Die Antriebstechnik kennt ganz unterschiedliche Lösungen – vom einfachen Klemmenkasten über klassische Industrie-Steckverbinder bis hin zu hochspezialisierten Kompakt-Steckverbindern. Die Steckverbinder aus dem Duplicon-Programm von Phoenix Contact optimieren Energieverteilung und Motoranschluss. Niemand würde heute auf die Idee kommen, die Kabel an seinem Computer – Drucker, Bildschirm, Netzwerk, Maus, Tastatur – selbst zu verdrahten. Hier haben sich Stecker und Docking-Stationen als Schnittstelle etabliert.

Durch massenhafte Nutzung sind die Preise dafür so stark gefallen, dass die Vorteile der Steckbarkeit die Nachteile der Mehrkosten gegenüber einer Vor-Ort-Installation überwiegen. In Maschinen und Anlagen, die über ihren gesamten Lebenszyklus räumlich und funktional flexibel sein müssen, sollten daher Steckverbinder zum Einsatz kommen.

Wie steht es nun um die Anforderungen aus der Antriebsinstallation? Zunächst geht es um rudimentäre Grundfunktionen: Anzahl der Leiter, Strom, Spannung, Querschnitte. Dann kommt die Frage nach dem IP-Schutz und der EMV-Schirmung.

Die Antriebsinstallation befindet sich in einem Übergangsstadium von der Prototypen- zur Massenfertigung. Daher muss die Installationstechnik unproblematisch sein und weltweit funktionieren. Sie muss genauso von Elektrofachkräften installiert wie von angelernten Kräften vor Ort bedient werden können.

Inbetriebnahme, Reparaturarbeiten, Umbauten und Erweiterungen müssen jederzeit einfach und zuverlässig durchführbar sein. Die Einsatzbedingungen sind oft unterschiedlich. Besonders anspruchsvoll ist die mechanisch robuste Ausführung im industriellen Umfeld, und ein Sicherheitszuschlag sollte dabei stets mit einkalkuliert werden.

Wenn sich bestimmte Installationstechniken erst etabliert haben, breiten sie sich schnell in angrenzende Bereiche aus. Für die industrietaugliche und zukunftsfähige Antriebsinstallation bietet Phoenix Contact das Steckverbinder-Programm Duplicon.

Dessen Module eignen sich einerseits als stapelbare Steckverbinder für die Energieverteilung sowie andererseits als modulare Steckverbinder für den Motoranschluss. Für raue Umgebungsbedingungen sind die Gehäuse in der Schutzart IP67 mechanisch robust ausgeführt – sie sind dicht, korrosions- und EMV-geschützt.

Die Gehäuse bestehen aus seewasserbeständigem Aluminiumdruckguss und die Bügel sind aus nicht rostendem Federstahl gefertigt. Mit ihrer quadratischen Bauform sind die Steckverbinder kompakt und standfest und können in 90°-Stufen gedreht werden.

Die Kabelabgangs-Richtung sorgt für zusätzliche Flexibilität. Vorteilhaft ist auch die vibrationssichere Bügelverriegelung. Mit einer vergleichsweise geringen Bedienkraft wird eine bocksteife Verbindung der Gehäuseteile erreicht – bis zu fünf Module können bei Stapelgehäusen aufeinander montiert werden.

Wartungsfreie Schraubenanschlusstechnik

Das Duplicon-Programm nutzt die konventionelle Schraubanschlusstechnik, denn diese Technik ist kompakt und weltweit verbreitet. Sie hat die geringsten Übergangswiderstände, und man kann zwei Leiter auf einen Pol klemmen.

Die Schraubanschluss-Technik von Phoenix Contact ist bei flexiblen und starren Leitern einfach und universell einsetzbar. Ohne Aderendhülse lassen sich Leiter bis 6 mm² anschließen. Die Schraubanschlusstechnik ist außerdem wartungsfrei.

Durch die Konstruktion der Schraubzughülse mit der patentierten Reakdyn-Rille ist der Kontakt etwas elastisch – so ist die Schraube vibrationssicher. Die stapelbaren Kontakteinsätze haben oben einen Stiftkontakt, seitlich einen Leiteranschluss und unten einen Buchsenkontakt.

So wird jeder Steckverbinder zum T-Abzweig, und mehrere Leitungen können flexibel parallel geschaltet werden. Bei den modularen Kontakteinsätzen handelt es sich um Standardkomponenten aus dem Produkt-Programm Heavycon-Modular, das über einen Modulrahmen in die Duplicon-Gehäuse adaptiert wurde.

Als echter Steckverbinder erfüllt Duplicon alle Systemfunktionen: klassische Wanddurchführung am Schaltschrank, Kabelkupplung zur Verlängerung einer Leitung, typische T-Verbindung wie beim Sockelgehäuse-Steckverbinder.

Dafür gibt es die Duplicon T-Box und dazu passend einen 7-poligen Kontakteinsatz mit zwei getrennten Schraubanschlüssen je Pol auf der Unterseite. Die Kontakteinsätze auf der Stift- und Buchsenseite sind fingerberührgeschützt und sie lassen sich gegen ein Vertauschen mit unterschiedlichen Spannungskreisen einfach und schnell kodieren.

Eine konsequent modulare Steckverbindung unterscheidet sich durch die Stapelbarkeit von gängigen Installationslösungen. Anschließbar sind Leitungen mit 6 x 4 mm² + PE mit 690 V und 25 A. Mit sieben Anschlüssen lässt sich nicht nur Leistung, sondern auch 24 V oder ASi-Bus übertragen.

Durch die EMV-geschützte Gehäuseausführung können sogar geschirmte Signal- oder Busleitungen zusammen mit der Energieleitung in einem Gehäuse kombiniert werden. Dazu stehen auch Gehäuse mit zwei räumlich getrennten Kabeleinführungen zur Verfügung.

Ankommende und abgehende Energieleitungen haben jeweils einen eigenen Stapelstecker, der sich beliebig vorkonfektionieren oder vor Ort anschließen lässt. Bei der Inbetriebnahme werden beide Stapelstecker am Gerät aufeinander gesteckt – und die Energieverteilung steht.

Im Servicefall lassen sich beide Stecker zusammengesteckt und damit unterbrechungsfrei vom Gerät trennen, und die Anlage kann weiterlaufen. Von Vorteil ist auch der direkte Leiterplattenanschluss am Gerät. In der Regel sind moderne Verbraucher mit Leiterplatten und Elektronik ausgestattet.

Dazu bietet der modulare Energieverteiler einen 90°- und 180°-Einlötkontakteinsatz, der eine ganze Rangierebene im Gerät einspart.

Duplicon eignet sich als modularer Steckverbinder für Motoranschlüsse. Die Vorteile: hohe Vibrationssicherheit durch die patentierte Bügelverriegelung, flexible Kabelabgänge durch die quadratische Bauform sowie modulare Kontakteinsätze zur Kombination von Leistung und Signal.

In die Gehäuse lassen sich drei Module aus dem Steckverbinderprogramm Heavy-Modular integrieren. Zur Kabeleinführung stehen Gehäuse mit ein und zwei Kabeleinführungen von M20 bis M32 zur Verfügung.

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