Marktumfrage industrielle Kameras 1

Die Studie gibt Indikatoren für die weitere technische Entwicklung und Marktanforderungen aus Hersteller- und Anwendersicht. Dafür wurden 54 Teilnehmer aus 13 Ländern befragt, darunter zehn Hersteller und 44 Anwender von Bildverarbeitung, wobei der Fokus auf dem deutschsprachigen Raum und Europa lag. Die Organisatoren, Framos und die Fachzeitschrift Inspect, rankten die Teilnehmer anhand der abgefragten Produktions- beziehungsweise Einkaufsvolumina.

40 Prozent der Hersteller produzieren bis zu 500 Kameras pro Jahr, 20 Prozent mehr als 10.000. Die Hauptabsatzgebiete sind Nordamerika und Asien. 80 Prozent der Anwender kaufen weniger als 100 Kameras pro Jahr, nur fünf Prozent benötigen mehr als 1000. Wegen der Teilnehmerstruktur führt hier Europa als Einsatzort mit knapp 75 Prozent.

Die Absatzmärkte der Hersteller sind zu jeweils knapp 20 Prozent die Produktionsautomatisierung, Medizintechnik und Messtechnik, und zu je rund zwölf Prozent die Logistik, Qualitätssicherung und Verkehrsüberwachung. Unter den teilnehmenden Anwendern nimmt mit 30 Prozent die Qualitätssicherung den wichtigsten Einsatzzweck ein, gefolgt von Produktionsautomatisierung und Messtechnik mit je 26 Prozent. Die Medizintechnik hingegen spielt mit fünf Prozent eine untergeordnete Rolle.

Unternehmen investieren in Bildverarbeitung

Grafik Kameramarken
Die befragten Anwender kennen eine große Anzahl von Kamera-marken. Zu den am häufigsten genutzten gehören bei den Umfrageteilnehmern Basler, Allied Vision Technologies und Sony.

Ein wichtiger Indikator für die Marktentwicklung ist die Investitionsbereitschaft. Hersteller und Nutzer haben in diesem Punkt dieselbe Einschätzung und sehen einen deutlichen Push für die Bildverarbeitung: 57 Prozent setzen in naher Zukunft neue Imaging Systeme ein, und zu 43 Prozent sollen alte Systeme erneuert werden. Die Option „Kein weiterer Bedarf“ wurde von keinem Teilnehmer ausgewählt.

Daneben spielt die Preisgestaltung eine wichtige Rolle: Die Hersteller setzen hier vor allem auf niedrigpreisige Kameras und möchten 60 Prozent ihres Portfolios zwischen 150 und 350 Euro produzieren. Die Kategorien bis 650 Euro, bis 1000 Euro und bis 3000 Euro sollen jeweils zehn Prozent des Portfolios ausmachen. Kameras unter 150 Euro und über 3000 Euro sehen die Hersteller als nicht relevant an.

Für die billigsten Kameras sehen dies auch die Nutzer so. Sie sind tendenziell bereit, mehr Geld für qualitativ gute Kameras auszugeben und setzen ihren Schwerpunkt mit 38 Prozent in der Preisspanne zwischen 350 und 650 Euro. Deutlich wichtiger sind den Anwendern in dieser Studie die einfache Bedienbarkeit und der geringe Integrationsaufwand. Dies schlägt sich auch in der Markteinschätzung für Smart Kameras nieder, deren Anteil am Bildverarbeitungsmarkt laut einhelliger Meinung der Hersteller und Nutzer auf 35 Prozent steigen wird.

Bei den Sensormarken und deren zukünftiger Verwendung in Bildverarbeitungssystemen sind sich Kamerahersteller und Nutzer einig über den Abfall beziehungsweise Anstieg: Sensoren von Sony werden zwar prozentual weniger eingesetzt werden, aber auch in 2016 mit einem vorausgesagten Marktanteil von 35 Prozent das größte Vertrauen besitzen. Insbesondere bei den Marken Aptina und Truesense Imaging (beide mittlerweile unter dem Dach von Onsemi) werden deutliche Zuwächse auf 13 Prozent beziehungsweise 19 Prozent Marktanteil erwartet.

Bei den Sensortechnologien CCD und CMOS erwarten Hersteller und Nutzer 2015 und 2016 aufgrund der technischen Entwicklung eine komplette Umkehr der Verhältnisse. CCD wird von heute etwa 80 Prozent auf circa 20 Prozent sinken, CMOS in entsprechendem Verhältnis gewinnen. Diese Entwicklung wurde schon vor einigen Jahren prognostiziert, doch es bleibt abzuwarten, ob die Qualität und Variantenvielfalt der CMOS-Sensoren den Erwartungen gerecht werden.

Erwähnenswert ist auch der Aufschwung der Global-Shutter-Technologie von Bildsensoren, aufgrund der meist bewegten Analyse-Objekte in der industriellen Bildverarbeitung ist dies auch logisch. Mit 93 Prozent und 75 Prozent Anteil ist diese Technik für Hersteller und Anwender unabdingbar.

Weniger relevant hingegen ist die Farbaufnahme der Sensoren. Die Sensorauflösung ist für Hersteller und Anwender mit 70 Prozent beziehungsweise 57 Prozent zwischen ein und fünf Megapixel am relevantesten. Der größte Anstieg innerhalb der nächsten zwei Jahre ist für Auflösungen über fünf Megapixel zu erwarten, deren Anteil von heute fünf Prozent auf zehn Prozent bei den Herstellern und 13 Prozent bei den Anwendern steigen soll.

In Bezug auf die Bildraten sind die Kamerahersteller optimistisch: Der Anteil der Sensoren mit mehr als 100 fps soll bei 50 Prozent in 2016 liegen. Die Anwender hingegen sehen großen Anstieg für Frameraten zwischen 60 und 100 fps und sind ansonsten noch unschlüssig. Der Marktanteil der Sensoren mit unter 25 fps wird laut allen Teilnehmern deutlich sinken, auf zehn Prozent beziehungsweise 20 Prozent laut Herstellern und Anwendern. do