| von Dagmar Merger
elektrische Steuerung

Auf die elektrische Steuerung an der Säge zu verzichten, erwies sich als kniffelig. Die Vorschubregelung sollte vom Druck des Spannzylinders geregelt werden: Steigt der Druck im Spannzylinder über einen bestimmten Wert, wird ein Ventil im Vorschubstrang proportional zum Druckanstieg geöffnet.

Im Versuch ließ sich der Vorschub jedoch nicht zufriedenstellend regeln. Die Ingenieure nahmen den Steuerdruck dann direkt beim Sägeantrieb ab und führten das Drucksignal auf den Vorschubstrang. Aber auch diese Idee machte die Entwickler nicht glücklich: Die Drücke des Teleskopzylinders variierten durch die unterschiedlichen Flächen der Vorschubzylinder sehr stark.

Die Lösung war ein Drucksensor im Seilantrieb. Bei über 220 bar öffnet sich ein Proportionalventil. Damit wird der Vorschub verzögert, der Druck fällt und das Ventil schließt. Dieser Vorgang lässt sich so programmieren, dass er recht sanft abläuft, und die Säge eine hohe Schnittleistung erreicht. Trotz Steuerung auf Aggregatseite und der langen Leitungen entstünde keine störende Verzögerung, berichten die Entwickler.

Fünf Monate nach Projektbeginn wurde die Säge ans Südchinesische Meer transportiert, wo sie kurz darauf ihren ersten Einsatz absolvierte.

Technik im Detail

Die Säge im Einsatz

  • Arbeitstiefe: bis 100 Meter unter dem Meeresspiegel
  • Aufgaben: Zerschneiden von Stahl-, Stahlbeton- oder Betonrohren mit Durchmessern von 950 bis 1500 mm
  • Einsatzbedingungen: in Meerwasser, von Schiffen oder Pontons aus
  • installierte Leistung: 22 Kilowatt
  • Druck im Hydrauliksystem: 250 bar
  • Seilgeschwindigkeit: stufenlos von Null bis 30 Meter pro Sekunde.

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