ke NEXT hakt nach

Felix Seibl ist Geschäftsführer des Fachbereichs Messtechnik und Prozessautomatisierung im ZVEI-Fachverband Automation. Thomas Holm, Key Account Manager bei Wago Kontakttechnik, ist Mitglied im ZVEI-Arbeitskreis Modulare Automation. ke NEXT hat bei beiden nachgefragt.


Welche Trends sehen Sie generell in der Prozessindustrie, bei denen die Automatisierung helfen kann?

Thomas Holm: Unternehmen der Prozessindustrie müssen die Zeit zwischen der Entwicklung einer Produktidee und dem marktfähigen Produkt verkürzen. Die Strukturierung von Produktionsanlagen in Module unterstützt dieses Ziel ebenso wie die integrierte Prozessentwicklung.

Felix Seibl: Nach ZVEI-Berechnungen können in den Maschinen und Anlagen der Industrie am Standort Deutschland, inklusive der kommunalen Produktions- und Entsorgungsunternehmen, bereits heute weitere zehn bis 25 Prozent Energieeinsparungen allein durch anforderungsgerechte Automationstechnologien erreicht werden. Somit ließen sich in der gesamten Industrie in Deutschland innerhalb eines Jahres sieben Milliarden Euro an Energiekosten oder 43 Millionen Tonnen an CO2-Äquivalenten einsparen. Die Prozessautomatisierung kann einen großen Beitrag beim Heben von Energieeffizienzpotenziale leisten.

Automation in der Prozessindustrie, Industrie 4.0 und das Internet der Dinge: Wie passt das zusammen?

Felix Seibl: Mit Industrie 4.0 wird die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie erhalten und gestärkt. Die Prozessindustrie ist dabei eine wichtige und starke Branche. Dabei unterstützen sie ZVEI und die Interessengemeinschaft Namur. Im Gegensatz zur Stückfertigung ist es nicht immer möglich, den Produkten der Prozessindustrie Intelligenz einzuhauchen. Aus diesem Grund muss die Intelligenz in die Verarbeitungsmaschine, also in das Modul.

Es wird beklagt, dass die Kommunikation der Module noch ungenügend sei. Was lässt sich das verbessern und wie kann das Projekt DIMA hierzu beitragen?

Thomas Holm: DIMA verfolgt den Ansatz, den zeitkritischen Engineering-Prozess zu Errichtung einer Anlage entscheidend zu verkürzen. Dies gelingt, indem man Komplexität aus den Auslegungs- und Entscheidungsprozessen des Anlagen-Engineerings entnimmt und durch vorgefertigte und wiederverwendbare Lösungen ersetzt, die sogenannten Module. Die Module müssen zuvor errichtet werden. Für die Integration der Module ist eine Fähigkeitsbeschreibung nötig. Im DIMA-Projekt wurde diese Fähigkeitsbeschreibung (Module Type Package – MTP) erstmalig entwickelt. Spezifizierung und Standardisierung erfolgen zusammen mit Namur und dem ZVEI.

Was haben Kunden und Lieferanten von der Vernetzung in der Prozessindustrie?

Felix Seibl: Durch Segmentierung des Angebotes, also die kundenindividuelle Produktentwicklung, kann ein Markt vielfach gewinnbringender bedient werden. Der Vorteil für Kunden: Die Mitglieder der Namur sprechen davon, dass sie beispielsweise mit Kosteneinsparungen bei Logistik und Energie von bis zu dreißig Prozent rechnen. Die Time-to-Market kann sogar bis zu fünfzig Prozent verkürzt werden.

Die Fragen stellte Michael Pyper, freier Autor für ke NEXT

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