PreCONNECT SMAP G2, Bild: Rosenberger OSI

PreCONNECT SMAP G2 Standard Density: Der Klassiker bis 48 LC-Duplex oder MTP/MPO Ports pro Höheneinheit. - Bild: Rosenberger OSI

| von Petra Adamik, freie IT-Autorin aus München

MTP Stecksysteme haben die Abläufe in Rechenzentren optimiert. Verkabelungs-Pionier Rosenberger OSI schreibt diese Erfolgsgeschichte immer noch fort.

Erfolgreiche Produkte und Lösungen haben manchmal viele vorgebliche Urheber, die die Vaterschaft für sich reklamieren. Gerade im Umfeld der IT gibt es mehrere Legenden über die Herkunft von bahnbrechenden Entwicklungen. Nicht alle sind wahrheitsgetreu. So rühmen sich Hersteller beispielsweise gern einer Innovation, die beim genauen Hinsehen gar nicht aus deren Entwicklungslaboren kommt, sondern bereits lange davor in einer anderen Ideenschmiede entstand. Solche Legenden halten sich oft sehr lang. Für die wirklichen Urheber ein Ärgernis.

Blick in die Vergangenheit schafft Klarheit

PreCONNECT SMAP G2 UHD, Bild: Rosenberger OSI
PreCONNECT SMAP G2 Ultra High Density: Bis 96 LC-Duplex Ports pro Höheneinheit. - Bild: Rosenberger OSI

Wer sich die rasante Entwicklung im Bereich der LWL-Datenverkabelung veranschaulichen will, kommt um einen Blick in die Vergangenheit nicht herum. Nur so wird deutlich, welche Fortschritte den Entwicklern und Herstellern innerhalb weniger Jahre gelungen sind. Aufgrund innovativer Entwicklungsarbeiten optimieren modernste Kabel sowie die dazugehörenden Komponenten heute die Infrastrukturen von Unternehmen weltweit. Sie sorgen für eine hohe Verfügbarkeit, Sicherheit und nicht zuletzt für einen durchgängigen Datenfluss. Damit spielen zeitgemäße Verkabelungsstrukturen eine entscheidende Rolle für die Geschäftsprozesse von Organisationen und somit auch für deren wirtschaftliche Stabilität.

PreCONNECT SEDECIM, Bild: Rosenberger OSI
PreCONNECT SEDECIM wird 2020 eingeführt und ist das kommende 400GBASE-SR8 multimode OM4-Verkabelungssystem. Es basiert auf dem 16-Fasern MTP/MPO Stecker. Explizit für die kommenden 400GBASE-SR8 Transceiver QSFP-DD und OSFP mit ihrem MTP/MPO 16-Fasern Media Dependent Interface (MDI). - Bild: Rosenberger OSI

Ist von der Entwicklung im Umfeld der Glasfaserverkabelung die Rede, lohnt ein Blick auf die Entwicklungsgeschichte der MTP/MPO Modul-Kassette. Sie war und ist eine feste Größe bei der Glasfaserverkabelung von Rechenzentren. Ihre Ursprünge reichen bis in die Anfänge der 1990iger Jahre zurück. Auf Initiative der IBM begann seinerzeit die Firma US Conec damit, ein Push-Pull Stecksystem rund um die 12-Fasern MT-Ferrule herum zu entwickeln, die bereits seit 10 Jahren auf dem Markt war. Dieses Mehrfaser-Stecksystem wurde unter dem US Conec Brand MTP in den Markt eingeführt.

1995 starteten dann die MTP Pioniere Siecor (Siemens Corning Joint Venture) und OSI (heute Rosenberger OSI) die Entwicklung des ersten, IBM FTS genannten, MTP Verkabelungssystems für Rechenzentren. Unterstützt wurden sie dabei durch US Conec. Dieses IBM FTS wurde 1997 in den Markt eingeführt und basierte auf werkskonfektionierten Trunkkabeln mit bis zu 144 Fasern, die mit der entsprechenden Anzahl 12-Fasern MTP Steckern auf beiden Seiten ausgestattet waren.

