„Für den Weltmarkt entwickelt“

Carsten Schreiter
Carsten Schreiter begann 2000 als Applikationsingenieur bei Yaskawa. Nach drei Jahren im Mutterhaus in Japan verantwortet er heute als Produktmanager den Bereich Drives.

Was muss ein Frequenzumrichter heute können, welche Funktionalitäten machen ihn bereit für Industrie 4.0? ke NEXT sprach mit dem zuständigen Produktmanager über Ziele und Highlights der neuen Baureihe.
Für wen haben Sie die neue Umrichter-Reihe entwickelt, was ist das Einsatzgebiet?
Der GA700 ist ein Multifunktionsgerät, ein typischer Industrieumrichter, das muss man klar sagen. Das geht von einfachen Anwendungen wie Transportanlagen oder Pressen bis hin zu Positionieraufgaben oder Wicklern. Durch den breiten Leistungsbereich und die softwareseitige Anpassbarkeit sind eigentlich kaum Grenzen gesetzt.

Sie nennen den GA700 einen globalen Umrichter. Wie meinen Sie das?
Der GA700 hat deutliche Spuren von europäischem und auch amerikanischem Einfluss, er ist von einem globalen Team in enger Zusammenarbeit spezifiziert und entwickelt worden. Er hält weltweite Normen und Standards. Dadurch kann er weltweit bedenkenlos eingesetzt werden. Wenn man das mit den Vorgängern vergleicht, sind wir deutlich westlicher geworden.

Wie äußert sich das?
Für den europäsischen Martk haben wir da zum Beispiel die eingebauten EMV-Filter, die für die Klassen C3 oder C2 erhältlich sind, das ist ja nicht unbedingt Standard in Asien. Wir haben anstelle der bisherigen Ringklemmen neue Leistungsklemmen nach europäischem Standard, die den Anschluss erleichtern. Und dann haben wir da noch die durchgängige IP20 Tauglichkeit, STO-Eingänge nach SIL3 oder lackierte Platinen, um nur mal einige zu nennen.

Welche Features begeistern Sie an der neuen Produktreihe?
Da gibt es viele. Die leichte Bedienung über das neue Display oder per App. Die Blockprogrammierung per DriveWorksEZ, die Parametrierung ohne Spannungsversorgung per USB. Letzteres ist nützlich, wenn Sie das Gerät Off-Site schon vorbereiten wollen. Bei einem 400-Watt-Gerät spart man nicht so viel Arbeitsaufwand, aber schon wenn Sie ein 3-kW-Gerät kommissionieren wollen, wird es komplizierter, da fliegt Ihnen in vielen Büros die Sicherung raus. Wir haben außerdem einen SD-Karten-Slot, der Karten bis zu 32 GB aufnehmen kann. Darauf kann man dann Betriebsdaten wie Strom, Spannung oder Temperatur loggen. Die Daten können Sie in Excel später auswerten. Und sehr praktisch finde ich, dass eine Echtzeituhr standardmäßig in jedem Bedienfeld integriert ist. Aus meiner Zeit als Applikationsingenieur weiß ich, wie hilfreich der Echtzeitstempel zum Beispiel bei der Fehlersuche sein kann.

Sie bieten auch eine App. Muss das heute sein?
Sehen Sie, die PC-Software kann sicherlich ein bisschen mehr, aber die Smartphone-App ist für mich persönlich das praktischste Tool. So ein Telefon hat heute im Grunde jeder in der Tasche. Ein passendes Kabel kann man auch ohne Probleme dabei haben, und schon hat man quasi immer alles bei sich. Wenn man auf Bluetooth setzt, kann man sogar auf das Kabel verzichten, das Pairing geht so einfach wie von Smartphone zu Autoradio. Ich muss keinen schweren Laptop herumschleppen, ich muss die Parameter-Files nicht umständlich über USB-Sticks auf den PC hin- und herschieben.
Und weil das Telefon immer dabei ist, lassen sich auch Dinge wie Support Requests einfacher händeln: Wenn ich vor einer Anlage stehe, die einen Fehler hat, mit dem ich wirklich nicht klarkomme, dann drücke ich künftig auf den Knopf, die App sammelt alle möglichen relevanten Daten, Umrichtertyp, Parameter-Files, Fehler-Log, und dann kann man die Supportanfrage praktisch gebündelt an eine E-Mail-Adresse schicken. Von dort kann die Hilfe zielgerichtet gestartet werden. Das macht es dem Nutzer deutlich einfacher, weil er alles auf einen Klick hat.

Jetzt noch eine wichtige Frage bei so einer neuen Produktreihe: Ab wann sind die Geräte tatsächlich lieferbar?
Die offizielle Produktfreigabe ist jetzt im Oktober geplant, und Ziel ist es, dass wir bis Anfang des kommenden Jahres, also im Februar 2017, tatsächlich auch bis 300 Kilowatt lieferfähig sind. wk

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