Digitalmanometer, Bild: Stauff

Über Messkupplungen erhält der Anwender schnell einen Blick ins Hydrauliksystem. Bild: Stauff

| von Torsten Kinkel und Oliver Wagner, Stauff

Beim Menschen sind es die Pulsfrequenz und die Körpertemperatur, die schnell und aussagekräftig Auskunft über den Gesundheitszustand geben. In einem Hydrauliksystem sind Druck und Volumenstrom die beiden Führungsgrößen, um sich einen ersten Überblick über den Systemzustand zu verschaffen – oder um gezielt der Ursache für Unregelmäßigkeiten auf den Grund zu gehen. Deshalb gehören fest installierte Manometer zur Basisausstattung von Hydraulikaggregaten, und die Servicetechniker sind mit mobilen Druckmessgeräten unterwegs.

Eine bewährte Stauff-Rohrleitungskomponente bildet für diesen Fall die ideale Schnittstelle: Messkupplungen ermöglichen den schnellen Anschluss eines Manometers.

Das klassische Rohrfeder- oder Glyzerinmanometer leistet in diesen Fällen gute Dienste – aber es geht noch besser. Viele Anwender setzen digitale Manometer ein. Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum Beispiel sind die Digitalmanometer besser und eindeutig ablesbar als analoge Messinstrumente. Und im Unterschied zu den traditionellen Analogmanometern sind sie in der Lage, Minimal- und Spitzenwerte im Messzeitraum zu erfassen und anzuzeigen. Wenn es sich um ein System mit schnellen Druckschwankungen handelt, sind die Ergebnisse also präziser – oder es wird überhaupt erst eine signifikante Messung ermöglicht, auf deren Basis das Hydraulik- oder auch Schmierstoffsystem optimiert beziehungsweise Fehler beseitigt werden können.

Deshalb sind Digitalmanometer wichtige Hilfsmittel bei der Instandhaltung und Optimierung von Hydraulikanlagen – und ein fester Bestandteil des Stauff-Produktbereichs „Diagtronics“, der Messgeräte für die wichtigsten Parameter der Industrie- und Mobilhydraulik (Druck, Differenzdruck, Temperatur, Volumenstrom, Verschmutzung) anbietet.

Tabelle, Bild: Stauff
Die Messwerte werden tabellarisch angezeigt und lassen sich vielfältig auswerten beziehungsweise speichern. Bild: Stauff

Schnelles Auffinden von Fehlerursachen

Ein typischer Anwendungsfall für ein solches Manometer: Ein Hersteller von Spritzgussteilen stellt Qualitätsmängel wie zum Beispiel Grate an einem Serienteil fest. Er vermutet einen zu geringen Schließdruck beim Zufahren der Werkzeughälften. Die Maschine, deren Schließzylinder mit einem Sensor ausgestattet ist, gibt aber keine Fehlermeldung aus. Der Instandhalter des Unternehmens schließt ein Manometer aus dem Diagtronics-Programm an und stellt fest, dass der tatsächliche Schließdruck bei 80 bar und damit unterhalb der erforderlichen 100 bar liegt. Das bedeutet: Die Fehlerquelle ist schnell gefunden, der interne Drucksensor ist defekt und muss ausgetauscht werden.

Typ SPG-DIGI,  Bild: Stauff
Die neue Modellgeneration vom Typ SPG-DIGI kann mit einer USB-Schnittstelle zur Übertragung von Messdaten bestellt werden. Bild: Stauff

Für die Druckmessung stehen im Produktbereich Diagtronics neben den Analogmanometern für den stationären Einsatz auch die Digitalmanometer der Serie SPG-DIGI zur Verfügung. Sie werden bedarfsweise an unterschiedlichen Messpunkten eingesetzt, bewähren sich in großer Stückzahl in der Industrie und gehören zur Grundausstattung des Instandhaltungspersonals in vielen Betrieben. Die neueste Generation der Serie SPG-DIGI bietet eine neue Funktion und erschließt damit auch neue Anwendungsfelder. Sie kann Druckspitzen und -abfälle im System nicht nur erfassen und anzeigen, sondern optional auch zwischenspeichern. Die Voraussetzung dafür schafft ein integrierter Datenlogger, der bis zu zehn Messreihen mit einer maximalen Messdauer von 24 Stunden speichern kann.

