| von Wolfgang Kräußlich

Da die Motorrollen je nach Hersteller unterschiedlich angesprochen werden müssen, gibt es kein Universal-Motormodul. „Wir haben aber für alle gängigen Hersteller passende Module“, führt Johanna Schüßler aus. „Derzeit bieten wir Versionen für Rollen von Itoh Denki, Interroll, Rollex oder Rulmeca.“ Die Module haben Anschlüsse mit den in Logistikanlagen weit verbreiteten M8-Steckerverbindern, weitere lieferbare Anschlussvarianten sowie unterschiedliche Kabellängen gewährleisten vielfältige Anschlussmöglichkeiten.

Für besonders flexible Installationsanforderungen kann ein zusätzlicher, separater Passivverteiler an ein Motormodul angeschlossen werden. Im Grunde ist dieser nichts anderes als ein Umsetzer vom AS-i-Flachkabel auf M8- oder M12-Rundkabel, auch Varianten mit reinem Profilkabelabzweig, mit Push-In-Klemmen oder mit Anschlusslitzen finden sich im Portfolio der Mannheimer. Neben der AS-i-typischen fehlersicheren und korossionsgeschützen Kontaktierung durch gedrehte und vergoldete Pins ist der optional integrierte Leitungsschutz ein Vorteil: Als Schutz der Anschlussleitung und angeschlossener Endgeräte gegen Kurzschluss und möglichen Kabelbrand kann zwischen vier Wechselsicherungen mit vier Ampere oder vier selbstzurücksetzenden Sicherungen mit einem Ampere gewählt werden. Auch der Passivverteiler ist so kompakt gestaltet, dass er problemlos in den Kabelkanal passt.

Saubere Konstruktion ohne Kabelsalat - Bild: Bihl + Wiedemann
Saubere Konstruktion ohne Kabelsalat: Die Motormodule und Passivverteiler passen samt Leitungen in den Kabelkanal.Herausgeführt werden nur noch die Kabel für Sensoren und Schalter, die Rollenatriebe werden direkt aus dem Kanal mit Energie und Steuersignalen versorgt. Bild: Bihl + Wiedemann

„Nachdem wir den Passivverteiler entwickelt hatten, haben wir das Programm noch um einen Aktivverteiler erweitert. Schließlich gibt es nicht nur AS-i-kompatible Hardware auf dem Markt“, erklärt die Produktmanagerin ihre Vorgehensweise. „Der integrierte AS-i-Chip in den aktiven Verteilern ermöglicht es, auch Komponenten ohne AS-i-Vorbereitung an das Interface-Konzept anzuschließen und mit Energie zu versorgen.“ Der Kurzschlussschutz ist in diesen Modulen standardmäßig integriert. Eine sicherheitsgerichtete Ausführung mit zweikanalig sicheren Eingängen gemäß PLe nach EN ISO 13849-1 und SIL3 nach EN 62061 ergänzt die Standardversionen mit verschiedenen E/A-Konfigurationen. So lassen sich die in regelmäßigen Abständen an der Förderstrecke vorgeschriebenen Not-Halt-Taster ebenso über AS-i an die Steuerung anbinden wie Leuchttaster oder zusätzliche Prozess-Sensoren. Und natürlich passt auch der neue aktive Verteiler, wie sollte es anders sein, in den Kabelkanal. Dadurch ist es dem Maschinenbauer möglich, neben der vereinfachten Modularität auch eine aufgeräumte, saubere Optik der Förderanlage insgesamt zu erreichen.

Allerdings: Das Portfolio von Bihl+Wiedemann endet nicht am Kabelkanal. Es umfasst auch die Gateways für die Weitergabe der entlang der Förderstrecke eingesammelten Signale an die zentrale Steuerung. Vom günstigen Einstiegsmodell bis zu einem Gateway mit zwei AS-i-Mastern und sicherer Kleinsteuerung integriert bietet der Mannheimer Hersteller ein breites Programm. Alle Gateways sind mit unterschiedlichen Feldbus- oder Netzwerk-Schnittstellen verfügbar. Wer seine Förderstrecke also für einen Kunden an eine Siemens-Steuerung, für den nächsten aber an eine Rockwell-SPS anbinden will, der kann die Installation unten gleich belassen, er tauscht einfach das Gateway aus. Praktisch – aber das ist Stoff für eine weitere Geschichte.

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