Strömungssimulation des Brennkammertestfalls in Record, Bild: TU München

Strömungssimulation des Brennkammertestfalls im EU-Projekt Record. Bild: TU München

In umfangreichen Tests gingen die Forscher auf die Suche nach Antworten auf die Fragen: Wie und wo genau entsteht der Lärm in Flugzeugtriebwerken? Wie verändern sich Lärmquellen bei bestimmten Umbauten an Triebwerksbauteilen? Das Ergebnis: Ein neues Modell für die Konzeption von leiseren Triebwerken.

Turbinenstufem Bild: PoliMi Mailand
Mit dem entwickelten Modell lassen sich die Prozesse bei der Entstehung von Kerntriebwerksschall genau aufzeigen. Bild: PoliMi Mailand

Fluglärm kann sehr unterschiedliche Gründe haben. Wo der Lärm aber genau entsteht und wie dieser vermindert werden kann, beschäftigt Techniker und Wissenschaftler seitdem es Flugzeuge mit Gasturbinen gibt. "Uns haben besonders die Prozesse zwischen der Turbine und der Brennkammer interessiert", erklärt Dr. Friedrich Bake vom DLR-Institut für Antriebstechnik.

"Dazu haben wir verschiedene Experimente entworfen und an den jeweils am besten geeigneten Prüfständen im In- und Ausland getestet." Den Triebwerksakustik-Forschern ist es dabei erstmals gelungen, die Physik hinter dem sogenannten Kerntriebwerksschall (englisch: "Core Noise") zu vermessen und in einem numerischen Modell darzustellen.

Mit dem entwickelten Modell lassen sich die Prozesse bei der Entstehung von Kerntriebwerksschall genau aufzeigen. Das bedeutet nicht nur ein allgemein besseres Verständnis von Lärmentstehung, sondern ermöglicht nun auch das Design von leiseren und umweltfreundlicheren Triebwerken.

EU-Projekt Record, Bild: CNRS Paris
Aufbau des Versuchsbrennkammer im EU-Projekt Record. Bild: CNRS Paris

In speziellen Tests an verschiedenen Forschungsstandorten Europas wurde es geprüft und validiert. "Die Messergebnisse werden in einer Datenbank der weltweiten Forschungsgemeinschaft zur Verfügung gestellt", erzählt Dr. Bake. "So können unsere Forschungen auch in neuen Projekten oder Anwendungsstudien zum Einsatz kommen." Das DLR koordinierte die Arbeiten im Rahmen des EU-Projekts Record zusammen mit 18 europäischen Partnern.