Mobiler Roboter MiR100, Bild: MiR

Bei Kamstrup automatisieren drei mobile Roboter MiR100 den Transport zwischen verschiedenen Produktionslinien und -zellen. Bild: MiR

Global betrachtet verbuchen die Märkte für Strom-, Wasser- und Wärmezähler ein enormes Wachstum, denn in fast allen Lebensbereichen wird immer mehr Wert auf Energieeffizienz und Nachhaltigkeit gelegt. Dies ist einer der Gründe für den rasant steigenden Umsatz von Kamstrup, einem dänischen Hersteller von intelligenten Zählerlösungen. Um dem internationalen Wettbewerbsdruck standzuhalten und die steigende Produktnachfrage zu erfüllen, ist das Unternehmen stetig bestrebt, seine Fertigung zu optimieren und in neue Technologien zu investieren.

Mobile Roboter als variables Bindeglied

Roboterkollegen, Bild: MiR
Das Sensoren- und Sicherheitssystem von Mobile Industrial Robots garantiert einen effizienten und sicheren Betrieb der mobilen Roboterkollegen. Bild: MiR

Ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensstrategie ist daher die Automatisierung der Fertigungsstätten. Flemming Møller Hanser, Produktionsleiter bei Kamstrup, kennt die Anforderung des Betriebs: „Unsere Produktion zeichnet sich durch eine hohe Heterogenität und einen hohen Durchsatz aus. Gerade deswegen ist in unserem Werk eine flexible Technologie gefragt.“ Diesem Anspruch wurden die autonomen mobilen Roboter von Mobile Industrial Robots gerecht, als es darum ging, den Materialfluss im Betrieb zu automatisieren. Heute transportieren drei MiR100, die nach ihrer Nutzlast in Kilogramm benannt sind, Halberzeugnisse sowie fertige Produkte selbstständig zwischen den Produktionslinien und Fertigungszellen. Traditionellen Förderbändern haben sie den Rang abgelaufen. Zwar stellten diese bei der Suche nach einer Lösung eine kostengünstigere Alternative dar, allerdings überzeugten die Roboter durch ihre Flexibilität. „Beim Einsatz von Förderbändern hätten wir unsere Produktion erstmal komplett stoppen müssen, was zu enormen Ausfällen und damit verbundenen Kosten geführt hätte. Bei der Umsetzung mit den MiR-Robotern mussten wir unsere Fertigung hingegen zu keinem Zeitpunkt unterbrechen und konnten diese schließlich sogar verdoppeln“, so der Produktionsleiter.

Die Integration der mobilen Roboter fand in enger Zusammenarbeit mit dem Robotikhersteller und dem Vertriebspartner Bila Svendborg statt, erzählt Møller Hanser: „Der Austausch verlief absolut reibungslos und die Reaktionszeiten waren kurz. Wir stellten das Know-how über unsere Prozesse bereit, MiR lieferte seine Roboter und unterstützte uns vor Ort.“ Neben der unkomplizierten Inbetriebnahme war ebenso die Anpassungsfähigkeit der autonomen Roboter an bestehende Prozesse im Unternehmen entscheidend. Die intuitive Benutzeroberfläche und die einfache Programmierung machen den mobilen Helfer zu einem flexiblen Werkzeug, das über jeden verbundenen Computer und jedes mobile Endgerät bedient werden kann.

Bei Kamstrup erfolgt die Steuerung der Produktionsabläufe über ein ERP-System, in das die MiR-Roboter integriert sind. Wenn ein Vertriebsmitarbeiter eine neue Bestellung eingibt, erhalten die MiR100 über das System eine Liste mit Routen, die sie nach und nach abfahren. Mit einem speziellen Aufsatzmodul ausgestattet liefern sie Artikel an den Fertigungszellen ab und nehmen sie nach der Weiterverarbeitung wieder auf. Die Module können durch eine simple vierfache Schraubbefestigung an den Robotern angebracht werden. „Mobile Industrial Robots hilft, Synergien in unserer Fertigung zu schaffen. Durch ihre mobilen Roboter konnten wir zwei identische Produktionslinien und Zellen dynamisch miteinander verbinden. Zwischen ihnen werden die Teile nun wie von Zauberhand transportiert“, erklärt Møller Hanser.

Weniger Warentransporte – mehr Zeit für Entwicklung

Seit ihrer Implementierung laufen die mobilen Roboter bei dem Hersteller, der ausschließlich nach Auftrag fertigt, im Dauerbetrieb – 24 Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Damit sorgt die vollautomatische Transportlösung nicht nur für eine maximale Auslastung der Produktionskapazitäten, sondern ermöglicht es Kamstrup auch, seine Lieferzeit von nur 72 Stunden zuverlässig einzuhalten. Møller Hanser: „Die MiR-Roboter tragen entscheidend zur Maximierung unseres Durchsatzes bei. Dadurch können wir unsere Investition locker in zwei Jahren wieder reinholen, wie es bei uns im Unternehmen angestrebt wird.“

Die positiven Betriebsergebnisse gehen zudem mit einer Entlastung für die Mitarbeiter einher. Sie waren zunächst zwar etwas skeptisch, sehen die MiR-Roboter heute allerdings als natürlichen Teil des Werksverkehrs an. „Am Anfang fragte die Belegschaft: ‚Und wann bringt uns der Roboter Kaffee? Zähler herzustellen, wird er wohl kaum können‘“, scherzt Møller Hanser und erzählt weiter: „Unsere Mitarbeiter sind Veränderungen jedoch gewohnt und aufgeschlossen, wenn sie den Nutzen der Technologie erkennen.“ Vertrauen bei der Arbeit mit den neuen Roboterkollegen schaffte schließlich auch das umfangreiche Sensoren- und Sicherheitssystem von MiR. Sechs unterschiedliche Sensorsysteme schicken kontinuierlich Daten an die Echtzeit-Navigation und Sicherheitsalgorithmen des Roboters. Das ermöglicht in Situationen, wo etwa Menschen, Tische oder Boxen Hindernisse darstellen, einen effizienten und sicheren Betrieb des mobilen Roboters, der dann automatisch ausweicht oder rechtzeitig stoppt. Mittlerweile haben sich die Mitarbeiter an die Roboter von Mobile Industrial Robots gewöhnt und sind begeistert von den mobilen Helfern, die sie von monotonen und belastenden Transportaufgaben entlasten. Die damit freigesetzten Personalressourcen nutzt Kamstrup nun gezielt in der Entwicklung neuer Prototypen.

Mit den MiR-Robotern als neuen Teil der Unternehmensstrategie erreicht Kamstrup insgesamt eine Automatisierungsrate von 95 Prozent in der Fertigung von Standardprodukten. jl

Mobiler Roboter MiR200, Bild: MiR
Mit dem MiR200 hat der dänische Hersteller mobiler Automatisierungslösungen im April 2017 einen weiteren mobilen Roboter herausgebracht. Dieser verfügt über eine erhöhte Nutzlast von 200 Kilogramm. Bild: MiR