Welche Ausgabegeräte eignen sich nun für welche Anwendung und vor allem: Was gibt der aktuelle technologische Stand für die Konstruktion wirklich her? ke-NEXT-Redakteur Florian Blum hat sich bei Branchenkennern umgehört und einige Geräte selbst getestet. Klicken Sie sich durch die Gallerie!

Welche Rolle spielen VR und AR in der Fabrik der Zukunft?

Eine Studie des Virtual Dimension Centers in Fellbach prognostiziert: „Die zunehmende Virtualisierung in der Industrie inklusive aller darin ablaufenden Prozesse erfordert den Einsatz neuer Methoden, Werkzeuge und Technologien.“ Und: „Die Digitalisierung und Virtualisierung von Entwicklungsprozessen wird in den nächsten fünf bis zehn Jahren weiter voranschreiten, bis hin zur vollständigen Austauschbarkeit von virtuellen und physischen Anlagenteilen.“

Die Rede ist vom digitalen Zwilling, der sich laut Christoph Runde durch das komplette Product Lifecycle Management ziehen wird: „Vision ist: Ich starte meine VR-Anlage, klinke mich ein in die virtuelle Fabrik und sehe auf meiner Powerwall alles, was gerade passiert. Hinzu kommt in der Fabrik der Zukunft die Theorie des vernetztes Werkers, der Informationsquelle und -senke zugleich ist: Er ist mit dem AR- oder VR-Device vernetzt – erfasst und beurteilt selbst und wird umgekehrt selbst in Echtzeit auf dem Laufenden gehalten. VR und AR sind meiner Meinung nach Engineering-Plattformen für Industrie-4.0-Fabriken.“ Und Prof. Ralph Stelzer von der TU Dresden ergänzt: „Mit Industrie 4.0 steigt die Komplexität und Menge der Daten. Und auch die Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine wird immer wichtiger. Wenn der Roboter den Käfig verlassen soll, muss ich mir als Maschinenbauer sicher sein können, dass alles reibungslos abläuft.“

 

Aus der Praxis: Augmented Reality bei Trumpf

Drop & Cut bei Trumpf
Im Einsatz bei Trumpf-Maschinen: Augmented Reality mit Drop & Cut. (Bild: Trumpf)

Mit dem Augmented-Reality-Tool Drop & Cut macht der Werkzeugmaschinenbauer Trumpf das Nachproduzieren für seine Kunden einfach. Mit der Funktion lassen sich Resttafeln für die Produktion nutzen. Dem Bediener steht dafür ein Livebild aus dem Maschinen-Innenraum auf der Bedienoberfläche der Steuerung zur Verfügung. Per Maus oder mit dem Finger zieht der Bediener die programmierte Kontur am Bildschirm einfach virtuell auf das Blech, platziert es an der gewünschten Stelle und schon kann der Schneidprozess starten.

Fazit

VR und AR haben im Maschinenbau noch Startschwierigkeiten. Bis zur Industriereife müssen noch einige Baustellen geschlossen werden. Ein kurz- bis mittelfristig sinnvoller Kompromiss scheint die Powerwall zu sein, die der Natur der Konstruktion am ehesten entgegenkommt. Im Zuge von Big Data und Industrie 4.0 werden außerdem spielerisch einfache HMIs, die Prozesse transparent machen und Komplexität reduzieren, immer wichtiger.

Am Ende scheint es jedoch vor allem die emotionale Erfahrung des Produkts über das Natural User Interface zu sein, das dem Konstrukteur einen entscheidenden Mehrwert bietet. „Gamification“ nennt das Johann Soder, technischer Geschäftsführer bei SEW Eurodrive, und schwärmt: „Kollaboration mit Technik muss Spaß machen, muss motivieren. Gamification ist ein wahrer Meister im Behaviour-Change von Menschen.“

ke NEXT TV: Virtual Engineering mit der Powerwall

Update: VR & AR erobert die Industriemessen!

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