Pleora kündigt GigE Vision® über Wireless an 1

Erneut bringt Pleora eine technologische Innovation auf den Markt. Im Oktober 2012 hat Pleora eine Demo-Installation zu GigE Vision® over Wireless auf der VISION 2012 in Stuttgart angekündigt. FRAMOS, Vertriebspartner von Pleora, traf sich mit John Phillips, Senior Manager Marketing bei Pleora, um mit ihm über diese neue Videoschnittstelle und seine möglichen Anwendungen zu sprechen.

Wir sind sehr interessiert, etwas über Ihre Wireless Technologie zu erfahren. Ist Pleora mit dieser Technologie auch wieder Vorreiter am Markt?
Ja, wir sind die ersten, die drahtlose Videoübertragung mittels des GigE Vision Standards anbieten. Abermals sind wir hier der erste Pionier am Markt – nach der Mitbegründung des GigE Vision Standards bis zu unserer Vorstellung von GigE Vision über 10 Gigabit Ethernet letztes Jahr – das ist eine beeindruckende Entwicklung für uns.

Wie passt dieses neue Videoschnittstellenangebot zu den anderen Produkten von Pleora?
Die drahtlose Technologie von Pleora setzt wie unsere anderen Produkte auf Standard-IT-Plattformen. Es ist kein Framegrabber erforderlich. Alles wird unterstützt von einem gemeinsamen Software Development Kit, unserem eBUS™ SDK.
Darüber hinaus ist die Wireless-Schnittstelle von Pleora kompatibel zu GigE Vision und GenICam™. Es ist also einfach, sie mit anderen zu GigE Vision kompatiblen Produkten zu koppeln, beispielsweise mit dem vDisplay™ von Pleora oder Kameras von Drittanbietern, die ebenfalls GigE Vision-kompatibel sind.

Bringt eine drahtlose Schnittstelle die gleiche Leistung wie die anderen Videoschnittstellen von Pleora?
Wie bei unseren anderen GigE Vision Videoschnittstellen werden die Bilder unkomprimiert über die drahtlose Schnittstelle übertragen, mit hoher Zuverlässigkeit, geringer Latenz und geringem Jitter.
Unser Wireless Technology Demonstrator, den wir auf der VISION 2012 präsentiert haben, lieferte beispielsweise Daten per IEEE 802.11n Standard mit hoher Zuverlässigkeit und bis zu 180 Mbps unter Laborbedingungen. In normaler Umgebung sind etwa 60 Mbps realistisch. Bei Verlust eines Datenpakets kann die GigE Vision Standard-Funktion zum erneuten Senden von Datenpaketen gewährleisten, dass das System korrekt weiterarbeitet. Die drahtlose Kamera in unserem Demonstrator übertrug 320×256 große 8-bit Monochrom-Bilder mit 30 fps. Das sind für solche Kameras typische Werte. Dies entspricht einer Datenübertragungsrate von etwa 20 Mbps. In einem mit ähnlichen Kameras aufgebauten System könnten mehrere Kameras denselben drahtlosen Kanal nutzen.

Werden Systementwickler diese drahtlose Schnittstelle mit handelsüblichen Geräten nutzen können?
Ja, die drahtlose Schnittstelle von Pleora ist kompatibel mit dem IEEE 802.11 Standard, daher können handelsübliche Netzwerkkarten und Router zum Systemaufbau genutzt werden. Aktuell ist die drahtlose Schnittstelle mit dem IEEE 802.11n Standard kompatibel. Sobald der IEEE 802.11ac Standard 2013 ratifiziert ist, plant Pleora auch diesen für GigE Vision-kompatible Schnittstellen zu nutzen, die bis zu 500 Mbps übertragen können.

Haben Kunden bereits Interesse an dieser Technologie bekundet?
Kunden von Pleora waren früh an drahtloser Technologie für Anwendungen interessiert, für die drahtlose Netzwerke einfach noch nicht praktikabel waren. Jetzt, mit dem drahtlosen IEEE 802.11n Standard und nächstes Jahr mit 802.11ac, ist der Durchsatz groß genug, um die Anforderungen von Hochleistungsanwendungen zu erfüllen.

Können Sie uns die besonderen Vorteile von GigE Vision über Wireless aufzeigen?
Einer der größten Vorteile durch GigE Vision über Wireless für unsere Kunden wird die Flexibilität bei der Systementwicklung sein, da sie für viele Anwendungen keine Netzwerkverkabelung mehr vorsehen müssen. Der zweite Punkt ist die Funktionsfähigkeit mit anderen Systemkomponenten. Unser drahtloses Produktangebot nutzt dasselbe SDK wie der Rest unserer Produkte und funktioniert daher auch mit diesen zusammen. Diese Art der Interfunktionsfähigkeit, die wir anbieten, ist nicht nur für die Systementwicklung wichtig, sondern optimiert auch die gesamte Systemleistung.
Die Bildverarbeitungsbranche hat den GigE Vision Standard aufgrund seiner Vorteile in der Breite etabliert: Zuverlässige, verlustlose Videoübertragung über Standard-Ethernet-Netzwerke mit minimaler Latenz. Jetzt können Kunden von diesen Vorteilen auch drahtlos profitieren.

Welche spezifischen Anwendungen könnten diese drahtlosen Vorteile wirklich nutzen?
Da gibt es eine Reihe von Anwendungen. Automatische Mautsysteme sind ein Beispiel. Vernetztes Video, das mit GigE Vision Videoschnittstellen möglich wird, vereinfacht die Architektur automatisierter Mautsysteme entscheidend, da sich die Hardware nicht mehr in der Nähe der Kamera auf einer Kamerabrücke über der Straße befinden muss. Diese Systeme können durch Nutzung drahtloser Bildübertragung weiter vereinfacht werden.
Ein zweites Beispiel ist die digitale Radiografie. Ein drahtloses Flat-Panel-Röntgengerät lässt Medizinern die Freiheit, Röntgenaufnahmen unabhängig von der Position des Patienten zu machen. Dies ist besonders hilfreich bei Patienten mit Verletzungen der Wirbelsäule, die sich nicht auf herkömmliche Röntgentische legen können.

Wie sieht der Zeitplan bis zur allgemeinen Verfügbarkeit des Produktes aus?
Wir arbeiten derzeit an kundenspezifischen Angeboten für unsere GigE Vision über Wireless Videoschnittstellentechnologie. Ende 2013 werden wir dann Universal-Videoschnittstellen als OEM-Einbauplatinen, als Referenz-Design und zur Lizenzierung anbieten.

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