MTP Pionier erinnert sich

PreCONNECT Data Center Panel, Bild: Rosenberger OSI
PreCONNECT Data Center Panel: Mit Modul-Schubladen, bis 72 LC-Duplex oder MTP/MPO Ports pro Höheneinheit. - Bild: Rosenberger OSI

Damit die zwölf Fasern der MTP Stecker auf sechs einzelnen ESCON Duplexkanäle ausgeführt werden konnten (heute Port-Breakout genannt), entwickelten Siecor und OSI die ersten MTP Modul-Kassetten und Harnesse. „Das MTP Verkabelungssystem IBM FTS war nicht nur das erste seiner Art, sondern auch seiner Zeit weit voraus“, erinnert sich MTP-Pionier Harald Jungbäck, heute Produkt Manager für Rechenzentrums-Verkabelungssysteme bei Rosenberger OSI. Er war von Anfang an in die Entwicklung dieses ersten MTP Verkabelungsystems involviert und hat die verschiedenen Entwicklungsstufen dieser bahnbrechenden Verkabelungs-Technologie bis heute begleitet. Er bringt die Vorteile der Lösung auf den Punkt: „Damit konnten die 17 Mbit/s des ESCON Protokolls bis zu 2 km über eine Multimodefaser mit 62,5 µm Kerndurchmesser übertragen werden. Die Multimode MTP Verbindungen hatten damals noch bis maximal 1,2 [dB] Einfügedämpfung, sind aber seit vielen Jahren durch die Entwicklung der Elite Ferrulenqualität von US Conec auf maximal 0,35 [dB] reduziert worden.“

Qualität ist nicht verhandelbar

Die Vorteile, die sich für Betreiber von Rechenzentren aus der neuen Technologie ergaben, waren in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre nahezu revolutionär. Der Einsatz des jungen MTP Steckers ermöglichte noch nie dagewesene kurze „plug-and-play“ Installationszeiten bei der Rechenzentrumsverkabelung. Das reduzierte die Projektzeiten erheblich und stellte innerhalb kürzester Zeit die Verfügbarkeit der Infrastruktur sicher. Analog dazu wurde die Flexibilität bei Moves, Adds and Changes (MAC) auf das mögliche Maximum gesteigert.

Von dieser technologischen Innovation profitierten auch Wartungsarbeiten oder Reparaturen. Der Austausch von MTP Modul-Kassetten oder Harnessen oder der Wechsel des Patch-Stecksystems auf der Front waren plötzlich fast ein Kinderspiel, gingen einfach, schnell und kostengünstig über die Bühne. Mehr als zwei Jahrzehnte waren z.B. der Wechsel von ESCON auf SC-Duplex, oder von SC-Duplex auf LC-Duplex, kurz auch der MT-RJ als Patch-Stecksystem fast eine Art Standard. „Für uns und unsere Kooperationspartner galt und gilt bis heute: Qualität ist nicht verhandelbar“, so MTP-Pionier Jungbäck.

Diese Art von LWL-Verkabelungssystem etablierte sich schnell und sehr erfolgreich im Markt. Der Bedarf war groß. Aufgrund seiner hohen Marktakzeptanz wurde der MTP im Jahr 2000 in der IEC 61754-7 als MPO normiert. Die Vorteile, die mit dem Einsatz von MTP/MPOeinhergingen, blieben auch anderen Anbietern nicht verborgen. Um die Jahrtausendwende herum begannen dann auch Marktbegleiter von Siecor und OSI damit, ebenfalls MTP/MPO Verkabelungssysteme zu entwickeln.

Die Zukunft im Blick

Rosenberger OSI ist nicht nur ein Pionier der MTP/MPO Technologie, sondern hat diese auch konsequent weiterentwickelt und dem aktuellen Bedarf angepasst. Analysten sehen 400GBASE-SR8 als eine stark wachsende Anwendung in Rechenzentren. Explizit für diese Anwendung bringt Rosenberger OSI  2020 PreCONNECT SEDECIM auf den Markt. Basis für dieses System ist der 16-Fasern MTP/MPO Stecker. Als 16-Fasern multimode OM4 Variante, mit einem MTP/MPO 16 Port auf der Rückseite sowie acht LC-Duplex Ports auf ihrer Vorderseite, ist die MTP/MPO Modul-Kassette inzwischen auch fit für den Port-Breakout von mit MTP/MPO 16 werkskonfektionierten PreCONNECTSEDECIM Trunkkabeln.

Im Bereich der MTP/MPO Verkabelungssysteme sieht Harald Jungbäck Rosenberger OSI sehr gut aufgestellt. Mit den PreCONNECT Produktlinien DUODECIM, OCTO und SEDECIM bieten die Augsburger ein breites Portfolio, das den Bedarf über die gesamte Evolution von MTP/MPO Verkabelungssystemen für zahlreiche Anwendungsfälle abdecken kann.

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