Die Messdaten umfassend nutzen

Messkoffer Stauff, Bild: Stauff
Die Digitalmanometer werden auf Wunsch in Messkoffern, die es auch in kundenspezifischem Design gibt, geliefert. Bild: Stauff

Zu dieser Funktion, der Aufzeichnung, kommt eine zweite, die die erste erst wirklich sinnvoll macht. Eine optionale USB-Schnittstelle schafft die Voraussetzung dafür, dass die aufgezeichneten Werte später über eine USB-Schnittstelle mit jedem beliebigen PC oder Laptop ohne zusätzliche Software ausgelesen werden können. Zur Auswertung kann der Anwender jedes gängige Tabellenkalkulationsprogramm verwenden. Der Vorteil der Messwertspeicherung und -übertragung liegt auf der Hand: Das Servicepersonal kann Messwerte im Feld einsammeln und sie später zum Beispiel in Dokumentationen einfügen. Ebenso können die Werte in Software-Tools für die präventive Instandhaltung gespeichert werden. Die aufgezeichneten Messwerte sind auch deshalb aussagekräftig, weil die Abtastrate mit 10 msec sehr kurz ist. Das heißt: Auch sehr kurze Druckspitzen werden registriert. Außerdem kann der Anwender eine „Tara“-Funktion betätigen, die ihm nur die Druckentwicklung anzeigt. Darüber hinaus zeichnet sich die neue SPG-DIGI-Serie durch ein verbessertes Design aus. Neu ist eine Variante für den Druckbereich von -1 … 5 bar. Sie ermöglicht eine exaktere Erfassung des Druckniveaus bei Niederdruckanwendungen. Die bisher schon angebotenen Varianten mit Messbereichen von  -1 …16 bar, 0 …. 100 bar, 0 … 400 bar und 0 … 600 bar bleiben im Programm. Die Messgenauigkeit aller Varianten liegt bei maximal 0,5 % (0,25 % typisch, jeweils bezogen auf den Messbereichsendwert). Das mehrzeilige und hinterleuchtete Display erlaubt die Anzeige von Ist-, MIN- und MAX-Werten in bar, PSI, Mpa, kPa und mbar. Weitere konstruktive Merkmale der neuen Baureihe sind das robuste Gehäuse aus Aluminiumdruckguss und die Stromversorgung über eine AA-Standardbatterie.

Mit den neuen Funktionen werden die Geräte der SPG-DIGI-Serie vom flexibel einsetzbaren Messgerät zum Datenlogger, der eine nochmals verbesserte schnelle Fehleranalyse und auch die Integration in übergeordnete Software erlaubt. Die neue Modellgeneration kann mit verschiedenen Adaptern geliefert werden – zum Beispiel für den Anschluss der „Stauff Test“-Hydraulik-Messkupplungen. Zu den typischen Anwendern dieser Messgeräte gehören die Hersteller von anspruchsvollen Maschinen und Anlagen, die mit den Manometern die Hydrauliksysteme neuer Maschinen testen. Die Hauptanwendungsfelder sind aber die Instandhalter sowohl in der Industrie als auch zum Beispiel in Bergbau- und Gewinnungsbetrieben. Bei ihnen sind große Flotten von mobilen Arbeitsmaschinen im Einsatz, die hohe Anforderungen an die Verfügbarkeit erfüllen müssen. Mit den Digitalmanometern lässt sich vor Ort ein Schnell-Check durchführen, um die Ursache von Fehlfunktionen oder Ausfällen zu finden und, vereinfacht gesagt, dem Hydrauliksystem den Puls zu fühlen.

Stauff Diagtronics: Tiefe Einblicke ins Hydrauliksystem

  • Unter dem Begriff Diagtronics, einer Kombination aus den Wörtern Diagnose und Elektronik, bietet Stauff Anlagenbetreibern, Instandhaltern und Wartungsfachkräften die Möglichkeit, die wichtigsten Parameter von Hydrauliksystemen zu erfassen und zu überwachen, wie Betriebsdruck, Spitzendruck, Differenzdruck, Medientemperatur, Durchflussmenge, Drehzahl und Verschmutzung.

  • Das Angebot reicht von analogen und digitalen Manometern, die wahlweise einzeln oder in Form praktischer Messboxen mit dem notwendigen Anschlusszubehör ausgeliefert werden, bis hin zu leistungsfähigen Handmessgeräten der Baureihe PPC, die speziell für die stetig steigenden Anforderungen der Industrie entwickelt wurden und – in Kombination mit den geeigneten Sensoren – viele Parameter erfassen können: Druck. Temperatur, Durchfluss, Drehzahl, Stromspannung

  • Bei den Druckaufnehmern und Lesegeräten der Baureihe PT-RF hat der Hersteller, genau wie bei den Digitalmanometern SPG-DIGI, die Vorbereitung zur digitalen Dokumentation getroffen: Über berührungslose RFID-Technologie kann der Anwender ohne aufwendige Schulung und binnen weniger Sekunden mit nur einem Knopfdruck eine Druckmessung initiieren und prozesssicher dokumentieren – ohne temporäre Öffnung des Systems. Potenzielle Gefahren sowie Schmutzeintrag ins System lassen sich faktisch ausschließen.

  • Ein weiteres Aufgabenfeld von Diagtronics ist die Verschmutzungsanalyse der Hydraulikflüssigkeit (einschließlich Feuchte) ohne Öffnung des Systems. Eine frühzeitige Erkennung von Systemverschmutzung vermeidet teure Reparaturen und Ausfälle.

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