Fünf Fragen an Andreas Hoffmann, Leiter Produktmanagement u-remote bei Weidmüller

Andreas Hoffmann
Andreas Hoffmann leitet bei Weidmüller das Produktmanagement u-remote.

Welche Märkte verzeichnen aktuell die größten Wachstumsraten bei I/O-Modulen?
Asien und insbesondere China befinden sich auf einem gedämpften Wachstumskurs, wenn auch prozentual gesehen noch auf einem hohen Niveau. USA ist konstant und in Europa liegt der Maschinen- und Anlagenbau auf einem soliden Niveau mit leichtem Wachstumsplus. Für das kommende Jahr rechnen die Firmen mit einer leichten Belebung der Märkte und Umsätze. Mit ausschlaggebend hierfür ist die rund sechs Prozent hohe Innovationsintensität des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus, der damit zu den innovationsstärksten Industriebranchen zählt.

Welche neuen Anwendungsfälle haben sich in den letzten Jahren entwickelt?
Neben der klassischen Verbindungstechnik mit Reihenklemmen, Steckverbindern und I/O-Modulen, die für uns weiterhin von großer Bedeutung sind, gewinnt das Thema Fernwartung von Maschinen und Anlagen sowie Condition Monitoring an Bedeutung. Durch den wachsenden Wettbewerbs- und Kostendruck auf produzierende Unternehmen des Maschinenbaus steigen auch die Anforderungen an die Instandhaltung. Am besten lässt sich die kontinuierliche Zustandsüberwachung über eine abgestimmte Systemlösung realisieren, die Netzwerkkomponenten wie Industrial Security Router und Ethernet Switches, ein Remote-I/O-System mit integriertem Webserver für detaillierte Systemdiagnosen und kommunikationsfähige Automatisierungskomponenten zu einer webbasierten Fernwartungs-Lösung wie unserem u-link-System verbindet.

Wie hat sich das Anforderungsprofil an I/O-Module in den vergangenen Jahren geändert?
Im Gegensatz zu früher steht anstelle der Module selbst nun der Anwender im Mittelpunkt. Für ihn sind effiziente Planung mit niedrigem Bauraumbedarf, eine einfache, werkzeuglose Installation und schnelle Inbetriebnahme ebenso wichtig wie die Minimierung von Fehlerquoten zur Vermeidung von Stillständen. Bei den I/O-Modulen selbst gilt es, offene Schnittstellen zu bieten, damit verschiedenste Feldbusumgebungen unterstützt werden können. Normseitig muss neben der Kommunikation nach IEC 61131-9 berücksichtigt werden, dass die UL508 durch die UL 61010 abgelöst wurde.

Welchen Einfluss haben die geänderten Anforderungen auf Entwicklung und Service?
Der aktuelle Trend geht von einer durchgängigen Kommunikation zwischen Feld- und Leitebene mit Warenwirtschaftssystem eines Unternehmens aus. Dieser ganzheitliche Ansatz einer Kommunikation von der Office-Welt bis hin zur Maschine wirkt sich konstruktiv auf die Ausstattung der I/O-Module aus. Technisch gesehen ist ein durchgängiger Datenstrom von den verschiedenen Sensoren bis zum ERP-System zu gewährleisten – und zwar von allen beteiligten Komponentenherstellern.

Gibt es besondere Anforderungen, die jetzt wichtiger geworden sind?
Das Thema Sicherheit hat im Maschinen- und Anlagenbau stark zugenommen. Um Maschinen in einem sicheren Zustand zu betreiben oder bei einem Fehler in einen sicheren Zustand zu überführen, werden separate busfähige Sicherheitsmodule, die über Profisafe und Fail-­Safe-over-EtherCAT (FSoE) Protokolle kommunizieren, in eine Station integriert. Das reduziert den Aufwand, da Standalone-Module eingespart werden können. Zusätzlich ist es wichtig, Einspeisemodule mit Drahtbruch- beziehungsweise Kurzschlusserkennung einzubinden, mit denen sich Not-Aus-Kreise integrieren lassen. Durch das gefahrenlose Abschalten der nachfolgenden Ausgangsmodule erreichen die Einspeisemodule maximale Sicherheit bei optimaler Kontrolle. Gleichzeitig werden Wartungs- und Servicezeiten verringert und Reaktionszeiten im Notfall verbessert.

Die Fragen stellte Britta Muzyk, freie Autorin für ke NEXT

Das bleibt hängen

Mehr Maschinendaten erfassen

  • Im großen Feld des Internet der Dinge spielt die Vernetzung von Industrieanlagen heute die Vorreiterrolle.
  • Die Haupteinflussfaktoren sind vielfältig: Steigerung der Produktionseffizienz und Kosteneinsparungen bei
  • Anschaffung und Installation gepaart mit gleichzeitiger Senkung von Betriebs- und Wartungskosten sowie der Erhöhung der Sicherheit.
  • Dies führt zum wachsenden Einsatz von Sensoren und Aktuatoren, die Maschinendaten zur Zustandsüberwachung erfassen.
  • Die I/O-Modullandschaft muss an die wachsende Menge von Ein- und Ausgangskomponenten bei gleichzeitiger
  • Forderung nach Verkabelungsminimierung und geringerem Bauraum angepasst werden.
  • Auch unter harschen Bedingungen wie in der Öl-und Gasbranche, bei der Energiegewinnung über Windräder oder in der Landwirtschaft muss dies gewährleistet sein.
  • Die generierten Datenströme gilt es auf Relevanz zu analysieren, möglichst in Echtzeit auszuwerten, übersichtlich darzustellen und an beliebigen Orten der Welt verfügbar zu machen.
  • Dies verlangt nach einer durchgängigen Vernetzung unterschiedlichster Hard- und Software Komponenten von dem intelligenten Netzteil oder Sensor an der Maschine bis zum Überblick über den Zustand der kompletten Anlage im Vorstandbüro.
  • Offene und standardisierte Schnittstellen über die Grenzen der einzelnen Systeme und sogar ganzer IoT-Plattformen sind gefordert.
  • Zur Bewältigung der riesigen Datenmengen sowie der kosten­sparenden und effizienten Nutzung von Netzwerkressourcen geht der Trend hin zur lokalen Verarbeitung der gewonnenen Rohdaten.
  • Zur Unterstützung dieses sogenannten Edge-Computing, bei dem nur relevante oder rechtlich erforderliche Daten an übergeordnete Systeme und die Cloud übertragen werden, müssen I/O-Module mit zusätzlicher Rechenleistung ausgestattet werden.

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