automatisierte Anlagen, Bild: Bielomatik Leuze
Bielomatik entwickelt und produziert hoch automatisierte Anlagen für die Fertigung von Kfz-Kraftstoffbehältern. Bild: Bielomatik Leuze

Bielomatik nutzt zwei unterschiedliche Grundkonzepte. Bei kleineren Serien übernimmt ein Roboter alle Arbeitsgänge und erledigt sie nacheinander. Bei Tanks für Großserienfahrzeuge arbeiten sechs bis acht Roboter im Takt der Blasformmaschine und übernehmen jeweils einen Arbeitsschritt. Ein in der Mitte angeordneter Roboter ist ausschließlich für das Handling zuständig. Bei den Bearbeitungsverfahren ist Bielomatik sehr flexibel, zum Einsatz kommen bei diesen Anlagen unter anderem das Heizelement- und das Rotationsschweißverfahren sowie verschiedene Bearbeitungs- und Montageeinheiten. In der Projektierung von Neuanlagen nutzen die Konstrukteure ein standardisiertes Konzept. Tobias Schuler: „Jede Anlage ist ein Unikat, das aber grundsätzlich nach durchgängigen Standards aufgebaut ist.“

Zu diesen Standards gehört, dass bei der Energiezuführung zu den Roboterköpfen Triflex-R-Ketten in Kombination mit dem pneumatischen Rückzugssystem RSP zum Einsatz kommen. Dieses System wird pneumatisch vorgespannt und verfährt über ein Drylin-System aus dem Lineartechnik-Programm des Herstellers. Die Auszugslänge von maximal 600 Millimetern erlaubt eine sichere Führung der Leitungen und Schläuche auch bei komplexen Bewegungsabläufen. Die Rückzugskraft lässt sich über ein Druckregelventil, das auf einen Pneumatikzylinder wirkt, einfach einstellen. Ein integrierter Druckausgleichsbehälter erlaubt nahezu den Verzicht auf einen externen Druckluftanschluss – dieser wird nur noch benötigt, um Leckagen im System auszugleichen.

Diesen Standard nutzt Bielomatik seit 2013. Seit zwei Jahren vertraut das Unternehmen außerdem auf das Readychain-Prinzip von Igus und ist davon voll überzeugt: „Der externe Dienstleister, der für uns in der Vergangenheit die Leitungen konfektionierte, lieferte nicht passende Stecker und konnte unsere hohen Anforderungen an die Dokumentation nicht erfüllen“, erläutert Tobias Schuler. In dieser Situation entschied Bielomatik, die komplette Konfektionierung der Leitungspakete an Igus zu vergeben. Gemeinsam wurden zunächst Standards für diese fertigen Systeme, die Readychains, festgelegt. Der Konstrukteur sucht nun nur noch einen Bausatz mit einheitlicher Leitungsaufteilung, Steckerbelegung und Anbauteilen aus. Das spart Zeit und schafft die Voraussetzung für einheitlich hohe Qualität.

„Wir sparen Konstruktions- und Montagezeiten, die Leitungspakete passen auf Anhieb und sind zu 100 Prozent robotergerecht, die Dokumentation entspricht unseren Anforderungen, es gab noch keine Ausfälle und auch die Lieferzeit passt – diese Vorteile machen die etwas höheren Kosten für die Gesamtsysteme wieder wett.“

Ein Auftrag an Igus umfasst bei Bielomatik bis zu 15 Ketten. Typisch sind zum Beispiel Anlagen mit sechs Robotern, bei denen vier verschiedene Leitungspakete zum Einsatz kommen – nicht nur mit Leitungen für elektrische Energie und Signale, sondern auch für Druckluft und Vakuum. Ein Rückzugssystem gehört (fast) immer dazu. Und die Kunden von Bielomatik profitieren davon, dass sie Leitungs-Ersatzteile weltweit auf direktem Wege bestellen können und schnell beliefert werden.

 

Technik im Detail

Readychain

Readychains sind einbaufertig konfektionierte Energiekettensysteme mit flexiblen Leitungen für eine sichere Energieführung an der Maschine. Bei Igus produzieren 165 Mitarbeiter pro Woche im Schnitt rund 10.000 konfektionierte und geprüfte Leitungen. Um alle Anforderungen abzudecken, hält das Unternehmen 4800 Steckerkomponenten auf Lager vor, die sich zu einer fünfstelligen Anzahl an Varianten konfigurieren lassen.

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