CQ12, Bild: Ilme

Mit 12 Kontakten bietet der CQ12 eine besondere Packungsdichte bei hoher Spannungsfestigkeit und eignet sich somit für den Bereich Automation und Drives. Bild: Ilme

Schauplatz Wiehl: Eine Kleinstadt im Oberbergischen Land, verkehrsgünstig in der Nähe der rheinischen Großstädte gelegen. Gute Infrastruktur, florierendes Gewerbe, ringsum grüne Hügel und als Attraktion für Wochenendausflügler eine Tropfsteinhöhle.

„Unsere Arbeitsweise ist vom ständigen Austausch mit Anwendern über deren technische Erfordernisse geprägt.“

Marc Thiedecke, Ilme

Wenn mehr als 200 geladene Gäste aus aller Welt ihre Koffer packen und sich auf die Reise nach Wiehl begeben, so muss dies einen besonderen Grund haben. Diesen Anlass bot die Firma Ilme im vergangenen Sommer, als sie im Rahmen einer Jubiläumsfeier auf ihr 25jähriges Wirken am deutschen Markt zurückblickte. 1993, im Gründungsjahr der deutschen Ilme GmbH, konnte die Muttergesellschaft Ilme S.p.A. in Mailand bereits 55 Jahre Erfahrung in der Entwicklung und Herstellung elektrotechnischer Produkte vorweisen. Schwere Industriesteckverbinder wurden in Mailand seit Mitte der Sechzigerjahre gefertigt und gehörten vor allem in Südeuropa zum Standardequipment des dortigen Maschinenbaus.

Schaltschranksystem COB, Bild: Ilme
Horizontal oder vertikal auf der Hutschiene befestigt, bietet das Ilme-Schaltschranksystem COB eine platzsparende und funktionelle Steckverbindung, die den Aufwand für die Inbetriebnahme deutlich minimiert. Der integrierte Schwenkmechanismus ermöglicht Messungen oder Umverdrahtungen auch im eingebauten Zustand. Bild: Ilme

Mit einer Ausweitung der Vertriebsaktivitäten nach Deutschland ließ sich das Mailänder Unternehmen indes bewusst Zeit. Der deutsche Maschinenbau galt seit jeher als besonders anspruchsvoll. Als einziger nicht-deutscher Hersteller von Industriesteckverbindern war es daher geboten, in Deutschland nicht nur ein qualitativ gleichwertiges Produkt anzubieten, sondern sich in wichtigen Details von den Standards der nördlich der Alpen bekannten und verwendeten Bauteile zu unterscheiden. Marc Thiedecke, deutscher Ilme-Geschäftsführer seit der Gründung im Jahre 1993, macht deutlich: „Die Strategie von Ilme hat sich als richtig erwiesen. Die hohe Qualität unserer Steckverbinder, vor allem aber deren damalige Alleinstellungsmerkmale wie Edelstahlbügel mit Federn und Rollen oder Profilkragendichtungen der Anbaugehäuse führten von Beginn an zu einer raschen Akzeptanz unserer Produkte bei den Anwendern und Entwicklern im deutschen Maschinenbau.“

Höhere Formstabilität und Korrosionsbeständigkeit der Verschlussbügel sowie leichtgängiges, verletzungssicheres Öffnen und Verschließen war ebenso ein überzeugendes Detail wie die profilierten Flanschdichtungen, die die Montage vereinfachen und eine hervorragende Dichtigkeit bieten. Gleichwohl galt es für das Ilme-Team in Wiehl gerade in den ersten Jahren, viel Pionierarbeit zu leisten. „Eine wichtige Aufgabe bestand für uns darin, die Leistungen und Freigaben der Schlüsselindustrien, insbesondere der Automobilhersteller, zu erhalten,“ erläutert Thiedecke und ergänzt: „die Mitarbeiter in den zuständigen Abteilungen etwa bei Volkswagen, Daimler oder BMW begutachten neue Produkte akribisch und kommen für sich zu einem Urteil. Erfreulicherweise konnten wir mit unseren Produkten auch in diesen Fällen überzeugen.“

Die rasch wachsende Zahl der Kunden war Ergebnis eines ausgeprägt anwenderorientierten Produktmanagements. Mit einem „das können wir genauso“ hatte man sich im Mailänder Stammhaus nie begnügt. Vielmehr stand die Intention, den Steckverbinder im Sinne des Kunden zu optimieren und ihm damit einen zusätzlichen Nutzen zu bieten, im Vordergrund der Entwicklung. „Eine unserer Hauptaufgaben bestand – und besteht noch heute – darin, herauszufinden, wie aus Sicht der Techniker in der Praxis Steckverbinder idealerweise beschaffen sein müssen und mit welchen konstruktiven Lösungen wir diese Vorstellungen bedienen können,“ erklärt Patrick Rieckhoff, der technische Leiter bei Ilme, „unsere Produktideen resultieren sehr häufig aus intensiven Gesprächen mit Anwendern in allen Branchen. Dieser ständige Dialog ist für uns immens wichtig, denn er gibt uns die Möglichkeit, Bestehendes immer wieder zu hinterfragen und, soweit sinnvoll, zu verbessern oder Neues zu entwickeln.“

Eine Reihe von Nischenprodukten für sehr spezielle Applikationen sind auf diese Weise entstanden. So etwa Steckverbindergehäuse für den Einsatz in besonders rauem und aggressivem Umfeld, Steckverbinder für Umgebungstemperaturen bis 180° C oder die Gehäuseserie Hygienic, die gegen Reinigungs- und Desinfektionsmittel beständig und daher für die Lebensmittelindustrie geeignet ist. Gleichzeitig wurden in den zurückliegenden Jahren zahlreiche Ideen umgesetzt, die seither die Montage der Steckverbinder an der Werkbank vereinfachen oder die sich im laufenden Betrieb einer Anlage als vorteilhaft erweisen. So wartet das von ILME entwickelte Schaltschrankeinbausystem COB mit einem Kippmechanismus auf, der Messungen und Umverdrahtungen im eingebauten Zustand ermöglicht. Mit der damaligen Marktneuheit CQ 12 – kleiner Motorstecker schaffte der Hersteller die Voraussetzung für einen kompakten und damit hocheffizienten Anschluss von Motoren bis 5,5 kW. „Unser Bestreben ist es, mit einem neuen Produkt sowohl Handlingsvorteile als auch applikationsbezogene Verbesserungen aufzuzeigen,“ unterstreicht Patrick Rieckhoff „damit überzeugen wir die Konstrukteure einer maschinellen Anlage ebenso wie ihre Technikerkollegen in der Werkstatt.“ Die Schnellanschlusstechnik Squich mag hierfür als gutes Beispiel dienen: mit ihr lässt sich die Verdrahtungszeit um mehr als 50 Prozent reduzieren und eine vibrationsfeste Verbindung herstellen. Das verringert die Arbeitszeiten deutlich und sorgt für mehr Sicherheit und Zuverlässigkeit im laufenden Anlagenbetrieb.

„Unsere Arbeitsweise der vergangenen 25 Jahre war vor allem vom ständigen Austausch mit Anwendern über deren technische Erfordernisse geprägt,“ resümiert Marc Thiedecke „dies hat unseren Kunden genützt und Ilme nach vorne gebracht. In diesem Sinne werden wir weitermachen.“ wk

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