KDP On Demand, Bild: Murrplastik

KDP On Demand: Kabeldurchführungs-platten nach Maß gibt es in unterschiedlichen Größen, Formen, Ausstattungen sowie Materialien. Bild: Murrplastik

| von Andrea Müller, Murrplastik Systemtechnik

Das Marktumfeld für Kabeldurchführungen hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Statt Standardlösungen verlangen heute viele Industrieanwender anwendungsspezifische Produkte. Diesen Wünschen wird die Lösung „KDP On Demand“ gerecht. Denn die Kabelführungsplatten werden hierbei individuell konstruiert und gefertigt. Wichtig ist, zu Beginn gemeinsam die technischen Anforderungen zu klären, die dann die Basis für Einzelstücke oder auch für Serienproduktionen bilden.

Die Kabeldurchführungsplatten lassen sich in jeder erdenklichen Größe und Form zwischen 1 x 1 Zentimeter und 1,5 x 3 Metern verwirklichen – egal ob achteckig, rund oder oval. Sie sind geeignet für Kabel mit oder ohne Stecker, für Flachbandkabel, Starkstromleitungen, Pneumatikschläuche oder Kombinationen davon. Ein immenser Vorteil ist außerdem, dass, im Vergleich zu herkömmlichen Kabelverschraubungen, mit den Kabeldurchführungsplatten von Murrplastik bis zu zehn Mal schneller appliziert werden kann und bei der Montage weniger als 50 Prozent Platz benötigt wird. Die individuelle Herstellung hat bietet außerdem den Mehrwert, dass kein hoher Lagerbestand mit unterschiedlichsten Durchführungsplatten und deren Katalogisierung mit Artikelnummern erforderlich ist.

Hygienische Sauberkeit

Kabelfdurchführungsplatte, Bild: Murrplastik
Kabelfdurchführungsplatte, Bild: Murrplastik

Wenn es um Hygiene, Sauberkeit und Korrosionsschutz geht, dann werden in der Lebensmittelindustrie keine Kompromisse gemacht. Zu den kritischen Anforderungen an die verwendeten Komponenten und Materialien für Produktion, Verarbeitung und Transport von Lebensmitteln, Getränken und anderen verderblichen Produkten gehört die Fähigkeit, dass keinerlei Keime übertragen werden dürfen. Jegliche mikrobielle und partikuläre Kontamination der Lebensmittel ist auszuschließen. Schmutz muss einfach entfernt werden können und darf sich nicht festsetzen. Obendrein müssen die Materialien unempfindlich gegenüber aggressiven Reinigungsmitteln, Säuren und Basen sowie Ölen, Fetten und Kohlenwasserstoffen sein. Aber auch Temperatur- und Hydrolysebeständigkeit (keine Wasseraufnahme) der Materialien gehören im Nahrungsmittelsektor zu den kritischen Faktoren. Zentrale Forderungen des Hygienic Designs sind, dass Maschinen, Anlagen und Komponenten hygienegerecht so gestaltet werden, dass konstruktive Schwachstellen vermieden werden. Dazu gehören zum Beispiel Oberflächen und konstruktive Elemente sowie die Reinigbarkeit der Materialien. Hygienebezogene Risiken sind, wenn sich Verschmutzungen, Lebensmittelreste oder gar Keime in Vertiefungen, Kanten und Riefen festsetzen, dauerhaft verbleiben oder schwer entfernbar sind. Zur Vermeidung konstruktiver Schwachstellen müssen folglich Maschinen, Anlagen und Komponenten durch die Auswahl geeigneter Werkstoffe und geometrischer Gestaltung hygienegerecht gestaltet werden.

Keine potenziellen Schmutzkanten

Hygienic-Design-Ausstattung, Bild: Murrplastik
Auch das ist „KDP On Demand“: eine Kabelfdurchführungsplatte mit Hygienic-Design-Ausstattung. Bild: Murrplastik

Die Anforderungen, die hinsichtlich Hygiene und Beständigkeit an Maschinen und Anlagen in sensiblen Branchen gestellt werden, nehmen stetig zu, und umfassen auch elektrische Komponenten. Aus diesem Grund werden bei Murrplastik alle Kanten der Kabeldurchführungsplatten mit Hygienic Design (angelehnt an EHEDG) mit Radien versehen. Potenzielle Schmutzkanten und daraus resultierende Verkeimungen werden vermieden. Alle Oberflächen können ohne Riefen und Kanten ausgestattet und poliert werden, sodass diese quasi selbstreinigend sind. Aufgrund angeschweißter Gewindebolzen – zur Montage der Kabeldurchführung – werden unnötige Schmutzkanten durch Schraubenköpfe vermieden. Die KDP-Dichtungsmaterialien werden von Murrplastik beispielsweise auf NBR-Basis (Nitrile Butadiene Rubber) angeboten, die die FDA-Zulassung haben (Behörde für Lebens- und Arzneimittel).

Die Kabelführungsplatten können aus den unterschiedlichsten Materialien gefertigt werden, wie zum Beispiel aus Kunststoff, Aluminium oder Edelstahl in den Varianten V2A und V4A. Edelstahl ist durch die pflegeleichte und hygienische Oberfläche, bezüglich Sauberkeit und Reinigbarkeit, das geeignetste Material für sensible Produktionsumgebungen wie bei Food&Beverage. Die glatte Oberfläche verhindert, dass Lebensmittel und Keime eindringen und die Kabeldurchführungsplatten verunreinigen. Sollten sich trotzdem Verunreinigungen bilden, sind diese mit Wasser und Zusätzen oder mit Dampf einfach zu entfernen. Außerdem saugt Edelstahl weder Wasser noch andere Flüssigkeiten auf. V4A-Edelstahl stellt zusätzlich eine erhöhte Resistenz gegen Korrosion durch chloridhaltige Reinigungsmittel sicher.

Sichere und spaltfreie Abdichtung

Beim Einsatz des optimalen Dichtungsmaterials trennt sich sehr schnell die Spreu vom Weizen, denn es muss für extreme Belastungen ausgelegt sein. Die sichere und spaltfreie Abdichtung gewährleistet einen unübertroffenen Schutz vor Eindringen von Mikrobestandteilen in Toträumen. Die Bandbreite der möglichen Dichtungsmaterialien ist bei EPDM, NBR oder Silikon groß. Murrplastik empfiehlt der Nahrungsmittelbranche für die KDP ein Dichtungsmaterial auf NBR-Basis, da der Nitrilkautschuk, der FDA-Verordnung entspricht (Behörde für Lebens- und Arzneimittel). Das Dichtungsmaterial wird per Sandwich-Technologie mit der Kabeldurchführungsplatte verbunden. Es sorgt für eine zuverlässige Flächenpressung nach der Montage. Die Abdichtung besteht aus einer glatten Oberfläche und ist ohne Spalten, Fugen und Ritzen, so dass keine sonst häufig üblichen Toträume entstehen. NBR weist eine hohe Beständigkeit gegenüber Mineralölen, Fetten und Kohlenwasserstoffen auf und ist resistent gegen branchenübliche aggressive Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Es besitzt außerdem ein günstiges Alterungsverhalten und geringen Abrieb. Für den Fall, dass Teile der Dichtung während des Produktionsprozesses in die Lebensmittel gelangen, ist der von Murrplastik verwendete Nitrilkautschuk blau eingefärbt. Das blaue Elastomer ist dadurch leicht identifizierbar.

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