Dr. Mats Gökstorp

Dr. Mats Gökstorp, Vorstandsvorsitzender von Sick (Bild: SICK AG)

ke NEXT: Herr Dr. Gökstorp, wie sieht aktuell die ­Situation in puncto Lieferketten bei Ihnen aus? Wie geht Ihr Unternehmen mit ­Problemen in diesem Bereich um?

Dr. Mats Gökstorp: Wie generell in der Industrie sind auch unsere Auftragsbücher gut gefüllt. Um Lieferengpässen und Sanktionen zu begegnen, stehen wir in einem kontinuierlichen und engen Austausch mit unseren Lieferanten. So gut es geht, bestellen wir Bauteile mit einem großen Zeitpuffer vor. Dafür binden wir unsere Kunden so gut wie möglich in den Planungsprozess ein. Wir haben sie bereits dahin gehend sensibilisiert, konkrete Aufträge so früh wie möglich zu platzieren und uns frühzeitig einen Ausblick auf künftige Bedarfe zu geben. Auf diese Weise unterstützen sie uns dabei, die Herausforderungen der weltweit eingeschränkten Lieferketten gemeinsam zu bewältigen. Die aktuelle Preisentwicklung können auch wir nicht umgehen. Gestiegene Material- und Lieferkosten sowie die Mehrkosten für die Aufrechterhaltung der Produktion werden sich auch auf die Preise unserer Produkte niederschlagen.

 

Die Energiepreise steigen und steigen. Wie sehen Sie die Finanzierbarkeit von Energie und Strom für Ihr Unternehmen? Welche Maßnahmen ergreifen Sie kurz- und mittelfristig?

Gökstorp: Wir führen kontinuierlich Gespräche mit unserem Energieversorger. Für planbare Energiekosten haben wir Strom über Verträge bis Mitte 2024 und Gas bis Ende 2023 abgesichert. Ab 2023 sehen wir uns mit einem starken Preisanstieg der Stromkosten konfrontiert. Ob wir im Falle von Versorgungsengpässen in Deutschland betroffen sein könnten, wird die weitere Entwicklung zeigen. Unsere Produktion ist im Vergleich zu anderen Industrien weltweit nicht energieintensiv und wir können einen Teil unserer Energieaufwände über die Stromerzeugung unserer Photovoltaikanlagen auf vielen unserer Gebäude abdecken. Darüber hinaus planen wir weitere Energieeinsparmaßnahmen, um unseren Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs im Konzern zu leisten. Im Falle eines Gasstopps haben wir eine alternative Wärmeversorgung an den deutschen Standorten installiert.

Die Energiepreise steigen und steigen. Wie sehen Sie die Finanzierbarkeit von Energie und Strom für Ihr Unternehmen? Welche Maßnahmen ergreifen Sie kurz- und mittelfristig?

Gökstorp: Wir führen kontinuierlich Gespräche mit unserem Energieversorger. Für planbare Energiekosten haben wir Strom über Verträge bis Mitte 2024 und Gas bis Ende 2023 abgesichert. Ab 2023 sehen wir uns mit einem starken Preisanstieg der Stromkosten konfrontiert. Ob wir im Falle von Versorgungsengpässen in Deutschland betroffen sein könnten, wird die weitere Entwicklung zeigen. Unsere Produktion ist im Vergleich zu anderen Industrien weltweit nicht energieintensiv und wir können einen Teil unserer Energieaufwände über die Stromerzeugung unserer Photovoltaikanlagen auf vielen unserer Gebäude abdecken. Darüber hinaus planen wir weitere Energieeinsparmaßnahmen, um unseren Beitrag zur Reduktion des Energieverbrauchs im Konzern zu leisten. Im Falle eines Gasstopps haben wir eine alternative Wärmeversorgung an den deutschen Standorten installiert.

 

Bereitet Ihrem Unternehmen die Verfügbarkeit von Energie und Strom in den ­kommenden Monaten Sorge?

Gökstorp: Die grundsätzliche Lage ist besorgniserregend und wir hoffen, dass die Politik Lösungen schafft, mit der sich sowohl die privaten Haushalte als auch die Unternehmen versorgt wissen.

 

Fühlen Sie sich als Unternehmen aus­reichend von der Politik gesehen? Was wünschen Sie sich von der Politik?

Gökstorp: Aktuell muss ich das verneinen: Auch wenn unsere Produktion im Vergleich zu anderen Industrien weltweit nicht energieintensiv ist und wir durch den Ausbau von Photovoltaik auf unseren Gebäuden Solarstrom für den eigenen Bedarf produzieren, werden auch wir von der Energieknappheit betroffen sein. Es ist außerordentlich wichtig, dass Unternehmen gleichermaßen in die Notfallpläne einbezogen werden. Nicht nur in ihrer Rolle als Arbeitgeber, sondern auch, um die Wertschöpfungsketten zu sichern.

Die Fragen stellte Angela Unger-Leinhos, Redakteurin ke NEXT

Sie möchten gerne weiterlesen?

Registrieren Sie sich jetzt kostenlos:

Bleiben Sie stets zu allen wichtigen Themen und Trends informiert.
Das Passwort muss mindestens acht Zeichen lang sein.

Mit der Registrierung akzeptiere ich die Nutzungsbedingungen der Portale im Industrie-Medien-Netzwerks. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen.

Sie sind bereits registriert?