| von Julia Lansen

Autonomer Lagerhelfer

Es scheint kein Zufall, dass sich Still für die Präsentation des iGo neo CX 20 Stuttgart als Veranstaltungsort ausgesucht hat. Zum einen findet hier natürlich vom 8. bis 11. März 2016 die Logimat statt und der Intralogistikspezialist ist Aussteller (Halle 8/Stand B41). Zum anderen ist Stuttgart aber auch eine Symbolstadt für das autonome Fahren in Deutschland. Es ist zwar in Deutschland noch nicht erlaubt, doch Testfahrten hat es bereits gegeben. Am 2. Oktober 2015 lies Mercedes ein selbstfahrender Lastkraftwagen, den Actros Future Truck weitgehend automatisch die Autobahn 8 bei Stuttgart befahren. Und um autonomes Fahren geht es auch bei der neuen Kommissionierlösung von Still.

Er interagiert mit dem Bediener wie ein Teamkollege und folgt diesem während des Kommissionierens auf Schritt und Tritt. Der Bediener kann sich somit ganz auf die Kommissionierung konzentrieren und ungehindert arbeiten. In Feldtests hat sich gezeigt, dass der autonome Helfer für eine Zeitersparnis von bis zu 30 Prozent sorgt und das bei einer deutlich höheren Pickleistung, da das zeitaufwendige Auf- und Absteigen vom Fahrzeug entfällt.

Basis für den iGo neo CX 20 ist der bereits in vielen Einsätzen bewährte Kommissionierer CX 20 mit einer Tragfähigkeit von zwei Tonnen. Diesem Kommissionierfahrzeug haben die Ingenieure des Unternehmens nun mithilfe intelligenter Robotertechnologie kognitive Fähigkeiten eingehaucht. Das intelligente Fahrzeug passt sich dem Arbeitsrhythmus des Bedieners an. Es lässt ihm stets den Vortritt – hält aber gebührenden Sicherheitsabstand, so dass sich dieser frei um das Gerät bewegen kann. Als intelligenter Verkehrsteilnehmer reiht sich das autonom im Lager agierende Flurförderzeug unabhängig von individuellen örtlichen Gegebenheiten in den aktuellen Materialfluss ein. Es beachtet an Kreuzungen, bei Hindernissen oder gegenüber anderen Flurförderzeugen die Verkehrsregeln, so dass zum ersten Mal eine sichere Stausituation von autonomen und konventionellen Flurförderzeugen realisierbar ist.

Wie ist das alles möglich?

Möglich wird dieses interaktive Zusammenspiel von Mensch und Maschine durch das integrierte Motion Tracking System, dessen sensorgestütztes Sichtfeld dem Fahrzeug ermöglicht, permanent im 360°-Modus auf seine Umgebung zu reagieren. Es sorgt dafür, dass das Flurförderzeug die Absichten des Bedieners anhand seiner Bewegungen erkennt und mit diesem interagieren kann. Mit der lasergestützten Umgebungserkennung kann der iGo neo CX 20 die gesamte Lagertopologie wahrnehmen und neben Regalen oder Hindernissen den Bediener und andere Personen erkennen.

Die an der unteren Frontseite des Fahrzeugs integrierte Personenschutzanlage (PSA) garantiert dabei, dass sowohl Umgebung als auch Personen im Umfeld des Fahrzeugs umfassend geschützt sind. Die 180°-Panoramaerkennung des integrierten Laserscanners stellt ein vorausschauendes Fahren sicher und damit ein frühzeitiges Erkennen und intelligentes Einschätzen von Hindernissen mit einem angepassten und sanften Fahrverhalten. Beschädigungen, der auf den Gabeln befindlichen Gebinde, durch spontane Vollbremsungen werden hierdurch verhindert. 84.000 Mal pro Sekunde wird die Umgebungssituation von den Scannern aufgenommenen und die aktuelle Lagertopologie vom Rechner in Echtzeit interpretiert und verwertet. Das Fahrzeug kann auf eine Art Kurzzeitgedächtnis zurückgreifen, mithilfe dessen es sich merkt, welche Hindernisse es passiert hat. Es unterscheidet dabei zwischen statischen und dynamischen Hindernissen. Erhältlich ist das System ab Juli 2016.