Autodesk: Wolkig mit Aussicht auf mehr Flexibilität, oder: PLM-Software in der Cloud 1

Autodesk wagt nach langer Abstinenz nun den Einstieg in den PLM-Markt mit einer eigenen cloudbasierten Lösung. Der Implementierungsaufwand und die Investitionskosten fallen laut Hersteller weitaus geringer aus als bei bereits existierenden PLM-Lösungen. Autodesk PLM 360 rechnet sich somit auch für kleinere und mittelständische Unternehmen.

Mit der Einführung der digitalen Produktentwicklung änderte sich die Arbeitsweise von CAD-Konstrukteuren und Produktentwicklern grundlegend, auch in Sachen Datenverwaltung. Statt in riesigen Papierarchiven werden die Unterlagen heute digital abgespeichert. Das führt auch zu einem immensen Anstieg des digitalen Datenvolumens.

Designprüfung in Autodesk PLM 360.

Mit der Menge und der größeren Vielfalt an Dateiformaten und Anwendungen entstand die Notwendigkeit einer durchdachten Datenverwaltung, die nicht nur schnelles Suchen und Finden ermöglicht, sondern auch die Abläufe in der Konstruktion und dem Betrieb sinnvoll unterstützt. Die Einführung von Produktdatenmanagement-Systemen (PDM-Systemen) in den Unternehmen musste zwangsläufig folgen. Moderne PDM-Lösungen organisieren nicht nur die Ablage der Daten, sondern verwalten auch die Freigabeprozesse, die Berechtigungen der internen und externen Benutzer, das Änderungswesen oder die Kopplung mit Unternehmenssystemen. Sie sind eng in die CAD-Systeme integriert und nutzen die Visualisierungsmöglichkeiten der grafischen Systeme, um die Bedienung zu erleichtern. Autodesk ermöglicht mit „Autodesk Vault“ Ingenieuren und Konstrukteuren ihre CAD-Daten richtig zu managen.

Workflows können einfach mittels Drag&Drop definiert werden. Der Startbildschirm sorgt für schnelle Navigation und einen Überblick alle relevanten Prozesse und Projekte.

Beim Product Lifecycle Management wird noch einen Schritt weitergegangen. PLM umfasst alle Bereiche, mit denen ein Produkt in seinem Lebenszyklus in Berührung kommt – von der Angebotserstellung, über die Planung und Fertigung bis hin zur Entsorgung. Damit eine PLM-Lösung wirklich effizient eingesetzt werden kann, müssen bereits bestehende Systeme für PDM oder ERP integriert werden. Das zu realisieren ist eine schwierige Aufgabe. Einige große Unternehmen wurden aufgrund der Komplexität, des Zeitaufwands und der hohen Kosten konventioneller PLM-Lösungen desillusioniert oder kamen im Grunde nicht weiter als bis zu einer teuren PDM-Implementierung.

PLM auch ohne hohe Investitionskosten
Die meisten mittelständischen Maschinen- und An­lagenbauer hielten sich bedeckt, konzentrierten sich darauf, in überschaubaren Schritten eine funktionierende digitale Produktentwicklung einschließlich PDM einzurichten. Sie sind erst jetzt bereit, den Blick zu heben und die nächste Etappe zu planen. Angesichts der zunehmenden weltweiten Vernetzung mit Kunden, Lieferanten und Partnern der fertigenden Unternehmen ist ein zuverlässiger Austausch von Daten innerhalb des weltweiten Netzwerks unerlässlich. Das muss in Zukunft auch für die erweiterte Logistikkette, das Beschaffungsmanagement, den Vertrieb und den Versand sowie für das Service­management möglich sein. Nach einer aktuellen Umfrage haben zwei Drittel aller Unternehmen heute noch keine PLM-Strategie implementiert.

"Alles was der Anwender benötigt, ist ein Webbrowser auf einem Computer oder einem mobilen Gerät wie einem Smartphone", sagt Autor Philipp Grieb.

Die Mehrzahl der Unternehmen, die heute bereits PLM einsetzen, planen laut der Studie beträchtliche Investitionen in Anpassung, Integration und Implementierung. Dass PLM auch ohne hohe Investitionskosten möglich und somit auch für kleinere und mittelständische Unternehmen realisierbar ist, will die neue Lösung Autodesk PLM 360 beweisen. Mit Digital Prototyping und PDM verfügt Autodesk über einen soliden Kern dafür, der die Entwurfs-, Konstruktions- und Entwicklungsphase der Produkte abdeckt. Die anschließenden Produktphasen, Prozesse und Bereiche will Autodesk mit einem vollkommen neuen Konzept bedienen und setzt dabei auf Cloud-Technologien.

