Keba T150 safe wireless - Bild: KEBA

Bei Kebas T150 safe wireless wird für jede Maschine ein individuell konfigurierter Wirkbereich, inklusive Toleranzbereich, eingerichtet. Bild: KEBA

Bewegungsfreiheit ist das Wesentliche, damit man eine Maschine problemlos bedienen kann, wobei auch die höchsten Sicherheitsstandards gewährleistet sein müssen. Ein Stolpern über das Kabel des Handbediengeräts, ein zu kleiner Wirkbereich rund um die Maschine oder das Kabelumstecken sind ständige Störfaktoren.Um diesen Problemen entgegenzuwirken, wird bei Kebas T150 safe wireless für jede Maschine ein individuell konfigurierter Wirkbereich, inklusive Toleranzbereich, eingerichtet. Dieser ermöglicht ein Arbeiten in einem vorab definierten Radius rund um die Maschine. Das vom Tüv Rheinland geprüfte Konzept überzeugt nicht nur durch das kabellose Bedienen und höchste Sicherheitsstandards (SIL3 Kat4 PLe), sondern auch mit einem Gewicht von gerade einmal circa 1200 Gramm sowie einer Batterieleistung von bis zu vier Stunden.

Kurze WLAN-Funkstörungen sind im viel genutzten Funkumfeld eines Betriebes normal. Bei Visualisierungen, welche über ein WLAN-Netz genutzt werden, stellt dies grundsätzlich kein Problem dar. Würden die Safety-Daten allerdings ebenfalls über diesen Kanal geführt, könnten die notwendigen Reaktionszeiten nicht mehr eingehalten werden. Das System würde in den sicheren Zustand übergehen (Not-Halt). Dieses Problem kann beim KeTop-T150-safe-wireless-Konzept nicht auftreten kann.

Eingedämmte Gefahr eines Not-Halts

Der Hersteller hält es für unabdingbar, eine Trennung zwischen Daten und Sicherheit einzuführen. Dies bedeutet, dass alle Visualisierungsdaten über eine WLAN-Verbindung zwischen der Connection Box und dem Handbediengerät übertragen werden sowie alle Sicherheitsdaten via Bluetooth. Dadurch wird die Gefahr eines Not-Halts und Betriebsstops eingedämmt. Außerdem sind die bestehenden WLAN-Infrastrukturen weiterhin verwendbar Netzauslastungsbetrachtungen oder weitere besondere Vorkehrungen bezüglich Industrial WLAN müssen Anwender nicht treffen.

Sicherheitsdaten via Bluetooth. Bild: KEBA
Bei dem System werden alle Visualisierungsdaten über eine WLAN-Verbindung übertragen, die Sicherheitsdaten via Bluetooth. Bild: Keba

Das Safe-wireless-System wurde für jede Steuerung konzipiert. Voraussetzungen für ein Sicherheitsbussystem sind nicht gegeben. Das heißt, dass ohne architektonische Modifikationen die im Einsatz befindliche Sicherheitslösung einfach weiterverwendet werden kann. Es muss keine aufwendige Funkfeldplanung initiiert werden. Eine dezidierte Punkt-zu-Punkt Verbindung von WLAN und Bluetooth zwischen dem Handbediengerät und der Connection Box sorgt für genug Stabilität. Der Wirkbereich des Not-Halts definiert sich somit über die Anschlussbox – wie bei der kabelgebundenen Variante.

Natürlich ist im Konzept ein umfassendes Securitypaket mit an Bord. Verschiedenste WiFi-Optionen sorgen dafür, dass das HMI-Gerät mit inaktivem Not-Halt und Zustimmtaster im Tablet Mode genutzt werden kann. Falls dies nicht gewünscht ist, entsteht erst nach dem Pairing, also dem Initiieren der Punkt-zu-Punkt-Verbindung mit der Connection Box, ein lokaler, dedizierter Funkmodus. Das lokale WiFi der Connection Box wurde bewusst so konfiguriert, dass es als klassisches WLAN gilt. Es ist jedoch für andere Geräte nicht sichtbar und somit nur mit einem KeTop T150 zu verbinden.

Strengste Sicherheit im Fokus

Die Netzwerkeinstellungen ermöglichen es, das WiFi vor und nach dem Pairen/Unpairen auf inaktiv zu setzen. Diese Funklösung wurde geschaffen, um strengste Sicherheitsrichtlinien bedienen zu können und gleichzeitig vor Hackern zu schützen. Durch die Trennung von WLAN für Visualisierungsdaten und Bluetooth für Safetydaten ist es noch schwieriger, von außen in das System einzudringen. Für das Pairen wurde eine weitere Verbindung geschaffen (NFC), um auch hier höchste Sicherheitsstandards gewährleisten zu können. 

Laut Norm hat sich am Ort der (sicheren) Bedienung immer ein funktionsfähiger Not-Halt zu befinden. Aus diesem Grund sieht die Lösung, auch aus Gründen der einfacheren Installation an der Anschlussbox, immer einen funktionsfähigen Not-Halt vor. Ein bewusstes, sicheres Pairen und Unpairen des HMI-Geräts mit der Connection Box ist somit genauso selbstverständlich für den Benutzer wie das An- und Abstecken eines Kabels. Dies führt natürlich auch zu einer guten Usability. Durch neue Sicherheitskonzepte wird ebenfalls eine fortschreitende Erhöhung der Integrationsdichte ermöglicht – es kann mit vielen parallel laufenden Funkverbindungen gearbeitet werden.

Der Wirkbereich des kabellosen HMI-Geräts ist individuell einstellbar. In der Inbetriebnahme wird dieser eingelernt. Sobald später im Betrieb ein Pairing erfolgt ist, kann sich der Bediener in dem vorab definierten Bereich kabellos und bequem bewegen. Unterbrechungen sind dann nicht zu befürchten. Wird der Wirkbereich verlassen, gelangt man in den sogenannten Toleranzbereich. Wurde die Grenze des Wirkbereichs überschritten, ertönt ein Signal und der Not-Halt Taster zeigt dies durch zyklische Helligkeitsänderungen an. Sämtliche Sicherheitsfunktionen sind zu diesem Zeitpunkt noch intakt. Der Bediener hat für einen gewissen einstellbaren Zeitraum, circa zehn Sekunden, die Möglichkeit, sich wieder in den vorab definierten Bereich zurückzubewegen, um keinen unnötigen Not-Halt auszulösen. Zu beachten ist, dass es diese Safety-Funktion unabdingbar macht, sich beim Verlassen des Arbeitsbereiches bewusst an der Basisstation abzumelden. Wird darauf verzichtet, geht das System in den sicheren Zustand – ein Not-Halt und damit verbundener Betriebsstop droht. Der bereits erwähnte vorab definierte Wirkbereich unterstützt ein bewusstes Arbeiten mit dem Handbediengerät – ein weiterer Sicherheitsaspekt. aru