Keine Gnade bei Höhenangst

Mit den drei nach unten versenkbaren Podien ist es im Schauspielhaus Dresden nicht getan. Es gibt ein weiteres Podium, das horizontal fährt, von hinten nach vorne. Damit sind verschiedene Kombinationen möglich. Für den Bühnenaufbau bei der Inszinierung von „Maß für Maß“ blieb das vorderste Podium voll ausgefahren, also auf Bühnenhöhe. Das vertikal verfahrende Podium brachten die Techniker nach  vorn. Beweglich blieben damit trotz des starren Bühnenaufbaus die beiden hinteren Podien: Das hinterste, weil dort keine Aufbauten standen, und das mittlere, weil sich darüber das vertikal verfahrende Podium befand.

Nur die beiden hinteren Podien sind in der Lage, über die Bühnenebene hinaus zu fahren, allerdings auch nur einen Meter. Wer nun glaubt, Schauspieler müssten nicht schwindelfrei sein, irrt jedoch. Denn natürlich können für einen gewünschten Hub über Null beziehungsweise einen Meter hinaus jederzeit Kisten oder ahnliche Geometrien auf einem Podium aufgebaut werden. So ist es dann doch möglich, Personen in luftige Höhen zu befördern.

Besonders gnadenlosen Regisseuren steht außerdem die Möglichkeit offen, die Obermaschine zu verwenden, ein heute elektro-mechanisches System, dessen Hubstange bei 30 Metern steht. Die Obermaschine bewegt hauptsächlich Vorhänge, Bühnendeko und ähnliches. Bei Bedarf können darüber auch Schauspieler abgeseilt werden.

Podium auf dem Weg nach unten
Probieren geht über Studieren: Die Podien haben eine Nutzlast von 32 Tonnen, die bei dieser Fahrt allerdings nicht ausgereizt wurden. (Bild: ke-next.de/do)