Für kleine und große Firmen
„Die Cloud bot uns die Chance, nicht einfach nur bisherige PLM-Systeme zu kopieren, sondern die Lösung auf völlig neue Art umzusetzen und von Anfang an perfekt auf die Cloud-Technologie abzustimmen. Damit sind wir derzeit einzigartig auf dem PLM-Markt. Das neue Konzept folgt den Prämissen, die Autodesk in der Vergangenheit Erfolg gebracht haben: Aktuelle und leistungsfähige Technologie, einfache Implementierung, einfache Bedienung und damit Zugang für jeden sowie niedrige Kosten“, erläutert Chris Douglass, Director Manufacturing Territory Sales EMEA bei Autodesk. Autodesk PLM 360 unterstützt produkt- und projektbezogene Geschäftsprozesse und richtet sich sowohl an kleine Unternehmen, die PLM zum ersten Mal einführen möchten, als auch an große Firmen.

Get the Flash Player to see the wordTube Media Player.

Durch mehrere Merkmale grenzt sie sich von den bestehenden PLM-Systemen ab. Dank der Cloud-Technologie können externe IT-Strukturen und Speicherkapazitäten genutzt werden. Die PLM-Lösung ist eng verbunden mit den Autodesk-Vault-PDM-Lösungen und synchronisiert Strukturdaten, Metadaten und Viewing-Daten in die PLM-Anwendung. Dabei bleibt es dem Unternehmen überlassen, festzulegen, welche Daten in die Cloud-Anwendungen übertragen werden. Die Trennung von CAD-Daten, die im lokalen PDM-System liegen, und Struktur- und Metadaten in der Cloud sind dabei ein zusätzlicher Schutz des Firmenwissens vor unberechtigtem Zugriff.

Mobile Unternehmensanwendung
Die Entwickler von Autodesk PLM 360 legen vor allem Wert darauf, dass die Lösung sofort genutzt werden kann, ohne dass davor eine langwierige Implementierungsphase notwendig ist. „Es braucht nicht mehr Monate oder Jahre, sondern nur noch Tage bis ein Unternehmen unsere PLM-Lösung voll nutzen kann“, erläutert Douglass. Die Lösung wurde von Anfang an als Software as a Service (SaaS) entwickelt. Es weist eine Multi-Tenancy-Architektur auf, das heißt, dass hunderte oder tausende von Anwender gleichzeitig auf das System zugreifen können. Es ist also eine Art Instant PLM. Alles was der Anwender benötigt, ist ein Webbrowser auf einem Computer oder einem mobilen Gerät wie einem Smartphone.

Chris Douglass, Autodesk: „Es braucht nicht mehr Monate oder Jahre, sondern nur noch Tage bis ein Unternehmen unsere PLM-Lösung voll nutzen kann.“

Der Zugang zu Autodesk PLM 360 ist also von überall und von jedem Gerät aus möglich. Damit folgt die Lösung auch dem Trend der immer größeren Beliebtheit mobiler Unternehmensanwendungen und auch die Zusammenarbeit mit den Partnern wird dadurch ermöglicht.
Bisher belaufen sich die Kosten für die Implementierung eines herkömmlichen PLM-System mit 200 Anwendern auf rund 5,5 Millionen US-Dollar. Allein 1,5 Millionen Dollar fallen davon für die Software­lizenzen an. Statt einzelne Lizenzen für jeden Arbeitsplatz kaufen zu müssen, zahlen die Kunden bei Autodesk PLM 360 einen monatlichen Beitrag für jeden Anwender. Damit sind alle Zusatzmodule und Erweiterungen abgedeckt. Die Anwender haben außerdem die Möglichkeit eine ständig steigende Anzahl von Modulen als Vorlagen für Prozesse aller Bereiche wie Auftragsbearbeitung, Entwurfsplanung, Qualitätsmanagement, Compliance oder Marketing und Vertrieb zu nutzen und nach ihren Bedürfnissen individuell zu konfigurieren. Daneben können Sie auch eigene Module entwickeln und teilen, ohne dafür hochspezialisiertes technisches Wissen haben zu müssen. „Mit diesem neuartigen Konzept wollen wir die hohen Investitionskosten und damit die lange Amortisationszeit reduzieren sowie die Implementierungsphase verkürzen“, so Douglass. „Unser Ziel ist es, mittelfristig auch fremde PDM-Systeme zu unterstützen und heterogene System-Landschaften auf der Prozessebene zu integrieren. Wir wollen keine Insel schaffen, sondern bestehende Gräben überbrücken.“

