Marinebedrijf Koninklijke Marine ist ein niederländisches Unternehmen, das mit der Wartung sämtlicher Schiffe, Boote und U-Boote der Königlich Niederländischen Marine sowie der M-Klasse-Fregatten der Belgischen Marine betraut ist. Darüber hinaus baut der Betrieb neue Teile für diese Schiffe und nimmt Modifikationen an sämtlichen Teilen vor – vom Rumpf über die Waffensysteme bis hin zu den Motoren.

Zu diesem Zweck setzt das Unternehmen die 3D-Scanner Artec Eva and Spider ein. „Der Einsatz von 3D-Scannern wird immer wichtiger, da alle Marineschiffe regelmäßig zur Wartung bei uns einlaufen“, erläutert Ben Jansen, CNC-Koordinator von Marinebedrijf Koninklijke Marine. „Sehr oft haben wir weder Zeichnungen noch 3D-CAD-Dateien der Teile, die repariert oder für bereits vorhandene Systeme neu gebaut werden müssen.”

Sind keine 3D-Daten oder Zeichnungen der Schiffsteile vorhanden, erstellt Marinebedrijf Koninklijke Marine mit den Scannern ein 3D-Bild des Objekts und rekonstruiert dieses anhand des Scans. Anschließend wird das Teil mithilfe von 3D-Druck-, 3- oder 5-Achs-Fräs- oder 3D-Schweißtechniken nachgebaut.

„Wir können jetzt viel schneller und präziser arbeiten", berichtet Ben Jansen. „Da wir über vollständige 3D-Modelle verfügen, liegen uns nun die korrekten Abmessungen für jedes Objekt vor. Der Arbeitsvorgang wird damit sehr viel schneller und effizienter, sodass wir bei diesen Projekten eine Menge Geld sparen.”

Das Team von Ben Jansen muss seine Messungen nun nicht mehr mit Maßbändern und anderen Hilfsmitteln durchführen. Diese Methode war zeitaufwendig und lieferte nicht immer exakte Ergebnisse. „Mit der alten Methode kam es auch öfter vor, dass bestimmte Messungen vergessen wurden. Dann mussten wir wieder zum Schiff zurück. Diese Zeiten sind jetzt vorbei”, stellt er fest.

Die Scanner werden für die verschiedensten Schiffe eingesetzt, wie beispielsweise für den „Grünen Drachen” (De Groene Draeck), die Jacht der ehemaligen niederländischen Königin. Von diesem Schiff gibt es kaum Zeichnungen; doch das, was da ist, kann nun eingescannt werden. Anschließend bearbeitet das Team das digitale 3D-Modell und repariert beispielsweise Brüche, ersetzt fehlende Teile und fräst neue Teile aus, um das Boot wieder in einen perfekten Zustand zu versetzen.

„Mit der 3D-Scantechnik sind wir effizienter und schneller. Und wir können jetzt natürlich Teile nachkonstruieren, die wir früher gar nicht oder nur in einem sehr langwierigen, mühsamen Prozess bauen konnten”, so Ben Jansen.

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