Kleine Windanlagen

Kleine Windanlagen haben Vorteile und werden verstärkt eingesetzt

Es gehört mancherorts fast schon zum guten Ton eine eigenen Windkraftanlage hinter dem Haus zu haben und seinen eigen Strom zu produzieren.

VENCO Twister Gesinnung zeigen ist in diesem Zusammenhang das Motto. Doch ganz so einfach ist es nicht. Das zeigte jedenfalls eine zweitägige Fachveranstaltung des Bundesverbands Windenergie (BWE), die Anfang Dezember in Hannover stattfand. Es waren nicht nur die Vorträge, die intensiv diskutiert wurden.

Mindestens ebenso nachhaltig waren die Gespräche, die am Rande der Veranstaltung zwischen Referenten und Teilnehmern geführt wurden. Um ein erstes Ergebnis der Veranstaltung auf einen Nenner zu bringen kann festgestellt werden: Der Markt für kleine WKA ist in Bewegung.

19 000 Anlagen bis 100 Kilowatt

Weltweit wurden 2008 19 000 Anlagen bis 100 Kilowatt neu installiert, was einer Gesamtleistung von 38,7 Megawatt und einem Zuwachs von rund 53 Prozent entspricht. Neben dem Bundesverband Windenergie mit Sitz in Berlin hat sich inzwischen ein anderer Verband im Schleswig-Holsteinischen Ihlow etabliert.

Ende Januar 2009 bildete sich aus einer Gruppe Hersteller und Betreiber kleiner WKA der Bundesverband Kleinwindanlagen, um sozusagen als weitere Kraft für kleine Windenergieanlagen zu kämpfen. Ziel dieses Verbandes ist die Voraussetzungen für die Verbreitung der kleinerer WKA zu verbessern und einheitliche politische Bedingungen zu schaffen.

Das jedoch wird nach dem heutigen Stand nicht einfach sein. Denn um überhaupt die Akzeptanz der kleinen WKA zu erhalten, müssen bestehende Rechtsunsicherheiten abgebaut und die Genehmigungsverfahren wesentlich erleichtert werden.

Steiniger Weg

Windkraftanlagen

Was in Nordamerika, Australien oder auch in Großbritannien schon längst zum Alltag gehört ist bei uns in Deutschland noch die Ausnahme. Der Weg zum breiten Einsatz von kleinen Windkraftanlagen ist bei uns noch sehr steinig.

Obwohl immer mehr private und gewerbliche Verbraucher kleine Windkraftanlagen zur anteiligen Deckung ihres Energiebedarfes nutzen wollen, wird es nicht ganz einfach sein, zum Prosumenten zu werden.

Zur Erklärung: Prosumenten sind Marktteilnehmer die gleichzeitig Produzenten und Konsumenten sind. Immer die richtige Anwendung zu finden ist für denjenigen, der sich noch nicht sonderlich tief in die Materie eingearbeitet hat nicht immer ganz leicht.

Technische Möglichkeiten zur Nutzung von Kleinwindanlagen sind jedoch vorhanden: Da ist jegliche Hilfestellung sinnvoll und willkommen, um das beste aus der Idee zu machen die Windkraft auch im kleineren Maßstab zu nutzen.

In Deutschland ist es in der Regel sinnvoll, das Windrad direkt an den vorhandenen Hausanschluss zu koppeln, ohne den Strom in einer Batterie zwischenzuspeichern. Überschüssige Energie wird dann in das Netz eingespeist und über das EEG vergütet.

Die Einspeisetarife wurden allerdings an die Gegebenheiten der größeren Windkraftanlagen angepasst, sodass es unter diesen Umständen finanziell reizvoller ist, den Strom direkt zu verbrauchen.

Denn die Kosten von großen WEA betragen pro Kilowatt installierter Leistung derzeit durchschnittlich nur ein Viertel bis ein Fünftel der  Kosten von kWEA, und erbringen so durch ihre Dimension, Aufstellungsort und Höhe deutlich höhere Erträge.

Deshalb sind dort Stromgestehungskosten von unter zehn Cent pro Kilowattstunde ohne weiteres möglich. Daher ist es für den Einsatz von kWEA notwendig, dass diese nicht in Konkurrenz zu großen WEA treten müssen.

Von den Verbänden wird deshalb die Forderung erhoben, eine verstärkte und zugleich gezielte Förderung zu beschließen, um die gesammelten Erfahrungen der kleinen Windkraft zu bündeln und somit die Technologie mit hohen Qualitätsstandards zur Marktreife zu entwickeln.

Windheizung als Eigenverbrauch

Windrad

Über einen Lastwiderstand kann der Windstrom auch zur elektrischen Warmwasserbereitung verwendet werden. Ökologisch, aber auch finanziell steht diese Option jedoch nicht ganz so gut da wie der eigene Verbrauch oder die Einspeisung. Zudem ist die  technische Realisierung nicht ganz einfach, besonders dann wenn Einspeisung und Windheizung gleichzeitig realisiert werden sollen.

Im Hinblick auf zukünftig mögliche Überlastungen im Niederspannungs- und Verteilnetzbereich wird diese Option für den Lastausgleich jedoch interessant. Zu dieser Thematik gibt es bereits ein fertiges Produkt am Markt. Es ist die Antaris-Windheizng der Firma Braun-Windturbinen aus Nauroth im Westerwald.

Diese Windheizung wird bereits im Leistungsbereich von 3,5 Kilowatt (maximal 6,5 Kilowatt), alternativ 5,5 Kilowatt (maximal 11,5 Kilowatt) angeboten. Kern der notwendigen Steuerung  ist eine Regel-elektronik mit Wind-Kennlinienführung.

Dies ermöglicht der Antaris 3,5 beziehungsweise 5,5 Kilowatt einen lastfreien Anlauf mit einem fließenden Übergang, hin zum optimalen Drehzahlbereich, um die größtmögliche Heizleistung zu erzielen.

Für einen einwandfreien Betrieb der Steuerung ist eine Heizpatrone mit der doppelten Nennleistung des Generators (3,5 Kilowatt) vorzusehen, da sonst die Spannung nicht gehalten werden kann.

Die 6-Kilowatt-Heizpatrone wird in einen Wasser-Pufferspeicher eingeschraubt, wobei die erhöhte Heizleistung als zusätzliche Sturmsicherung neben der Helikoptersicherung dient.

Im Gegensatz zu einer thermischen Solaranlage erntet die Antaris-Anlage gerade in der kalten und windigen Jahreszeit die meiste Energie. Genau dann wenn sie auch benötigt wird! Aber auch eine Kombination als Hybridanlage beider Systeme ist durchaus sinnvoll.