Steckverbindergehäuse, Bild: Ilme

Der Steckverbinderspezialist Ilme bietet unter anderem eine große Vielfalt an Steckverbindergehäusen an. Von dem Hersteller gibt es einen Online-Konfigurator, mit dem sich Konstrukteure in Echtzeit ihren Wunschsteckverbinder kombinieren können. Bild: Ilme

Die Gehäuseserie C7 mit dem Verschlusssystem V-Type bietet im verriegelten Zustand die Schutzart IP67.

Sie sind weltweit im Einsatz: In Hafenanlagen sorgen sie für den zügigen und sicheren Umschlag von Schütt- und Stückgütern; die Recyclingwirtschaft nutzt sie zur Sortierung und Verladung der Wertstoffe; sie befestigen Küsten, baggern Schifffahrtswege und Hafenbecken aus und dienen dem Hoch- und Tiefbau zum Heben von Betonfertigteilen, Trägern oder Stahlelementen. Und dies ist nur ein Ausschnitt aus dem Aufgabenspektrum, für das Sennebogen seine Bagger und Krane konzipiert. Doch all diesen Spezialmaschinen ist eines gemeinsam: Sie werden unter äußerst schwierigen Arbeitsbedingungen eingesetzt und müssen damit höchsten Anforderungen genügen. Um den ehrgeizigen Anspruch zu erfüllen, Qualitätsführer in ihrem Segment zu sein, richten die Mitarbeiter ihren Blick deshalb auch auf Details, die sich an bereits bewährten Maschinentypen verbessern lassen. So hatte die Entwicklungsabteilung die teils unzureichende Dichtigkeit herkömmlicher Gehäuse schwerer Steckverbinder als Optimierungspotenzial erkannt. Denn die an den Kranen und Baggern montierten Steckverbinder sind in besonderem Maße rauen Witterungseinflüssen ausgesetzt. Standardgehäuse mit Schutzart IP65 bieten hier manchmal keinen ausreichenden Schutz vor eindringendem Wasser. Das galt es zukünftig zu verhindern.

V-Type, Bild: Ilme
Das Verschlusssystem V-Type. Die V-Type-Bügel bestehen aus zwei miteinander verbundenen Edelstahl-elementen und sind durch einen Arretierstift sicher am Gehäuse befestigt. Bild: Ilme

Eine geeignete Lösung konnte der bayerische Vertriebsbeauftragte des Steckverbinderherstellers Ilme, Erich Bubeneder, aufzeigen. Die Gehäuseserie C7 mit dem Verschlusssystem V-Type bietet im verriegelten Zustand die Schutzart IP67 und damit eine deutlich höhere Dichtigkeit als Standardgehäuse. Die V-Type-Bügel bestehen aus zwei miteinander verbundenen Edelstahlelementen und sind durch einen Arretierstift sicher am Gehäuse befestigt. Zum Verschließen des Steckverbinders zieht man die Bügel nach oben, legt sie über die Verriegelungsbolzen des (Standard-)Tüllengehäuses und drückt sie wieder nach unten, bis der Schließmechanismus einrastet. Die Verschlusskraft der V-Type-Bügel wirkt vertikal nach unten und erzeugt damit jenen hohen Anpressdruck, der eine Dichtigkeit gemäß IP67 erst möglich macht. Und dies auch bei hohen Zugkräften, wie sie durch schwere Kabel am Tüllengehäuse entstehen können. Der einfache mechanische Vorgang beim Verriegeln und Öffnen des Steckverbinders mit V-Type-Bügeln vermindert den Bolzenabrieb im Vergleich zu Standardgehäusen erheblich. Dies ist natürlich ein wichtiges Merkmal vor allem für Anwendungen, die ein häufiges Betätigen des Verschlusses erforderlich machen, wie zum Beispiel beim Wechsel der Werkzeuge an den Kranen (Holz-Greifer, Lasthaken, Magnet und so weiter). Auch unter Einwirkung starker Vibrationen im laufenden Betrieb einer Maschine zeigt sich, dass der Bolzenverschleiß unter dem V-Type-Verschluss wegen des fehlenden Sägezahneffekts gegenüber Standardbügeln deutlich geringer ausfällt. Da die C7-Gehäuse die gleichen Befestigungsmaße und Lochausschnitte aufweisen wie Standardgehäuse, lassen sie sich also ohne Zusatzaufwand eins zu eins in eine bestehende Konstruktion integrieren.

Wunsch nach festmontierten Klappendeckeln

Steckverbinder C7, Bild: Ilme
Der Steckverbinder C7 mit Schutzart IP67 in Standardbaugröße mit Querbügeln sorgt auch an Kranen und Baggern für zuverlässigen Schutz gegen eindringendes Wasser. Bild: Ilme

Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen führten darüber hinaus zu einer weiteren wichtigen Verbesserung. Sie bezog sich auf die Gehäusedeckel, die bislang, wie bei Gehäusen mit zwei Bügeln üblich, an einer Nylonfangschnur oder an einer Stahlschnur befestigt waren. Diese Lösung ist für die Bagger und Krane von Sennebogen nicht immer ausreichend, da sie unter den rauen Einsatzbedingungen der Maschinen leicht beschädigt werden oder gar verloren gehen können. Hinzu kommt, dass die an Fangschnüren hängenden Gehäusedeckel jede Bewegung der Maschine und jeden Windstoß mit einem mal scheppernden, mal klackernden Geräusch in dieser speziellen Anwendung beantworten, was es zu vermeiden galt. Die Ilme-Mitarbeiter prüften also, ob und wie sich der Wunsch nach festmontierten Klappdeckeln erfüllen ließ. Bei Gehäusen mit den bei Sennebogen eingesetzten zwei Querbügeln ragen diese normalerweise zu weit über den oberen Gehäuserand hinaus, was die Funktion eines Klappdeckels unmöglich macht. Schnell stellten die Techniker bei Ilme fest, dass dieses Hindernis bei Gehäusen mit V-Type-Bügeln nicht gegeben ist. Die Anregung des Kunden ließ sich daher innerhalb kurzer Zeit umsetzen.

Sämtliche von den Straubinger Spezialisten verwendeten Gehäusetypen werden zusätzlich mit deren internen Werksartikelnummern per Laser gekennzeichnet. Damit nutzt der Kunde einen Service, den der Steckverbinderhersteller seit Jahren anbietet. Für Sennebogen vereinfacht dies die Zuordnung der Gehäuse und somit das gesamte Teilemanagement des mit mehreren Werken und zahlreichen Niederlassungen international aufgestellten Unternehmens. „Die konstruktiven Gespräche mit Sennebogen führten nicht nur für den Kunden zu einem überzeugenden Ergebnis,“ erklärt Jochen Holterhues, Vertriebsleiter von Ilme in Deutschland, und fügt hinzu: „Das hohe Qualitätsbewusstsein des Kunden, seine Suche nach Verbesserungsmöglichkeiten und die hieraus resultierenden Anregungen bedeuteten auch für uns wieder einen Schritt nach vorne.“ aru