Jumo Safety Performance, Bild: Jumo

Jumo Safety Performance ist ein innovatives Produkt- und Lösungskonzept rund um die Themen SIL und PL. Bild: Jumo

Kurz nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahre 1948, begannen die sechs Mitarbeiter von Moritz Kurt Juchheim, mundgeblasene Präzisions-Glasthermometer herzustellen. 70 Jahre später hat sich Jumo zu einem innovativen Automatisierungsunternehmen entwickelt, für das Digitalisierung und Industrie 4.0 keine Fremdworte sind. Und das Thema Sicherheit, für das die Firma erstmals eine zusätzliche eigene Marke etabliert.

DigiLine-System, Bild: Jumo
Das DigiLine-System wird um digitale Sensoren zur Messung der elektrolytischen Leitfähigkeit ergänzt. Bild: Jumo

Die Themen SIL (Safety Integrity Level) und PL (Performance Level) gewinnen in der Prozessindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau eine immer wesentlichere Bedeutung. Jumo bündelt deshalb die Produkt- und Lösungskompetenz des Unternehmens zu diesen Themen in der neuen Marke JSP (Jumo Safety Performance). Neben einem eigenen Logo zeichnen sich JSP-Produkte durch die Kennzeichnung mit der Signalfarbe Gelb aus. Neben Produkten und Lösungsentwicklungen steht bei JSP die Beratungskompetenz im Fokus. Die Kombination aus hochwertigen Produkten und umfassendem Expertenwissen macht JSP zu einer Komplettlösung für verschiedene Branchen und Anwendungen.

Kernstück von JSP ist eine kompakte einkanalige Sicherheitssteuerung mit wählbaren redundanten Eingangssignalen für die Messgröße Temperatur, mit der SIL 3 oder PL e realisiert werden kann. Bei einer Kombination aus dem Sicherheitstemperaturbegrenzer safetyM und zertifizierter Jumo-Sensorik ist die gesamte SIL-Kette aus Sensor, Steuerung und Aktor bereits berechnet und wird mit einer entsprechenden Herstellererklärung geliefert. Der Jumo safetyM STB/STW Ex ist auch für Atex-/ IECEx-/ EAC-Anwendungen geeignet und erfüllt die Druckgeräte- und Maschinenrichtlinie. Diese Lösung kann mit nahezu allen Temperaturfühlervarianten des Herstellers realisiert werden. Da keine aufwendige Steuerung zum Einsatz kommt, sind für die Inbetriebnahme keinerlei Programmierkenntnisse nötig. Der Anwender muss keine komplizierten Berechnungen durchführen und spart Dokumentations- und Engineering-Kosten.

Auch für weitere Messgrößen wie Druck, Füllstand oder Durchfluss bietet das Fuldaer Unternehmen Lösungen rund um SIL oder PL an. Kunden erhalten hier alle sicherheitstechnischen Kennwerte, mit denen sie die notwendigen Berechnungen durchführen können. Gleichzeitig hat der Hersteller verschiedene hochwertige physikalische Messumformer im Programm, die hier Verwendung finden können. Dazu gehören der dTrans p20 oder die magnetisch-induktiven Durchflussmessgeräte der flowTrans-MAG-Serie.

Weitere Jumo-Produkte, die ab sofort in signalgelber JSP-Variante angeboten werden, sind der Multifunktions-Vierdrahtmessumformer dTrans T06, der Zweikanal-Temperaturmessumformer dTrans T07, ein Ex-i Speise- und Eingangstrennverstärker sowie das explosionsgeschützte Aufbauthermostat exTherm-AT.

Digitale Produktinnovationen

Ceros S01 M, Bild: Jumo
Beim Ceros S01 M handelt es sich um eine digitale Druckmesszelle mit integrierter Signalaufbereitung. Bild: Jumo

Doch auch in anderen Bereichen bewegt sich Jumo in Richtung Industrie 4.0. DigiLine nennt sich das busfähige Anschlusssystem für digitale Sensoren in der Flüssigkeitsanalyse. Neu im Programm sind DigiLine-Sensoren zur konduktiven (CR) und induktiven (Ci) Messung der elektrolytischen Leitfähigkeit. Darüber hinaus bietet der hersteller auch eine Variante mit einer IO-Link-Schnittstelle an. Bis zu sechs digitale Sensoren können über DigiLine an dem Messumformer Aquis touch S (P) beziehungsweise bis zu 62 an dem Mess-, Regel- und Automatisierungssystem mTron T betrieben werden. Somit ist sowohl der Betrieb von Einzelmessstellen als auch der Aufbau von umfangreichen Sensornetzwerken möglich. Die Geräte zur Leitfähigkeitsmessung ergänzen das Sensor-Portfolio für DigiLine, das bisher die Messgrößen pH, Redox, Temperatur, Gelöst-Sauerstoff, Trübung sowie Wasser-Desinfektionsgrößen wie etwa freies Chlor abdeckt.

Signale in der Druckmesszelle verarbeiten

Mit dem Ceros S01 M ist die Digitalisierung in der Druckmesstechnik angekommen. Der Drucksensor mit integrierter Signalaufbereitung ist ein aktives Bauteil, das ein temperaturkompensiertes und kalibriertes digitales / analoges Ausgangssignal für Druck- und Temperaturwerte liefert. Durch die kompakte Bauweise eignet sich das Gerät besonders für kritische Einbausituationen. Die Druckmesszelle arbeitet mit einem piezoresisitven Messsystem und ist in Messbereichen von 100 mbar bis 100 bar relativ und von 1 bis 100 bar absolut verfügbar. Die Einsatztemperatur liegt zwischen -40 und +125 °C. Auch kundenspezifische Messbereiche, Kompensationstemperaturen und Bauformen sind möglich. Da der Ceros S01 M komplett kalibriert und abgeglichen geliefert wird, kann auf zusätzliche Vorrichtungen wie Klimaschränke, Druckcontroller oder Kalibriersysteme verzichtet werden.