Smart Factory, Bild: AMA/Pascale Taube

Ohne eine Vielzahl von Sensoren und intelligenter Messtechnik nicht denkbar: die Smart Factory der Zukunft. Bild: AMA/Pascale Taube

Volle Auftragsbücher, gut ausgelastete Kapazitäten und eine Beschäftigung auf Rekordniveau – das meldet der Branchenverband AMA. Er befragt vierteljährlich die Mitglieder zur wirtschaftlichen Entwicklung. Im ersten Quartal 2018 konnte die Branche das Umsatzwachstum von neun Prozent vom Vorjahr exakt bestätigen. Die Auftragseingänge legten, verglichen mit dem Vorquartal, um fünf Prozent zu. „Geht es der Industrie gut, boomt die Sensorik und Messtechnik. Die deutsche Wirtschaft wächst, das zeigt sich in der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Branche“, sagt AMA-Geschäftsführer Dr. Thomas Simmons. „Erst der intelligente Einsatz von Sensoren und Messtechnik ermöglicht der Industrie technische Innovationen. Daher gehen wir von einem weiteren, kontinuierlichen Branchenwachstum in diesem Jahr aus.“

Hintergrundinformationen

Messtechnik in Zahlen

  • Die Fachverbände Mess- und Prüftechnik sowie Elektrische Automation im VDMA Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau durchleuchten regelmäßig die Branchen der Messtechnik und Sensorik.
  • Im Bereich der Mess- und Prüftechnik sind in Deutschland derzeit über 30.000 Personen beschäftigt. Die Zahl stieg in den letzten fünf Jahren kontinuierlich an, 2017 um etwa 4,8 Prozent. Sie sorgten im
    vergangenen Jahr für einen Produktionsanstieg um 11,6 Prozent auf fast 7,1 Mrd. Euro – neuer Höchststand. Auch der Auftragseingang wuchs im Jahresdurchschnitt um fünf Prozent, vor allem Dank der Auslandsnachfrage.
  • Die Sensorik verzeichnete 2017 ein starkes Plus von elf Prozent im Auftragseingang sowie von zehn Prozent bei der Umsatzentwicklung. Auch hier leistete das Ausland mit preisbereinigt 14 Prozent beim Auftragseingang und 13 Prozent beim Umsatz einen hohen Beitrag.

Ein Sensor, mehrere Messgrößen

TBEN-S-Block,  Bild: Turck
Dezentrale Intelligenz: Turcks kompaktes TBEN-S-Block-I/O-Modul mit Argee steuert die Applikation direkt im Feld ohne Schaltschrank. Bild: Turck

Die Koordinatenmesstechnik ist ein wichtiges Teilgebiet der Mess- und Sensortechnik. Alicona ist ein Anbieter von optischer 3-D-Oberflächenmesstechnik zur Qualitätssicherung in Labor und Produktion. Geschäftsführer Dr. Stefan Scherer: „Unsere Kunden fragen vermehrt nach der Möglichkeit, zusätzlich zur klassischen Lage- und Formmessung auch die Rauheit von Bauteilen zu messen.“ Gleichzeitig wünschen sie statt des traditionellen Multisensor-Konzepts eine einfache und unkomplizierte Single-Sensor-Lösung. „Mit der Einführung unseres optischen Mikrokoordinatenmesssystems haben wir einen Nerv der Branche getroffen: Kunden messen mit nur einem Sensor Maß, Lage, Form und Rauheit.“ Mehr Flexibilität wünschen sich die Anwender laut den Spezialisten für Fertigungsmesstechnik von Mahr. Laut Utz Wolters, Leiter des Product Management Geometry, lasse sich das bei Messsystemen „durch eine Sensorik erreichen, die sich der jeweiligen Aufgabe anpasst“. Mahr verfolge hierzu verschiedene Ansätze: Erstens durch eine breite Palette an Sensoren in Kombination mit Messsystemen, die ein schnelles Umrüsten erlauben. Zweitens durch Messsysteme, die verschiedene Sensoren in einer Aufspannung nutzen und so automatisiert verschiedene Merkmale bestimmen können. Und beides wächst zusammen, ist Oliver Marks, Leiter Geschäftsbereich Automation Products bei Turck, überzeugt.

ifm Abstandssensor, Bild: ifm
Der neue kompakte PMD-Abstandssensor für Industrie 4.0 Anwendungen von ifm. Bild: ifm

Der Grund: dem Trend zu kleineren, genaueren und schnelleren Maschinen muss die Sensorik folgen. „Auch der schon länger andauernde Trend weg von der reinen Positionserfassung hin zur Positionsmessung setzt sich fort, je flexibler Maschinen werden sollen.“ „Sensoren werden intelligenter, weil moderne Kommunikationsfähigkeit bisher im Sensor schlummernde Informationen auslesbar macht“, erklärt Michael Marhofer, Vorstandsvorsitzender der ifm-Unternehmensgruppe, einem Hersteller von Systemen und Komponenten für die Automatisierung. „Komplexere Sensoren und Messtechnik werden auch mehr Signalverarbeitung im Sensor haben, bei anderen Sensoren wird die Signalverarbeitung in I/O-Blocks gemacht werden.“ Einen wesentlichen Grund für eine dezentrale Signalverarbeitung sieht Turck-Mann Marks im Wunsch nach einer weniger komplexen Steuerung für immer flexibler und universeller werdende Maschinen. „Hier gibt es das Konzept, Signale in einer zwischengelagerten Ebene wie im Feldbusmodul vorzuverarbeiten.“ Er nennt als Beispiel spezielle Drehzahlsensoren, die nicht nur drehzahlabhängige Impulse liefern, sondern direkt das Über- und Unterschreiten einer vorgegebenen Drehzahl überwachen und Alarm auslösen können.

Bild: AMA/Bernd Oertwig

„Erst der intelligente Einsatz von Sensoren und Messtechnik ermöglicht der Industrie technische Innovationen. Daher gehen wir von einem weiteren, kontinuierlichen Branchenwachstum in diesem Jahr aus.“

Dr. Thomas Simmons, Geschäftsführer, AMA Verband für Sensorik und Messtechnik