Festo Motion Terminal VTEM. Bild: Festo

Mit dem Zuschalten neuer Funktionen über Apps können Maschinenentwickler einen Basis-Maschinentyp erstellen und diese Maschine mit unterschiedlichen Ausprägungen je nach Kundenwunsch ausstatten. Bild: Festo

Das Festo Motion Terminal ist eine programmierbare Plattform für eine hochflexible und adaptive Automatisierung mit digitalisierter Pneumatik. Unterschiedlichste Ventilfunktionen lassen sich flexibel programmieren und über Motion Apps ansteuern. Projektleiterin Dr. Julia Duwe, Head of Future Motion Solutions Management bei Festo, erläutert: „Technologisch gesehen ist diese völlig neuartige Plattform eine Verschmelzung von Mechanik, Elektronik, Regelungstechnik und Software. Der Kunde hat durch Auswahl verschiedener Motion Apps sowohl die Möglichkeit, den Zustand seiner Anlage in Echtzeit zu erfassen, als auch die Funktionalität zu verändern und sich somit flexibel auf die Wünsche seiner Kunden einzustellen." Soll die Anlage an Kundenwünsche angepasst werden, entfallen für den Maschinenbauer aufwendige Hardwareänderungen vieler einzelner Komponenten – das beschleunigt die Lieferzeit. Neue Funktionen werden schnell und intuitiv auf dem Festo Motion Terminal programmiert.

Motion Apps

Auf dem Festo Motion Terminal können Anwender bis zu 16 schnelle analoge oder digitale Eingänge für Regelungsanwendungen wie zum Beispiel Soft Stop auswählen. Bild: Festo
Auf dem Festo Motion Terminal können Anwender bis zu 16 schnelle analoge oder digitale Eingänge für Regelungsanwendungen wie zum Beispiel Soft Stop auswählen. Bild: Festo

Piezotechnologie, integrierte Hub- und Drucksensorik, gepaart mit der Ansteuerung über so genannte Motion Apps, sollen Maschinen- und Anlagenbauern ganz neue Perspektiven eröffnen. Zum Start des Festo Motion Terminals stehen zehn Funktionen über Motion Apps zur Verfügung: von der einfachen Änderung der Wegeventilfunktionen bis zu energieeffizienten Bewegungen, vom proportionalen Verhalten bis hin zur Diagnose-Leckage. Das Besondere dabei: Alles funktioniert mit einer identischen Ventilhardware.

Durch schnelles Zuschalten neuer Funktionen über Apps können Maschinenentwickler so nun einen Basis-Maschinentyp erstellen und je nach Auswahl der Apps diese Maschine mit unterschiedlichen Funktionen und Ausprägungen je nach Kundenwunsch ausstatten. Weitere Apps sind in Vorbereitung. Die Funktionszuweisung per Software bringt noch weitere Vorteile: Manipulationssicherheit und Know-how-Schutz, denn von außen ist den Ventilen nicht anzusehen, welche Funktionen sie ausführen. Außerdem vereinfacht sich das Thema Wartung, da lange Ersatz- und Verschleißteillisten obsolet werden.

Energieeffizient und kostengünstig

Für Energieeinsparungen im Applikationsbetrieb sorgen die speziell entwickelten Motion Apps sowie die Diagnosefunktion für die Applikationsleckage. Aber auch die energie-sparende Piezo-Technologie für die proportionale Ventilvorstufe trägt ihren Teil dazu bei.

Mit den Apps „Wählbares Druckniveau“ und „Eco-Fahrt“ lässt sich der Luftverbrauch flexibel an die Anforderungen anpassen. Dank wählbarem Druckniveau kann ein digital gewählter Druck die pneumatische Kraft auf das für die Applikation nötige Niveau begrenzen. Die Eco Fahrt senkt den Druckluftverbrauch auf das nötige Minimalniveau, sofern keine Press- und Haltekräfte in der Endlage benötigt werden. Abhängig von der Applikation sind so Einsparungen von bis zu 70 Prozent im Vergleich zum Standardbetrieb möglich.

Das Motion Terminal ermöglicht sowohl die schnelle und kraftvolle Bewegung als auch die Leckage-Prüfung zu deutlich niedrigeren Kosten gegenüber heutigen Lösungen, so das Unternehmen. Beispielsweise werden gegenüber elektrischen Lösungen weniger Controller benötigt, da beim VTEM ein Controller bis zu acht Bewegungen regeln kann. Aber auch der Stromverbrauch sinkt und der benötigte Einbauraum geht um bis zu 65 Prozent zurück.

Im Technologievergleich avancieren Lösungen mit dem Festo Motion Terminal auf diese Weise zu kostengünstigen Alternativen. So wird statt eines Ventils, eines Druckreglers und eines Drucksensors, also dreier Komponenten, nur noch eine einzige Technologie, ein Ventil, nötig. (Quelle: Presseunterlagen Festo)

Hintergrundinfo: Digitalisierte Pneumatik

Mit dem Festo Motion Terminal bringt Festo weltweit erstmals eine standardisierte Plattform auf den Markt, die durch die intelligente Fusion von Mechanik, Elektronik und Software zu einem cyber-physischen System zusammenwächst. Funktionen werden beim Festo Motion Terminal durch Programme in Form von Motion Apps umgesetzt. Dies geschieht über integrierte, flexible und programmierbare Prozessoren sowie smarte Aktorik innerhalb des Systems. Durch die Funktionsumsetzung per Software und die dezentrale Intelligenz gewinnt das System eine deutlich höhere Flexibilität gegenüber fest verdrahteten Hardwarefunktionen. Anpassungen können nun dezentral innerhalb des Systems getroffen werden. Das reduziert sowohl die erforderliche Bandbreite bei der Kommunikation als auch die Komplexität der Steuerung und Programmierung des Gesamtsystems. (Quelle: Festo)

Das Festo Motion Terminal im Video - Quelle: Festo