Kombination von OPC UA und Open Safety

Mit der Kombination von OPC UA und Open Safety ermöglicht B&R die sichere Linienautomatisierung. (Bild: B&R)

Industrie 4.0 erfordert modulare und flexible Fertigungskonzepte. Während diese Konzepte auf funktionaler Steuerungsebene allmählich umgesetzt werden, schien es bisher unmöglich, auch die Sicherheitstechnik auf Linienebene entsprechend flexibel zu gestalten. Mit der Kombination von OPC UA und Open Safety will B&R das nun ändern und die sichere Linienautomation ermöglichen.

„Maschinen unterschiedlicher Hersteller zu einem Sicherheitsnetzwerk zusammenzuschließen ist prinzipiell möglich, erfordert aber viel Programmieraufwand direkt in der Maschinenhalle“, sagt Franz Kaufleitner, Produktmanager Integrated Safety bei B&R. Wenn während des Betriebes an den Maschinen etwas verändert wird, Maschinen entfernt werden oder neue hinzukommen, müsste jedes Mal die Sicherheitstechnik neu programmiert und überprüft werden. „Das ist in der Realität nicht umsetzbar“, so Kaufleitner.

Hohe Flexibilität gefordert

Franz Kaufleitner, Produktmanager Integrated Safety bei B&R
„Sogar sich selbst validierende Maschinenlinien sind denkbar“, so Franz Kaufleitner. Bild B&R

Daher entwickelt B&R ein Konzept, das völlig neue sicherheitstechnische Lösungen ermöglichen wird: sich selbst organisierende Sicherheitsnetzwerke auf der Basis von OPC UA und dem quelloffenen Sicherheitsprotokoll Open Safety . Mit dieser Technologie wird es möglich sein, Maschinenteile oder ganze Maschinen aus dem Maschinennetzwerk zu entfernen oder zu ergänzen, ohne dass die Sicherheitstechnik neu programmiert werden muss. „Sogar sich selbst validierende Maschinenlinien sind denkbar“, sagt Kaufleitner. Damit das Sicherheitsnetzwerk sich selbst organisieren kann und gleichzeitig alle Anforderungen an Security und Safety erfüllt werden, ist eine Reihe von Vorkehrungen notwendig. „Dabei nutzen wir die jeweiligen Vorteile von OPC UA und Open Safety optimal aus.“

Wird ein neues Gerät – also eine Maschine, ein Maschinenteil oder auch ein Roboter – an ein Maschinennetzwerk angeschlossen, kommt zuerst OPC UA ins Spiel. Mit Hilfe der OPC-UA-Security-Mechanismen wird eine sichere Verbindung hergestellt. Das neue Gerät sucht nach weiteren Servern, die Safety-Funktionen anbieten. Zum Einsatz kommen dabei die OPC-UA-Mechanismen Discovery und Server Capability. Anschließend wird mit den OPC-UA-Browsing-Services festgestellt, welche Funktionen mit welchen Attributen diese Server anbieten. Auf diese Weise erlangt jeder OPC-UA-Server ein vollständiges Bild des Netzwerkes, ohne dass eine einzige Zeile Code programmiert werden muss. „Dieses Vorgehen lässt sich bereits jetzt mit OPC UA umsetzen“, erklärt Kaufleitner.

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