Kernkompetenz Sensoren

ke-NEXT sprach mit Thorsten Schmidt, Produktmanager bei SVS-Vistek über Anwendungsbereiche der Exo und über die Rolle der Sensorik bei der Entwicklung der universellen Kamera-Plattform.

Thorsten Schmidt
Thorsten Schmidt weiß: In der Bildverarbeitung wurden erst zehn Prozent der möglichen Anwendungen realisiert.

In welchen Anwendungsbereichen sehen Sie die Exo am stärksten?

Da würde ich mich jetzt von den Märkten gern überraschen lassen. In der Bildverarbeitung sagen wir gern, dass erst zehn Prozent der möglichen Anwendungen realisiert wurden. Und das wird wohl immer so bleiben. Konkret haben wir aber einige Anwendungen für die Exo im Auge. Vorrangig solche, in denen das verwendete Licht eine Rolle spielt. Shape From Shading ist so ein Beispiel. Die Inspektion von Oberflächen bezüglich kleinster Erhebungen. Dafür müssen mindestens drei Bilder gemacht werden mit drei seitlich montierten Lichtquellen. Aus drei Bildern mit unterschiedlichen Schattenwürfen ergibt sich eine dreidimensionale Darstellung der Oberfläche.

Ihr Ziel war eine vielseitige Kamera. Welche Rolle hat dabei die Sensorik gespielt?

Der Umgang mit Sensoren und deren Bewertung sind die Kernkompetenzen von SVS-Vistek und damit auch der Dialog mit unseren Kunden über die Wahl des richtigen Sensors für die jeweilige Applikation. Da kommen dann Fragen hinzu wie CCD oder CMOS, bei der wir uns immer versuchen objektiv zu halten. Es gibt nach wie vor gute Gründe für CCD-Technik. Auch ON Semi, mit denen wir nach der Übernahme von Truesense in regem Kontakt stehen, ließen erkennen, dass sie mit dem Thema CCD noch nicht am Ende sind.

Was ist Ihnen noch wichtig?

Wenn Sie sich das Gehäuse der Exo ansehen, dann werden Sie grundlegende Unterschiede zu unseren bisherigen Modellen erkennen wie auch zu anderen auf dem Markt befindlichen. Die bewusste Entscheidung zu einem 50x50-Design war nicht allein dem hohen Anspruch an Flexibilität geschuldet. Die Exo trägt Sensoren derzeit bis zwölf Megapixel. Auf diesen Sensoren haben die einzelnen Pixel nur noch eine Kantenlänge von 3,1 Mikrometern. Das hat elementare Folgen für die Wahl des Objektivs, das Sie benötigen, um eine Auflösung in diesem Bereich zu realisieren. Es nützt nichts, wenn Sie eine hochauflösende Kamera haben, das Objektiv Ihnen aber die Sicht vernebelt. Hier stoßen Sie an die Grenzen der Physik, die besagt: Für große Auflösungen brauchen Sie viel Glas. Das finden Sie auch in den Objektiven am Markt bestätigt, die auf C-Mount für Auflösungen bis zehn Megapixel ausgelegt sind. Sie sind deutlich größer und schwerer, als Modelle, die wir an C-Mount bisher gewohnt waren. Als Kamerahersteller mussten wir eine Antwort auf die Frage finden, wie ich ein Objektiv optisch präzise und sicher an eine Kamera befestige. Bei Linsen mit bald einem Pfund Gewicht müssen Sie kameraseitig etwas entgegensetzen. Darum die vielen Bohrlöcher, die bei jeder Exo an der gleichen Stelle sind und darum das aus Aluminium gefräste 50x50-Design. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Exo ist die Möglichkeit der Frontmontage. Das finden Sie sonst nirgends. Die Frontmontage bietet weitere Vorteile bei optischer Präzision, da sie noch näher am Objektiv ansetzt und verbessert das Temperaturmanagement weiter. Das Abführen von Wärme war schon früh in der Entwicklung ein Thema bei SVS-Vistek. Um die guten Werte eines Sensors auch über einen längeren Zeitraum zur Verfügung zu stellen, müssen die Umgebungsbedingungen für den Sensor möglichst ideal gehalten werden. Das beginnt bei der Sorgfalt bei der Aufbringung des Sensors auf das Bord und geht dann weiter bis hin zu einer finalen Justage des Bords in der Kamera.

Das Interview führte Florian Blum, Redaktion

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