SmartFactoryKL Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke

SmartFactoryKL Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke

Die Technologie-Plattform SmartFactoryKL und das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) präsentierten auf der Hannover Messe 2015 wieder den zentralen Industrie 4.0-Demonstrator und damit einen neuen Schritt der Umsetzung der Vision der 4. Industriellen Revolution in die Praxis. Dahinter steht ein namhaftes Netzwerk aus mittlerweile 38 ambitionierten Partnerunternehmen, die sich den Herausforderungen des Wandels annehmen.

„Industrie 4.0“ hat sich seit Entstehung des Schlagwortes im Jahr 2011 zu einer weltweiten Leitvision für die Produktion von morgen entwickelt. Wirtschaft, Politik und Medien haben den Begriff um die Welt getragen und für eine breite internationale Diskussion gesorgt. In Deutschland wurden in einigen öffentlich geförderten Projekten bereits Grundlagen für die Umsetzung erarbeitet. Doch zahlreiche Hürden sind noch zu nehmen, bevor ein internationaler Durchbruch erreicht wird. Nach wie vor fehlen eine breite Einigung auf Standards sowie Antworten zu den Themenfeldern Datensicherheit oder Mitarbeiterqualifikation.

SmartFactoryKL Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke

SmartFactoryKL Prof. Dr.-Ing. Dr. h.c. Detlef Zühlke

Vor nunmehr 10 Jahren wurde mit der SmartFactoryKL in Kaiserslautern eine Initiative mit dem Ziel gegründet, neue Impulse für die Produktion durch Anwendung „smarter Technologien“ zu setzen. In einem erfolgreichen Public- Private-Partnership-Modell wurden über die Jahre maßgebliche Erkenntnisse erarbeitet, welche die Basis für das Industrie 4.0-Paradigma bereitet haben.

Mittlerweile haben sich 38 Mitglieder aus dem In- und Ausland, von Weltkonzernen bis hin zu kleinen Mittelständlern, dem Netzwerk angeschlossen, um gemeinsam an der Realisierung der Industrie 4.0-Vision zu arbeiten. Die im Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in Kaiserslautern beheimatete SmartFactoryKL ist nicht nur eines der renommiertesten Forschungszentren auf diesem Gebiet, sondern auch durch ihre Vereinsform eine weltweit einzigartige Kooperationsplattform über alle Hersteller- und Ländergrenzen hinweg.

Gemeinschaftliche Projekte treiben die Realisierung der Vision Stück für Stück weiter. Motiviert durch das große Potenzial, sowohl für Anwender als auch für Anbieter, hat sich Deutschland in eine ausgezeichnete Ausgangsposition zur Entwicklung und Realisierung von Industrie 4.0 gebracht. Der Schulterschluss, den die Partnerunternehmen mit der SmartFactoryKL-Plattform wagen, ist einzigartig und hat hierzu maßgeblich beigetragen. Diese Vernetzung braucht es, um zusammen schnell und schlagkräftig Standards zu entwickeln und herstellerübergreifende Anwendungen zu realisieren. Die gemeinsame Umsetzung des einzigartigen Messedemonstrators zur diesjährigen HMI – unter der Einigung auf Standards – ist ein ebensolches Projekt und dient den Netzwerkpartnern als Erprobungsplattform, um die eigenen Forschungen und Entwicklungen weiter voranzutreiben und in der Realität zu testen.

Zentraler Industrie 4.0-Demonstrator auf der HMI

Auf der Hannover Messe 2015 zeigten SmartFactoryKL und DFKI, gemeinsam mit namhaften Industriepartnern, die Weiterentwicklung der herstellerübergreifenden Produktionsanlage: Modular aufgebaut, auf einheitlichen Standards basierend und nach dem „Plug&Produce“-Prinzip flexibel konstruiert, wurde der Demonstrator durch weitere Module um neue Funktionalitäten und zusätzliche Varianten erweitert und zeigt marktnahe Infrastrukturlösungen sowie umfassend eingebundene IT-Systeme.

Realisiert wurde das zentrale Exponat des Forums Industrie 4.0 von einer Projektgruppe aus 16 SmartFactoryKL-Partnern (Belden-Hirschmann, CISCO, ePlan, FESTO, Harting, IBM, Lapp, Minitec, Pilz, Phoenix Contact, ProAlpha, Rexroth-Bosch, Softing, TÜV Süd, Tyco, Weidmüller). Die mittlerweile auf 8 Module erweiterte Demonstrationsanlage wird kundenspezifische Bauteile „auf Zuruf“ herstellen und dazu im laufenden Betrieb per Plug&Produce neu konfiguriert. Dabei werden nicht nur neue Automatisierungslösungen gezeigt, sondern auch Lösungen für die Bereiche Data Analytics, Engineering, Energieoptimierung, Sicherheit sowie die Einbindung des Menschen.

Die erstmalige Integration neuer marktnaher Industrie 4.0-Produkte durch mehrere der beteiligten Firmen, ist sicherlich als größter Fortschritt hinsichtlich der Überführung in die praktische Nutzung anzusehen.

Die Pionierarbeit der SmartFactoryKL seit 2005, hat nicht nur die Basis für Industrie 4.0 gelegt, sondern mittlerweile die Kette bis hin zum marktfähigen Produkt geschlossen. Jetzt ist es an der Zeit, die erarbeiteten Standards in der Industrie zu etablieren. Das DFKI und die Technologie-Initiative werden weiterhin der Schrittmacher für die Zukunft der industriellen Produktion sein – nach dem Motto: „Fortschritt im Netzwerk“.

www.smartfactory-kl.de