In 2025 wird sich der Ingenieur  durch Dreisprachigkeit und einen mobilen Arbeitsalltag auszeichnen.

In 2025 wird sich der Ingenieur durch Dreisprachigkeit und einen mobilen Arbeitsalltag auszeichnen. Bild: LieC - pixelio.de

Mit dem Zusammenwachsen einst getrennter Fachrichtungen und einer zunehmenden Technologieintegration als Voraussetzung für die Entwicklung ressourceneffizienter Innovationen „made in Germany“ habe sich das Umfeld der Ingenieurtätigkeit heute bereits verändert. Das betont Strobel in einem Fachaufsatz.

Hinzu komme die weitere IT-Durchdringung aller Lebensbereiche – wichtige Rahmenbedingungen, die die künftige Ingenieurausbildung mit prägen werden.

Wachsende interdisziplinäre Zusammenarbeit

Daraus leitet Strobel zum Teil heute noch ungewöhnliche Berufsinhalte für die Ingenieure von morgen ab. Aufgrund der wachsenden interdisziplinären Zusammenarbeit werde künftig die Kompetenzbreite zusammen mit ausgeprägten kommunikativen Fähigkeiten wichtiger sein, als eng begrenztes Fachwissen in der Tiefe.

Für den Ingenieur im Jahr 2025 gewinne deshalb die Offenheit für den Austausch mit benachbarten und sogar fremden Fachgebieten an Bedeutung. Dazu gehörten dann auch die notwendigen Voraussetzungen für die übergreifende Zusammenarbeit in interdisziplinär und multikulturell besetzten Teams. Mit breiter Altersspanne der Teammitglieder, die von 25 bis 75 reichen kann.

 

TU Chemnitz integriert Textiler und Kunststoffler

An der TU Chemnitz zum Beispiel soll es demnächst eine solche branchenübergreifende Lehre geben, die die konzeptionell bisher getrennte Textil- und Kunststofftechnik zum Zukunftsthema Faser-Kunststoffverbunde zusammenführt – interdisziplinäres Ingenieurwissen für die effiziente Produktion endfertiger Großserienbauteile zum Einsatz im Automobil- und Maschinenbau ebenso wie in Bau und Architektur.

Die eben konzipierten Lehrinhalte für das neue Berufsbild mit Schwerpunkt Leichtbau, bringen schon in der Ausbildung verfahrenstechnisch die Textil- und Kunststoffwelten zusammen.

Neue Faktoren werden wichtig

Laut Strobel wird in der Mitte des nächsten Jahrzehnts der Wert des Jungingenieurs am Arbeitsmarkt von zum Teil neuen Faktoren bestimmt.

Neben beruflicher Mobilität, hoher Flexibilität und Dreisprachigkeit (Muttersprache, Englisch beziehungsweise mit Blick auf die aufstrebenden Wirtschaftsmächte der BRIC-Staaten als Drittsprache Portugiesisch, Chinesisch oder Russisch), sollte der Absolvent auch über hochwertige Zugänge zu Netzwerken verfügen.

Selbstfinanzierte Zukunftssicherung wird normal

Eine zum großen Teil selbstfinanzierte Qualifizierung und Weiterbildung hält der Zukunftsforscher existenziell für die Zukunftssicherung im Beruf: „Die Wertsteigerung am Arbeitsmarkt wird künftig stärker als heute zur Privatsache.“

Ingenieure im nächsten Jahrzehnt müssten auch ausbildungsseitig auf neue Rollen als Wissensmakler, als internationale Netzwerker beziehungsweise als multidisziplinäre Systemkoordinatoren vorbereitet werden. Egal ob sie angestellt oder als selbstständiger Unternehmer ihre Kompetenzen am Arbeitsmarkt anbieten: Ingenieure der nächsten Jahrzehnte werden mit ihrer Arbeit bei Zukunftsfragen wie Umweltverträglichkeit, Nachhaltigkeit, Recycling und Ressourceneffizienz deutlich mehr Verantwortung übernehmen müssen.