Auf der Hannover Messe 2015 zeigte die SmartFactoryKL die herstellerübergreifende Produktionslinie.

Auf der Hannover Messe 2015 zeigte die SmartFactoryKL die herstellerübergreifende Produktionslinie. Quelle: Technologie-Initiative SmartFactory KL e.V.

Individualität ist in der Smart Factory gefragt und müssen künftig automatisiert zu fertigen sein. Festo, Siemens und Optima haben mit der Parfumflasche „Angela‘s Dream“ auf der Hannover Messe 2015 gezeigt wie es geht. Mit der Losgröße 1 beschäftigt sich auch die SmartFactory Kaiserslautern seit geraumer Zeit.

Das Kompetenzzentrum SmartFactory Kaiserslautern (KL) versteht sich als Wegbereiter der intelligenten Fabrik von morgen. Als herstellerunabhängige Demonstrations- und Forschungsplattform realisiert das Zentrum Fabriksysteme, in denen die Industrie 4.0 präsent ist. So zeigte die SmartFactoryKL bereits auf der Hannover Messe vor einem Jahr das Konzept einer modularen Produktionslinie à la Industrie 4.0.

In diesem Jahr präsentiert das Zentrum nun erneut auf der Hannover Messe gemeinsam mit 16 Industriepartnern wie Festo, Harting, Rexroth oder proALPHA die erste weltweit herstellerübergreifende Industrie-4.0-Anlage in industrietauglicher Ausführung.

Nahtlose Produktion

In diesem Demonstrator arbeiten einzelne Module unterschiedlicher Hersteller mit verschiedenen Steuerungsarchitekturen nahtlos zusammen. Dank den Modulen kann die Linie jederzeit individuell umgebaut werden. Mechanische und elektromechanische Standards wie einheitliche Steckverbindungen oder die Nachbarschaftserkennung der Produktionsmodule per RFID macht das erst möglich.

Und die Produkte werden trotzdem wie gewünscht gefertigt. Dank des digitalen Produktgedächtnisses weiß die Anlage jederzeit, welche Schritte in welchem Produktionsabschnitt realisiert und welche Werkzeuge benötigt werden.

Zentrale Steuerung und Organisation

Smartfactory Kaiserslautern

In der ersten herstellerübergreifenden Industrie 4.0-Anlage ist eine nahtlose modulare Produktion möglich. Quelle: Screenshot, smartfactory.de

Als zentrales System zur Steuerung, Organisation und Kontrolle aller Prozesse fungiert das ERP-System von proALPHA. Dieses stellt die horizontale und vertikale Vernetzung zu den integrierten Produktionssystemen sicher. Die Fabrik der Zukunft ist somit stets wandelbar und kann auf spezielle Wünsche der Kunden einfach angepasst werden.

Neben der individuellen Produktion kann die Produktionslinie um weitere Aspekte wie einer Qualitätskontrolle einfach erweitert werden, dank einer durchgängigen Vernetzung mit Industrial Ethernet. Außerdem ist eine Nachverfolgung mit entsprechenden Serviceleistungen möglich.

Das Produkt gibt dem Servicepersonal per Internetverbindung ein Signal, wann und welche Teile gewartet werden müssen. Dieser kann dann anhand der gesendeten Daten einfach die benötigten Ersatzteile bereit legen und vor Ort direkt austauschen.

Um die intelligenten Fabrik von morgen weiter zu realisieren, erarbeitet der TÜV Süd einen Entwurf über eine modulare Zertifizierungsmethodik für flexible Anlagenstrukturen im Kontext von Industrie 4.0. Denn hier sind insbesondere die sicherheitstechnischen und rechtlichen Fragestellungen bislang noch wenig betrachtet worden und können das System ausbremsen. Die Zertifizierungsmethodik enthält einen zeitlichen Rahmen, das die Vorteile von Industrie 4.0 auch in der betrieblichen Praxis umsetzbar macht.

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Autorin: Felicitas Heimann, Redaktion