OPC-Konsortiium auf der SPS IPC Drives 2017, Bild: ke NEXT/jl

Die Welt der Maschinenbauer und Automatisierer setzt auf OPC UA over TSN. Bereits 2016 haben sich 11 Unternehmen zusammengeschlossen, um den Standard voranzutreiben. 2017 ist die Gruppe gewachsen und sieht sich auf einem guten Weg, den Standard zu einem Game Changer zu machen. Bild: ke NEXT/jl

Eine Standardschnittstelle für alle Geräte und Maschinen im Maschinen- und Anlagenbau, eine Schnittstelle, die es den Maschinen ermöglicht miteinander zu kommunizieren, das bleibt das Ziel hinter OPC UA over TSN. Seit einigen Jahren arbeiten verschiedene Konsortien und Arbeitsgruppen an dem neuen Kommunikationsstandard für die Industrie. In der OPC Foundation wächst die Zahl der Mitglieder. 2016 waren es noch 11 Unternehmen, die sich an den Bemühungen beteiligten, 2017 schon 17 Industrieunternehmen. Darunter solche Unternehmen wie ABB, Bosch Rexroth, B&R, SEW Eurodrive, Schneider Electric, GE, Kuka, Parker, Phoenix Contact, Sick und Pilz.

Vor den Entwicklern liegen noch viele Aufgaben. Das sich derzeit einiges tut, zeigte die Pressekonferenz auf SPS IPC Drives 2017 in der vergangenen Woche. Auch der VDMA will mit dem neu gegründeten branchenübergreifenden "Beirat Interoperabilität" die Entwicklung im Bereich OPC-UA weiter vorantreiben.

Die Unternehmen streben an, OPC UA TSN in den kommenden Generationen ihrer Produkte zu unterstützen. Erste Prototypen werden bereits in ein Testbed des IIC integriert. Mit dem Testbed soll gezeigt werden, dass es mit OPC UA TSN möglich ist, die Kommunikation zwischen Steuerungen unterschiedlicher Hersteller über eine gängige IT-Infrastruktur zu gewährleisten. Weitere Unternehmen, die die gemeinsame Vision einer einheitlichen Kommunikation sowohl zwischen Steuerungen, also auch zwischen Steuerungen und der Cloud teilen, sind willkommen, der Kooperation beizutreten.

Mitglieder aus Maschinenbau wollen Impulse geben

Die Interoperabilitätstests im Rahmen des IIC TSN Testbeds machen enorm schnell Fortschritte, so der Grundtenor der Pressekonferenz auf der SPS IPC Drives 2017. Innerhalb von eineinhalb Jahren fanden acht Plugfests in Europa und in den USA mit mehr als 20 Unternehmen statt. Dabei seien Geräte unterschiedlicher Hersteller getestet und demonstriert worden, die teilweise im Wettbewerb zueinander stünden. Die Ergebnisse der Plugfests wiederum flößen direkt in die Weiterentwicklung der Geräte und des Standards ein. "Unser TSN Testbed verdeutlicht das wirtschaftliche Potenzial von TSN. Die Erkenntnisse aus dem TSN Testbed haben bereits Einfluss auf Lieferanten und Hersteller, die die Technologie als Aufwertung ihrer Systemstrukturen sehen," drückt es Paul Didier aus, der neben seiner Tätigkeit bei Cisco auch Koordinator der Testbeds ist. Zugleich sprach er die Einladung an Unternehmen aus, ihre TSN-fähigen Geräte auf Interoperabilität testen zu lassen."

Auch an einer niedrigen Einstiegsschwelle für interessierte Unternehmen und Entwickler wurde gearbeitet. So konnte Thomas Burke, der Präsident der OPC Foundation, die Publish-Subscribe-Erweiterung präsentieren, die als Voraussetzung für den Einsatz von OPC UA TSN gilt. "OPC UA over TSN erweitert das OPC-Foundation-Portfolio um zusätzliche Möglichkeiten, wie die Controller-to-Controller und Machine-to-Machine-Kommunikation und Informationsintegration," so Burke auf der Presseveranstaltung im Rahmen der Automatisierungsmesse in Nürnberg.

Neuer Beirat für praxistaugliche Gestaltung von OPC UA

Interoperabilität bleibt das Stichwort, damit aus der Technologie letztlich ein Standard für die Industrie werden kann. Vor diesem Hintergrund hat der VDMA den „Beirat Interoperabilität“ ins Leben gerufen, dessen Aufgabe die praxistaugliche und bedarfsgerechte Gestaltung von OPC UA-Spezifikationen für den Maschinen- und Anlagenbau ist.

„Auf diesem Weg kann eine möglichst breite Akzeptanz von OPC UA unter industriellen Anwendern erreicht werden, was für den Markterfolg letztlich entscheidend ist. Zudem steht der Beirat für Erfahrungen und Einschätzungen aus der industriellen Praxis, die sind für die Ausprägung von OPC UA enorm wertvoll“, sagte Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer.

Der „Beirat Interoperabilität“ bringt Experten aus Unternehmen sowie dem VDMA zusammen und koordiniert die Aktivitäten der Teilbranchen des Maschinenbaus, die sich bereits mit OPC UA befassen.

Darüber hinaus bietet der VDMA seinen Mitgliedern auch weitere Unterstützung für die Implementierung von Industrie-4.0-Lösungen in verschiedenen Formaten. Zum einen reicht der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer ein Einheitsblatt zum Thema, in dem wesentliche Informationen gleichermaßen beschrieben werden sollen. Das Ziel: So soll zukünftig Plug&Work ermöglicht werden.

Aber auch digital rüstet der Verband für seine Mitglieder auf und bietet Online-Schulungen zur Umsetzung von OPC UA im eigenen Unternehmen.

ke NEXT war auch auf der SPS IPC Drives 2017 wieder mit der Kamera unterwegs. Entdecken Sie jetzt den neuen ke-NEXT-Vlog mit Wolfgang Kräußlich - wie immer informativ, kompakt und unterhaltsam. Video: ke NEXT TV

Lesen Sie auf der nächsten Seite mehr zu den Online-Schulungen des VDMA und erfahren Sie, wie Sie in 7 Schritten ein Industrie-4.0-Produkt entwickeln.