SD6 Antriebsregler, Bild: Stöber Antriebstechnik

Der SD6 von Stöber ist ein flexibler Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Anforderungen und Aufgaben in der Automatisierungstechnik und im Maschinenbau eignet. Bild: Stöber Antriebstechnik

Die Baureihe SD6 reagiert dank 32-Bit-Dual-Core-Prozessor sehr schnell auf Sollwertänderungen und Lastsprünge. Neu ist das Sicherheitsmodul SE6. Damit stehen dem Antriebsregler SD6 neben der Sicherheitsfunktion Safe Torque Off (STO) auch weitere antriebsbasierte Sicherheitsfunktionen aus der EN 61800-5-2 zur Verfügung – unter anderem umfangreiche Stopp- und Überwachungsfunktionen. Dazu kommen eine sehr schnelle Worst-Case-Reaktionszeit und flexible, herstellerneutrale Schnittstellen. Mit dem integrierten Bremsenmanagement von bis zu zwei Bremsen erfüllt der SD6 praxisgerecht die Anforderungen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) an schwerkraftbelastete Vertikalachsen.

Wechseldatenspeicher Paramodul, Bild: Stöber Antriebstechnik
Der Wechseldatenspeicher Paramodul ermöglicht eine schnelle Inbetriebnahme und einen effizienten Service. Ohne spezielle Kenntnisse kann im Service-Fall das Paramodul einfach ausgetauscht werden. Bild: Stöber Antriebstechnik

Stöber bietet Stand-Alone- sowie Anreih-Antriebsregler für Multiachs-Anwendungen. Der SD6 ist Teil dieser Familie. Zum Einsatz kommt der Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 Ampere vorwiegend in antriebsbasierten Applikationen mit dezentraler Bewegungssteuerung. SD6 regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Für die Anbindung an eine überlagerte Steuerung stehen Kommunikationsmodule für Canopen, Ethercat oder Profinet zur Wahl.

Sicherheit im Portfolio

Neu im Produktportfolio ist das Sicherheitsmodul SE6, mit dem sich der Antriebsregler SD6 optional ausstatten lässt. Damit eignet er sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 oder DIN EN ISO 13849-1. Die geringe Worst-Case-Reaktionszeit von unter zehn Millisekunden ermöglicht ein schnelles Abschalten und erlaubt dadurch dem Konstrukteur eine Minimierung der Sicherheitsabstände.

SD6 Diagramm, Bild: Stöber Antriebstechnik
SD6 in Kombination mit SE6 eignet sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4). Bild: Stöber Antriebstechnik

Hinzu kommt das sichere Bremsenmanagement, das aus sicherer Bremsenansteuerung (SBC) und sicherem Bremsentest mit Testzyklusüberwachung (SBT) besteht. „Unser Antriebsregler wird damit den Anforderungen der DGUV gerecht, die sie im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005/2012 an schwerkraftbelastete Vertikalachsen stellt“, erläutert Markus Frei, Product Manager Drive Controller Accessories bei Stöber. „Die Fachpublikation der DGUV bildet die Basis für den Normentwurf DIN EN ISO 16090-1:2016-02, in der erstmalig normativ das Thema Absichern von Vertikalachsen beschrieben wird.“

SE6 ermöglicht zusätzlich zu den Stoppfunktionen Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safe Stop 2 (SS2) auch Funktionen zur sicheren Bewegungsüberwachung. Die Funktionen Safely-Limited Speed (SLS) und Safe Speed Range (SSR) wachen darüber, dass der Antrieb die projektierten Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschreitet. Safe Direction (SDI) überwacht die projektierte Bewegungsrichtung, Safely-Limited Increment (SLI) begrenzt zuverlässig das Schrittmaß. Safe Operating Stop (SOS) überwacht den aktiven Stillstand. Alle Sicherheitsfunktionen können bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) eingesetzt werden.

SE6 bietet dem Anwender die Möglichkeit, im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei Not-Halt variabel reagieren zu können. Für den Betrieb von SE6 sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Man kann bestehende Antriebskonfigurationen weiterverwenden oder auf die für die Anwendung passenden Komponenten wechseln, was in der Regel mit einer Reduzierung der Systemkosten verbunden ist.

Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine weiter zu steigern, wurden die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung oder das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden.

Im Service-Fall muss der Anwender nur einen Wechseldatenspeicher tauschen. Dadurch wird die gesamte Gerätekonfiguration auf den neuen Antriebsregler übertragen. Dafür sind keine speziellen Kenntnisse oder Software-Tools erforderlich. SE6 mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Somit kann auf dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Endkunden verzichtet werden. wk