Beflügelt wird die Entwicklung auch dadurch, so Michael Marhofer, dass einfache Sensorelemente immer billiger und besser würden. „Durch komplexere Analysen verschiedene Messwerte kann unter Umständen auf das eine oder andere Messgerät verzichtet werden.“ Das mit dem Industrie-4.0-Gedanken einhergehende Produktionskonzept Smart Manufacturing setzt voraus, dass Messtechnik in der Fertigung integriert ist und in die Produktion eingreifen kann. Das führe laut Stefan Scherer von Alicona zu weiteren Anforderungen an die Messsysteme wie „die vollständige Automatisierung von Messungen, produktionstaugliche, hochgenaue Messsensoren und eine einfach integrierbare Schnittstellentechnologie zur Vernetzung“. Für Michael Bozek, Business Development Manager von Pepperl+Fuchs, kann die Anbindung ans Internet die Technik vereinfachen. Während Messtechnik hochgenaue, kalibrierte Werte liefert, können Sensoren lediglich relative Größen generieren. Erlauben jedoch mehrere Sensoren für dieselbe Messgröße eine statistische Auswertung vieler Werte, könne oft eine ausreichende Aussagegenauigkeit erreicht werden. „Die Anbindung der Sensorik an das Internet eröffnet neue Möglichkeiten, da solche Auswertungen in cloudbasierten Plattformen durchgeführt werden, welche die für die Verarbeitung von Zeitreihen geeignete Infrastrukturen bieten und sich auf Referenzgrößen anderer Quellen beziehen können.“ aru

Bild: Turck

„Der schon länger andauernde Trend weg von der reinen Posi- tionserfassung hin zur Positionsmessung setzt sich fort, je flexi- bler Maschinen werden sollen.“

Oliver Marks, Leiter Geschäftsbereich Automation Products, Turck

Bild: ifm

„Sensoren werden intelligenter, weil moderne Kommunikationsfähigkeit bisher im Sensor schlummernde Informationen auslesbar macht.“

Michael Marhofer, Vorstandsvorsitzender, ifm-Unternehmensgruppe

Bild: Pepperl+Fuchs

„Sensoren sind die wesentlichen Daten- und Informationsquellen in vernetzten Szenarien und werden vermehrt
benötigt.“

Benedikt Rauscher, Leiter globale IoT-Projekte/Industrie 4.0, Pepperl+Fuchs

Studie

Zwei Trends: klein oder anspruchsvoll

  • „Sensor Technologien 2022“ ist der Titel einer gerade erschienenen Studie des AMA-Verbands in Zusammenarbeit mit 21 Autoren aus Wissenschaft und Industrie. Miniaturisierung, Integration und Kommunikation lauten die Schlagworte.
  • Die Experten sehen zwei Hauptströmungen: Auf der einen Seite eine explosionsartig wachsende Zahl von Sensoren für Massenmärkte wie Smartphones, Tablets und Kameras. Diese Sensoren zeichneten sich meist durch miniaturisierte Abmessung und kostengünstige Herstellung in Großserien aus.
  • Auf der anderen Seite entwickeln sich anspruchsvolle Sensorsysteme für industrielle Anwendungsgebiete wie Automatisierung, Automotive oder Medizintechnik. Diese Sensorsysteme erfüllen hohe Anforderungen an Genauigkeit und Arbeitsfrequenzbereich. Sie müssen besonders robust sein und verlässliche Messdaten liefern.