Hydraulikkühler für maritime Anwendungen

Aufgrund der besonderen Umgebungsbedingungen sind konventionelle Hydraulik-Kühlanlagen auf Schiffen oder Bohrinseln nicht einsetzbar. KTR hat Kühler im Programm, die speziell an diese Anforderungen angepasst wurden. Die Öl-Wasser-Kühler können sogar mit Seewasser als Kühlmedium betrieben werden. Kreuzfahrten sind eines der wachstumsstärksten Segmente der Tourismus-Branche, und dabei mögen die klimatischen Bedingungen eine Rolle spielen: Auf See weht immer mehr Wind als an Land, sodass auch tropische Wetterverhältnisse besser auszuhalten sind.

Die Schiffspassagiere können also von angenehmen Temperaturen profitieren. Doch nicht alle freuen sich über diese Bedingungen. Techniker sehen Feuchtigkeit und Salz in der Luft eher skeptisch. Und auch in den Schiffen geht es heiß her. Die Schiffshydraulik in den Maschinenräumen oder auf Deck zum Beispiel hingegen arbeitet unter hohen Temperaturen und muss in vielen Fällen entsprechend gekühlt werden, um konstante Leistungen zu bringen. Das gilt nicht nur für Passagierschiffe, sondern ganz genauso für alle Arten von Frachtschiffen.

Die Grundanforderung, dass die Hydraulikanlage gekühlt werden muss, betrifft verschiedenste Anwendungsfälle der Mobil- und Stationärhydraulik. Im Schiffbau und auch in der Offshore-Industrie kommt jedoch eine besondere Umgebungsbedingung hinzu: Da die Anlagen in salzhaltiger, sehr korrosiver Atmosphäre arbeiten, kann man keine herkömmlichen Hydraulikkühler einsetzen. Sie würden sehr schnell korrodieren und ausfallen und dann ersetzt werden müssen.

Thermomanagement für die Hydraulik

KTR bietet den Schiffbauern und -ausrüstern daher verschiedene Baureihen von Kühlsystemen, die speziell für maritime Anwendungen entwickelt und an die dort herrschenden Umgebungsbedingungen angepasst wurden.

Dazu gehört eine Sonderausführung der OAC-Baureihe. Diese kompakten Öl-Luft-Kühler eignen sich für die Hochleistungskühlung von Hydraulikflüssigkeiten und Schmierstoffen. Sie kommen sowohl in stationären Anwendungen (Werkzeugmaschinen, Windkraftanlagen) als auch in der Mobilhydraulik (Bau- und Landmaschinen) zum Einsatz.

In der Marineausführung sind die OAC-Kühler, die in sieben Baugrößen zur Verfügung stehen, mit einer korrosionsbeständigen KTL-Tauchlackierung beschichtet, die sie zuverlässig vor Oxidation schützt – auch im schwer zugänglichen Bereich zwischen den Lamellen im Kühlernetz. Außerdem kommen in der Marineausführung Elektromotoren der Schutzklasse IP 56 zum Einsatz.

Diese Ölkühler-Baureihe für den Schiffbau kann ganz einfach mit dem Online-Auslegungsprogramm auf der KTR-Homepage konfiguriert werden. Dabei gelten exakt dieselben Parameter und Bedingungen wie bei der Normalausführung, denn die KTL-Tauchlackierung beeinflusst nicht den Wirkungsgrad des Kühlers. Natürlich sind die OAC-Kühler in der Marineausführung auch in anderen Anwendungen einsetzbar, bei denen korrosive Umgebungsbedingungen herrschen – zum Beispiel in Kalibergwerken oder bei Fahrzeugen des Winterdienstes.

Seewasser als Kühlmedium

Noch extremer sind die Anforderungen an Öl-Wasser-Kühler in der Marinetechnik, denn hier wird mit aggressivem Salzwasser gekühlt und man benötigt entsprechende Kühler, die dauerhaft seewasserbeständig sind. Um derartige Kühler zu entwickeln und zu fertigen, benötigt man unter anderem ein hohes Maß an Werkstoff-Know-how. KTR arbeitet hier mit der Firma Thermex zusammen, einem etablierten Hersteller von Rohrbündelkühlern für die  Marineindustrie.

Zu den konstruktiven Vorteilen der von Thermex gefertigten Kühler gehört die Tatsache, dass das Rohrbündel aus dem Kühler entfernt werden kann. Diese ziehbaren Rohrbündel erleichtern das Reinigen und ermöglichen auch den Austausch, etwa bei extremer Verschmutzung.

Die Kühler in Seewasserausführung werden aus hochwertigen Materialien hergestellt. Für die Rohrbündel kommen 70/30-Kupfer-Nickel-Rohre in Kombination mit 90/10-Kupfer-Nickel-Umlenkblechen zum Einsatz. Diese Werkstoffkombination bewährt sich auch in hochgradig verschmutztem Wasser und Meerwasser. Das Mantelrohr der Kühler besteht aus leichtem Aluminium-Strangpressprofil.

Die Kopfstücke, die mit Meerwasser in Kontakt kommen, bestehen aus Rotguss. Sie sind mit angeschraubten BSP- oder Rohrverbindungen für die Meerwasserseite verfügbar. Alternativ sind auch Kühler mit Stahlmantelrohr erhältlich.

Antriebskomponenten für die Schiffstechnik

Bei Bedarf werden die KTR-Kühler für Marine-Anwendungen durch verschiedene Abnahmegesellschaften wie den Germanischen Lloyd geprüft. Als Ergänzung des breiten Programms an Standardprodukten sind auch Sonderkonstruktionen möglich, um individuelle Kundenspezifikationen zu erfüllen oder bestehende Produkte zu ersetzen. Bei derartigen Aufgabenstellungen kann KTR auf die umfassende Erfahrung in der Entwicklung und Produktion von Antriebskomponenten für den Schiffbau zurückgreifen.

Abgesehen von den neuen Öl-Luft- und Öl-Wasser-Kühlern bietet KTR der Marinetechnik weitere Hydraulikkomponenten wie zum Beispiel spezielle Pumpenträger für die Verbindung von Hydraulikpumpe und Elektromotor. Wenn die Aggregate auf Deck eingesetzt werden, liefert KTR diese aus Grauguss gefertigten Pumpenträger sowie die dazugehörigen Kupplungen aus eigener Entwicklung und Fertigung mit.

Auch bei anderen Kupplungsbauformen ist KTR stark in der Schiffstechnik vertreten. Mehrere Hersteller von Schiffsmotoren nutzen die Radex-Stahllamellenkupplung mit kundenspezifisch entwickelter Sonderlamelle, um eine verlagerungsfähige Verbindung zwischen dem Zweimassenschwungrad und dem Sterndrive an der Gelenkwelle darzustellen.

Und für die Welle-Nabe-Verbindung von Schiffsruderanlagen bietet KTR High-Torque-Spannsätze, die die bis zu 10 Quadratmeter großen Ruder sicher mit der Welle verbinden. Derartige Spannsätze sind auf Wunsch ebenfalls in Marine-Ausführungen mit spezieller seewasserbeständiger Oberflächenbeschichtung lieferbar.

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