Battery Boost: Extra Leistung für Traktor und Arbeitsgerät über ein externes Batteriepaket (Bild:

Battery Boost: Extra Leistung für Traktor und Arbeitsgerät über ein externes Batteriepaket (Bild: John Deere).

Ist die Zukunft der Landwirtschaft elektrisch? Prof. Peter Pickel von John Deere stellt in einem Vortrag am 25. Februar die Vorteile elektrischer Antriebe in Landmaschinen heraus. Das Unternehmen engagiert sich in mehreren Projekten für das langfristige Ziel einer vollelektrischen Landtechnik. Die ersten Schritte sind gemacht.

Um der Nachhaltigkeit willen müsse auf lange Sicht das Ziel sein, von den fossilen Rohstoffen unabhängig zu werden, erklärt Peter Pickel. Landwirte müssten möglichst dezentral erzeugte, erneuerbare Energien verwenden. Idealerweise würden sie diese Energie selbst bereitstellen. Schon heute ist die Produktion von Nahrungsmitteln nur eine der Einkommensquellen in der Landwirtschaft. Biodiesel, Biogas und Strom aus Solaranlagen gehören vielerorts zum Portfolio.

John Deere beteiligt dazu am Verbundprojekt “Sesam – Entwicklung eines vollelektrischen Traktors“. Es konkurrieren für Landmaschinen mit Elektroantrieb zwei Ideen miteinander: Entweder könnten die Traktoren eine Batterie mitführen oder sie könnten über ein Kabel direkt mit dem Stromnetz verbunden werden.

Auf dem Weg zum Elektroantrieb

Auf dem Weg zum Traktor mit Elektroantrieb: Battery-Boost-Konzept

Battery Boost: Extra Leistung für Traktor und Arbeitsgerät über ein externes Batteriepaket (Bild: John Deere).

Einen teilelektrifizierten Traktor präsentierte das Unternehmen im Rahmen dieses Projektes bereits 2014. Auf der Sima 2015 (22. bis 26. Februar, Paris) erhielt der Landtechnik-Anbieter nun einen Preis für das „Battery Boost“-System. Dabei ersetzte das Unternehmen das Ballastgewicht an einem teilelektrischen Traktor durch eine Batterie. Ballastgewichte dienen dazu, die Masse der Arbeitsgeräte auszugleichen.

Die Lithium-Ionen-Wechselbatterien stellen dem Traktor und dem Arbeitsgerät mehr als 100 Kilowatt (130 PS) Extraleistung zur Verfügung. Die elektrische Verbindung erfolgt über die standardisierte Traktor-Geräte-Schnittstelle der Agricultural Industry Electronics Foundation (AEF). Ist das Trägerfahrzeug außer Betrieb, könnten die Batterien als Energiespeicher dienen, um Schwankungen im Stromnetz oder auch in den Stromerzeugungsanlagen des Bauernhofes selbst auszugleichen, führte der Firmenvertreter in seinem Vortrag aus.

Die Abgasnachbehandlung in den Fokus zu stellen, sei bei einer weiteren Verschärfung der Abgasrichtlinien nicht mehr zielführend, vermutet Pickel. Hingegen könnte die Vernetzung zur Effizienz und höheren Erträgen beitragen. Denkbar sei beispielsweise eine Kommunikation zwischen Arbeitsmaschine und Traktor, um die Fahrgeschwindigkeit je nach Auslastung zu maximieren und so die Feldarbeit zu beschleunigen.

Der Vortrag bildete den Auftakt zur fünften Fachtagung „Hybride und energieeffiziente Antriebe für mobile Maschinen“ am KIT. In 13 weiteren Beiträgen stellten Vertreter aus Industrie und Forschung ihre Studien und Projekte vor. Unter anderem ging es um die Effizienz von Elektroradladern, Load-Sensing-Systeme und den Aufbau und die Erprobung eines Hybridtraktors.

Autorin: Dagmar Oberndorfer