Wie genau sind Sie mit B&R verbandelt?
B&R ist gegenwärtig der Steuerungslieferant für unsere Roboter. Daher lag die Überlegung nahe, eine Integration des Roboters in die Anlagensteuerung zusammen mit B&R als Partner zu vollziehen. Diese Portfoliokooperation läuft unter dem Schlagwort Open-Robotics. Das hat die Überlegung herbeigeführt, dass wir mit B&R eine Vertriebskooperation eingehen.

Wie bereits erwähnt, waren wir in der Vergangenheit verstärkt auf Inhouse-Projekte ausgerichtet, fangen jetzt aber an, ein flächendeckendes Vertriebsnetz aufzubauen. Die Vertriebskooperation mit B&R bietet uns da einen zusätzlichen Boost. Das Einzigartige an Open-Robotics ist, dass wir es schaffen, den Roboterschrank zu eliminieren. B&R-Equipment wird direkt mit dem Roboter verschaltet. Natürlich ist es aber auch möglich, den Roboterarm integriert mit anderen Automatisierungstechnikherstellern anzubieten, zum Beispiel in Kürze mit der Firma Rockwell Automation einen Palettierungsroboter geben, der direkt in die Rockwell-Welt integriert ist.

Amico von Comau, Bild: Comau
Innovativ und stylisch: Auf der EMO Milano 2015 stellte Comau Amico vor, Prototyp eines Dual-Arm-Roboters basierend auf dem Racer 3. Bild: Comau

Was steckt dahinter, dass sich Comau mehr in Richtung General Industry bewegt?
Dahinter steckt, dass der Markt außerhalb der Automobilindustrie gerade stark wächst. Natürlich werden wir trotzdem unserem Heimathafen Automotive treu bleiben – da haben wir einfach das Know-How. Wir betreten jetzt aber auch andere Märkte – solche, in denen die Profitabilität recht hoch ist. Im Automotive-Bereich herrscht einfach ein ziemlich starker Wettbewerb. Dort könnten die Karten wieder neu gemischt werden, wenn neue Fertigungskonzepte, zum Beispiel Mensch-Roboter-Kollaborationen oder Integration in die Anlagensteuerung kommen. Ohne eine Differenzierung sehe ich wenig Mehrwert darin, etablierte Lieferanten bei großen Automotive Accounts anzugreifen. Und daher fokussieren wir uns jetzt mit neuem Portfolio auf die gerade entstehenden Märkte.

Was sind da die Trends?
Ich denke, dass das Thema integriertes Machine Tending ein starker Trend wird, sprich: Roboter werden immer mehr in Fertigungszentren oder Handlingsapplikationen integriert – das kann in der Sortierung oder Palettierung sein – also eigentlich überall dort, wo Produkte mit hoher Geschwindigkeit und Präzision von A nach B bewegt werden müssen oder der Roboter den Menschen bei Montagearbeiten unterstützt.

In welchen Regionen spüren Sie verstärktes Wachstum für die Robotik?
Das Wachstum ist in China sehr stark. Jedoch muss ich auch feststellen, dass die Türkei und Polen große Potenziale bieten. Wir haben zum Beispiel vor einem Jahr ein neues Vertriebsoffice in der Türkei eröffnet. Hier sehen wir, dass das ein Markt ist, der jetzt mit der Robotik loslegt. Genauso in Polen: Wir sind als Comau Robotics Nummer Drei in Polen. Die Wachstumsraten in diesen Ländern ziehen gerade an und wir verkaufen dort aktuell deutlich mehr Roboter als noch ein Jahr zuvor.

Technik im Detail: Das Open-Robotics-Konzept

Mit Open Robotics können Roboter von Comau von nun an vollständig und nahtlos in Maschinen und Fertigungsanlagen integriert werden, die mit Automatisierungskomponenten von B&R ausgerüstet sind. Das Konzept ermöglicht ein hohes Niveau an Benutzerfreundlichkeit, Leistung und Präzision, das mit den konventionellen, umständlichen Schnittstellen zwischen Roboter- und Maschinensteuerung undenkbar wäre.
„Ursprünglich hatten wir die Zusammenarbeit mit B&R aufgenommen, um unsere aktuelle Steuerung der fünften Generation, die C5G, zu entwickeln, auf der eine Comau-spezifische Software läuft“, erklärt Tobias Daniel, Head of Sales, Marketing and Service bei Comau Robotics. „Der Markt verlangte allerdings auch automatisierte Systeme, in denen Roboter und Maschinen eine gemeinsame Steuerung nutzen können, anstatt getrennte Geräte mit unterschiedlicher Software einzusetzen, die über einen Feldbus oder eine Kabelverbindung kommunizieren. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, das Open-Robotics-Projekt in die Wege zu leiten. Jetzt bieten wir einen einzigartigen Ansatz an: Unsere Kunden wählen einen Standard-Roboter von Comau und die Automatisierungstechnik einschließlich Software von B&R. Die Komponenten ergänzen sich perfekt und es werden keine zusätzlichen Schnittstellen zwischen Roboter und Maschinensteuerung benötigt.“

Vollständige Integration
„Open Robotics verwendet ein gemeinsames Steuerungssystem für die Verwaltung von Maschinen und Robotern in einer Produktionslinie“, erklärt Walter Burgstaller, Sales Director - Europe bei B&R. „So können wir die Effizienz der Anlage deutlich steigern, da Maschinen und Roboter im gleichen Projekt perfekt integriert sind und von einer gemeinsamen Steuerung verwaltet werden. Diese Synchronisierung erhöht die Reaktionsgeschwindigkeit der Maschinen und verbessert ihre Leistung. Die Integration umfasst sogar die Sicherheitstechnik – ein gemeinsames Safe-Motion-System überwacht die Achsen von Maschine und Roboter. Dadurch kann der Sicherheitsabstand reduziert werden, was große Vorteile in Bezug auf die benötigte Standfläche bietet. Somit profitieren nicht nur Hersteller von den operativen Vorteilen von Open Robotics, sondern auch die Betreiber von automatisierten Maschinen.“

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