Michaela Rothhöft
Dipl.-Betriebswirtin Michaela Rothhöft führte die Studie durch.

Drei Fragen an Michaela Rothhöft, Leiterin der Studie

Frau Rothhöft, Sie haben die Studie bereits in den Jahren 2003, 2007 und 2011 durchgeführt. Was sind die signifikantesten Änderungen, die sich im Verlauf dieser Jahre gezeigt haben?

Die signifikansteste Änderung ist sicherlich im Bereich Safety zu sehen: So spielten integrierte Sicherheitsfunktionen bis zur Befragung 2007 gar keine Rolle, heute sind es aber lediglich 14 Prozent der Maschinenbauer, die auf deren Einsatz noch verzichten. Für vier von fünf Unternehmen müssen Servoantriebe zukünftig auch sichere Kommunikationsprotokolle unterstützen.

Einen großen Wandel gab es auch bei der Nutzung von Schnittstellen/Bussystemen: Während 2003 lediglich 12 Prozent (Standard-)Ethernet zur Anbindung an den Servoantrieb eingesetzt haben, sind es heute allein beim Profinet-Protokoll schon 55 Prozent. Dagegen haben vor allem analoge Eingänge/Schnittstellen deutliche Rückgänge zu verzeichnen. Interessant ist auch, dass bei Herstellern, die traditionell eher im Steuerungsmarkt vertreten waren, wie zum Beispiel B & R, Rockwell und Beckhoff, immer häufiger auch Servoantriebe erworben werden.

Wie erklären Sie sich die Gründe für diese Änderungen?

Hauptgrund für die Entwicklungen im Bereich Safety sind sicherlich die technologischen Weiterentwicklungen seitens der Hersteller. Dies wurde meiner Meinung nach sehr stark durch die Änderungen der Maschinenrichtlinie vorangetrieben. Auch beim Ethernet spielt der technologische Fortschritt eine große Rolle, da das früher genutzte Standard-Ethernet oft die hohen Anforderungen an die Geschwindigkeit im Servo-Bereich nicht erfüllen konnte und somit erst neue Protokolle entwickelt werden mussten.

Zudem scheint gerade Siemens seinen Kunden nahezulegen, von Profibus auf Profinet zu wechseln. Die Bereiche Steuerungs- und Antriebstechnik wachsen immer weiter zusammen. Für fast zwei von drei Maschinenbauern ist es heute zumindest wichtig, Regler und Steuerung aus einer Hand zu erhalten, und auch der Kaufgrund „alles aus einer Hand“ wird zunehmend öfter genannt. Darauf haben viele Anbieter reagiert und stellen nun – wie zum Beispiel Beckhoff – selbst Antriebe her; oder aber schließen sich mit anderen Herstellern zusammen – wie zum Beispiel Lenze und Digitec.

Wann dürfen wir mit der nächsten Studie rechnen?

Die Studien zum Thema Servoantriebe wurden in der Vergangenheit alle vier Jahre durchgeführt, somit wird die nächste Studie voraussichtlich 2019 erscheinen. Für das kommende Jahr ist eine Untersuchung rund um das Thema „Bediengeräte, HMI, APPs“ im Maschinenbau geplant.

Die Fragen stellte Angela Unger, Redaktion

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