Bluhm Anlauf, Bild: Bluhm Systeme

Mit dem Ziel, Trinkwasser zu konservieren, erfand der Apotheker Thomas Henry Mitte des 18. Jahrhunderts das Sodawasser. Er wurde zum Namensgeber für die Berliner Firma Thomas Henry, die seit 2010 Premium-Bitterlimonaden herstellt. Bild: Bluhm Systeme

Vor fünf Jahren hat die ostwestfälische Firma Bad Meinberger Mineralbrunnen die Abfüllung von Thomas-Henry-Produkten übernommen. Die Berliner Firma Thomas Henry stellt seit 2010 Premium-Bitterlimonaden her. „Zu Beginn der Kooperation haben wir für Thomas Henry etwa vier Millionen Flaschen pro Jahr abgefüllt“, erinnert sich Volker Schlingmann, Sprecher der Geschäftsführung bei Bad Meinberger. „Das hat sich inzwischen verzigfacht!“ Nicht nur die Produktionskapazität musste aufgrund steigender Nachfrage kontinuierlich hochgefahren werden. „Auf Grund des großen internationalen Interesses wurde die Distribution der Thomas Henry-Produkte immer komplexer“, erklärt Bianca Blome, Betriebskontrolle und technische Verwaltung bei Bad Meinberger.

Bluhmware, Bild: Bluhm Systeme
Bluhmware steuert die komplette Thomas-Henry-Verpackungslinie mit 13 Produkten für 55 Exportländer samt verschiedener Umverpackungen. Bild: Bluhm Systeme

„Wir haben dann irgendwann beschlossen, alleine für den Export eine eigene Verpackungsanlage anzuschaffen.“ Mit Installation dieser Anlage sollte die Kennzeichnung, Verpackung, Etikettierung und Palettierung von 13 verschiedenen Artikeln für 55 Exportländer in zwei unterschiedlichen Umverpackungsvarianten komplett automatisiert werden. Daher wurde die Steuerung dieser Prozesse der Software Bluhmware des Kennzeichnungsanbieters Bluhm Systeme aus Rheinbreitbach übertragen.

Zunächst haben die Experten von Bluhm alle in der Verpackungsanlage integrierten Module wie Scanner, Roboter, Auspacker, Etikettierer, Laserbeschrifter, Drucker, Sensoren, Kameraprüfsysteme, Etikettendruckspender und Palettierer an die Bluhmware angebunden und miteinander vernetzt. Auf Basis einer Datenbank steuert die Software nicht nur diese einzelnen Geräte, sondern übermittelt auch die relevanten Druckdaten an die Kennzeichnungssysteme. Die Thomas Henry-Produkte werden abgefüllt, vorderseitig etikettiert und kurz zwischengelagert. Geht eine internationale Bestellung ein, wird der jeweilige EAN-Code des bestellten Produkts eingescannt.

Die Bluhmware durchforstet die Datenbank, die unter anderem alle Artikelnummern, Produktbezeichnungen, Mindesthaltbarkeitsdaten auf Basis der Abfülldaten, Verpackungsarten und länderspezifischen Eigenheiten beinhaltet, und ermittelt die jeweilige Kombination. Diese Kombination aus Artikelnummer, EAN-Code, Sprache, Kontrollcode für die Kameraüberwachung, Versandmodus, Taragewicht und Palletierschema wird an alle in der Verpackungslinie befindlichen Geräte übermittelt.

Anschließend werden die Produkte mit einem länderspezifischen Rückenetikett versehen und per Laser oder Inkjet-Drucker gekennzeichnet. Die Flaschen passieren nun eine Kamera-Kontroll-Station, an der nicht nur Korrektheit und Position des Etiketts überprüft werden, sondern zudem die aufgebrachte Kennzeichnung in Verbindung mit dem jeweiligen EAN-Code. Nicht korrekt etikettierte oder gekennzeichnete Produkte werden an dieser Stelle ausgeschleust.

„Wegen des internationalen Interesses wurde die Distribution der Thomas-Henry-Produkte immer komplexer.“

Bianca Blome, Bad Meinberger

Die Flaschen bewegen sich auf dem Förderband weiter zur Packmaschine, wo sie entweder in Kartons oder Trays verpackt werden. Diese Verpackungseinheiten werden anschließend von mehreren Bluhm-Etikettendruckspendern vom Typ Legi-Air 4050 E länderspezifisch gekennzeichnet. Dazu übermittelt die Bluhmware die Information, wo welches Etikett mit welchem Inhalt platziert werden soll. „Manche Kunden wünschen Etiketten auf allen vier Seiten“, erklärt Bianca Blome. Daher wurden die Etikettendruckspender teilweise mit Linearspendehub und 90°-Drehapplikator ausgestattet. Sie können so umschwenken und mehrere Seiten kurz nacheinander etikettieren.

GS1-konforme Palettenetikettierung

Ein Roboter platziert die Verpackungseinheiten anschließend gemäß Palettierschema auf Paletten. Die Paletten werden mit Folie umwickelt und vom Palettenetikettierer AP 180 von Bluhm Systeme mit GS1-konformen Etiketten versehen. Auf dem Spendestempel des AP 180 wurde ein Linienscanner integriert, der das Etikett unmittelbar nach dem Applizieren überprüft. Dieser Check bezieht sich nicht nur auf das reine Vorhandensein des Etiketts, sondern auch auf die Lesbarkeit und Richtigkeit des SSCC-Barcodes. Ebenso wird ermittelt, ob die jeweilige Palette der richtigen Destination zugeordnet wurde. wk

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