Spezialisten für optische Systeme und fotometrische Messtechnik auch beim Thema Sicherheit für seine Anwender. Denn beim Thema Sicherheit gelten grundsätzlich unterschiedliche Gesetzesgrundlagen für Hersteller und Betreiber. Während Hersteller der Risikobeurteilung nach der Maschinenrichtlinie folgen müssen, gelten für Betreiber die Vorgaben der Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung. Sie müssen nachweisen, dass alle Gesundheitsgefahren am Arbeitsplatz erkannt und beseitigt wurden. „Mit der Unterstützung von Pilz können wir mit dem Thema Sicherheit für unsere Kunden einen zusätzlichen Mehrwert generieren und das Gesamtpaket, innovative Lichtmesslösungen inklusive Sicherheitspaket, aus einer Hand anbieten“, kann Jürgen Weißhaar berichten. Am Ende steht eine multifunktionale Lichtmesslösung auf Basis des neuen Roboter-Goniometers, die CE-zertifiziert, auch allen Anforderungen an die Sicherheit gerecht wird.

Autor: Timo Lurf, Pilz