Technik im Detail: Autodesk PLM 360 im Überblick

  • Cloudbasiert: IT-Infrastrukturen (Rechenleistung, Speicherkapazitäten) werden zur Verfügung gestellt
  • Multi-Tenancy-Architektur: sehr viele Anwender können gleichzeitig auf das System zugreifen
  • Software as a Service (SaaS): keine komplexe Implementierung im Unternehmen erforderlich
  • Systemvoraussetzungen:
  • Keine Installation von Software notwendig
  • Zugriff über Webbrowser
  • Auch für mobile Geräte (Smartphone, Tablet) geeignet
  • Preisspanne:
  • Lizenzmodell: Kunden zahlen fixen Beitrag pro User pro Monat und nicht pro Softwarelizenz
  • Zuzüglich einmalige Implementierungskosten
  • Keine weiteren Kosten für Zusatzmodule etc.
  • Weitere Infos unter www.autodeskplm360.de

Autor: Philipp Grieb, Freier Fachjournalist, im Auftrag von Autodesk

 

Nachgehakt bei Wolfgang Lynen, EMEA Manufacturing Marketing Manager, Autodesk

Wie wichtig ist für Autodesk die Cloud und was verändert sich dadurch?
Geschäftsmodelle und Technologien, welche die Vorteile der Cloud-IT-Infrastrukturen nutzen, werden auch die Konstruktionssoftware-Branche maßgeblich verändern. Für Autodesk ist die richtige Verwendung der Cloud-Vorteile ein strategisches Thema. Die Cloud als reine virtuelle Festplatte nutzen zu können, ist für unsere Anwender nicht so wichtig, wie die Verfügbarkeit nahezu endloser Rechenkapazitäten. Diese sind speziell in Bereichen wie Simulation oder Benutzerinteraktivität interessant. Darüber hinaus bietet die Cloud noch weitere Vorteile, beispielsweise im Bereich der Unterstützung mobiler Endgeräte.

Vor welchen Herausforderungen steht Autodesk, was den Funktionsumfang der Anwendung für mobile Geräte anbelangt?
Mobile Endgeräte sind sehr schnelllebig und ihr Funktionsumfang wird stetig erweitert.

Wolfgang Lynen: "Datenschutz und -sicherheit sind große und wichtige Themen, die Autodesk sehr ernst nimmt und mit verschiedensten Maßnahmen unterstützt."

Es stellt sich immer die Frage, wie man die vielen verschiedenen Typen mit den vielen verschiedenen Betriebssystemen, Versionen und den lokalen Ausprägungen, beispielsweise Sprachen oder Standards, im Kontext von PLM 360 am Besten stabil unterstützen kann, ohne sich dabei auf wenige Geräte zu limitieren. Auch gehen Mobilgeräte verloren oder werden gewechselt, was für eine zentrale Speicherung in der Cloud spricht.

Wie geht Autodesk mit dem Thema Sicherheit um, was die Struktur- und Metadaten in der Cloud anbelangt?
Datenschutz und -sicherheit sind große und wichtige Themen, die Autodesk sehr ernst nimmt und mit verschiedensten Maßnahmen unterstützt. Dazu gehört auch, es zu vermeiden, Daten oder deren Transfer zu erfassen. In Autodesk PLM 360 werden zum Beispiel keine Navigationspfade erfasst. Auch werden keine nativen CAD-Daten transferiert, denn für den Bereich PDM gibt es das Autodesk-Vault-Produktportfolio, welches hinter der Unternehmensfirewall betrieben wird. Unsere Cloud Services werden sowohl in autodesk-eigenen Datencentern als auch durch weltweit angesehene Drittanbieter bereitgestellt. Die Daten werden sowohl bei der Übertragung als auch auf den Servern nach den aktuellsten Standards verschlüsselt, sowie durch Firewalls geschützt. Eine strenge Zugangskontrolle und Mitarbeiterschulungen tragen weiter zur Sicherheit bei. Diese Maßnahmen überprüfen wir regelmäßig, weiterhin arbeiten wir mit Industrieexperten zusammen um unsere Sicherheitsniveaus aufrechtzuerhalten und zu verbessern. Unsere Richtlinien haben wir auf unserer Webseite unter www.autodesk.de/datenschutz veröffentlicht.

Statt Lizenzen für jeden Arbeitsplatz kaufen zu müssen, zahlt der Kunde bei Autodesk PLM 360 einen monatlichen Beitrag für jeden Anwender. Was genau bedeutet das in Euro?
Wir unterscheiden zwischen dem Profi-Anwender, der Prozesse verändern und definieren kann und dem Teilnehmer mit reinen Leserechten. Für den Profi-Anwender fallen 85 Euro, für den Teilnehmer 30 Euro im Monat an. In diesem Monatsbeitrag ist der volle Funktionsumfang enthalten, es kommen keine Kosten für zusätzliche Module hinzu. Außerdem gibt es spezielle Test- und Einführungsangebote. jv