DuraSense, Bild: Schaeffler

Das Angebot komplettiert: DuraSense, die belastungs- und bedarfsgerechte automatische Nachschmierung von Schaeffler, ist nun sowohl für Rollenumlaufeinheiten als auch für Kugelumlaufeinheiten erhältlich. Bild: Schaeffler

Die Möglichkeit, die Schmierung und Überwachung des Schmierzustandes von Profilschienenführungen komplett automatisieren zu können, bedeutet für Betreiber und Hersteller von Produktionsmaschinen einen großen Fortschritt. Denn für Betreiber entfallen damit eventuell noch manuell durchgeführte Schmierarbeiten, während Maschinenhersteller nicht mehr von den manchmal eingeschränkten Steuerungsmöglichkeiten einer Zentralschmieranlage abhängig sind. Im Gegensatz dazu erfolgt mit der Funktion DuraSense die Nachschmierung für jede einzelne Linearachse belastungs- und bedarfsgerecht.

Frei wählbare Sensorposition

Die Auswerteelektronik ermöglicht die Überwachung von bis zu sechs Laufwagen pro Achse. Sowohl bei den sechs- und vierreihigen Kugelumlaufführungen Kuse und Kuve als auch bei den Rollenumlaufführungen RUE kann die Position des Sensors am Laufwagen frei gewählt werden: links oder rechts am Laufwagen beziehungsweise links oder rechts vom Kopfstück.

Sowohl Mangelschmierung als auch Überfettung werden mit DuraSense zuverlässig vermieden, Maschinenlaufzeiten verlängert und die Ausfallrate reduziert. Falls die Nachschmierung versagen sollte, zum Beispiel wegen eines defekten Schmieraggregates, undichter Schläuche oder verstopfter Schmiernippel, erkennt DuraSense dies zuverlässig. Eine aufwendige Überwachung mittels Drucksensoren, wie sie bei Zentralschmieranlagen eingesetzt wird, ist nicht notwendig. Das neue System schützt so auch stark verkettete Anlagen vor teuren Stillständen. Die neue Funktion ist für all jene Branchen von großer Bedeutung, in denen es auf maximale Maschinenverfügbarkeit ankommt. Dies betrifft besonders die Fertigungslinien der Automobilhersteller sowie viele Bewegungsachsen in der Intralogistik, der Nahrungsmittel- und Verpackungsindustrie und in der automatisierten Montage oder Handhabung.

Gut zu wissen

Bild: Schaeffler

Industrie-4.0-Pakete und Referenzprojekte

  • Auf der letzten Hannover Messe hat Schaeffler seine Industrie-4.0-Lösungspakete präsentiert, die der Hersteller OEMs, Anlagenbetreibern und Industrieservice-Unternehmen bietet.
  • Dabei nutzt der Hersteller seine Wälzlager- und System-Expertise für die Gestaltung und Umsetzung von intelligenter Instandhaltung und optimierten Prozessen.
  • Bei einem der Referenzprojekte melden Elektromotoren ihren Zustand an eine Cloud. Ein niederländisches Industrieservice-Unternehmen stattet die Aggregate seiner Kunden mit SmartChecks aus und optimiert damit seine Anlagenüberwachung durch den Umstieg von regelmäßigen Offline- auf kontinuierliche Online-Messungen. Durch die Anbindung an die Schaeffler-Cloud kann der Dienstleister den digitalen Service mit dem Namen ConditionAnalyzer von Schaeffler nutzen.
  • Der digitale Service namens ConditionAnalyzer liefert in Form von Klartextmeldungen automatisierte Diagnosen zum Zustand der Aggregate. Er bietet weitreichende Analysen der Rohsignale mit echter Mustererkennung, da das langjährige Lager- und schwingungstechnische Knowhow der Schaeffler-Ingenieure in die zugrunde liegenden Algorithmen einfließt. So lassen sich mechanische Ausfälle der Elektromotoren zuverlässig vermeiden.
  • Die Umstellung auf den digitalen Service mit dem SmartCheck als Hardware bedeutet für das Service-Unternehmen weniger Fahrten zum Kunden und frühzeitigere Planung von Wartungsarbeiten.

Die Verschmutzung heraus spülen

Legt eine Profilschienenführung relativ wenig Wegstrecke zurück und erfährt geringe Kräfte, wird das neue System seltener einen Schmierimpuls auslösen, bei starker Beanspruchung entsprechend häufiger. Dringen durch Verschmutzung Fremdkörper in den Laufwagen ein oder wird der Laufwagen mit einem flüssigen Medium kontaminiert, wird dies über den Körperschall detektiert und ein Schmierimpuls ausgelöst. Solange der emittierte Körperschall über einem individuell errechneten Schwellenwert liegt, werden die Schmierimpulse wiederholt. Dies hat den Effekt, dass die Verschmutzung mit dem Schmierstoff sofort aus dem Laufwagen heraus gespült wird. Sinken nach den Schmierimpulsen die Kennwerte wieder auf ein normales Niveau, haben die Laufbahnen und Wälzkörper die Kontamination unbeschadet überstanden. Ohne diese Innovation würde die Linearführung bis zum nächsten geplanten Schmierintervall mit dieser Verschmutzung im Wälzkontakt weiter betrieben werden und einen entsprechenden Initialschaden oder sogar einen starken Schaden davontragen.

Indikator für die Restlebensdauer

Nach sehr langer Betriebsdauer von Kugel- und Rollenumlaufeinheiten setzt allmählich eine oberflächennahe Werkstoffermüdung ein. Das sensible Messsystem erfasst diesen Zustand und löst nun häufiger Nachschmierimpulse aus. Die Laufruhe der Linearachse bleibt länger erhalten und die Produktqualität über eine längere Zeit konstant. Obwohl die Linearführung in diesem Zustand noch voll funktionsfähig ist, können die kürzer werdenden Zeitabstände zwischen den Schmierimpulsen als Indikator und Startpunkt für eine Prognose der verbleibenden Restlebensdauer der Profilschienenführung dienen. Diese Berechnung ist zukünftig als digitaler Service mit dem Namen LifetimeAnalyzer verfügbar und erlaubt es, auf Basis tatsächlicher Betriebsdaten Instandhaltungstermine zustandsorientiert zu planen. aru