Die offizielle Einweihung des Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies

Die offizielle Einweihung des Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET) in Santiago de Chile (v.l.n.r): Dr. Andreas Häberle – Leiter des FCR-CSET, Alfonso Gómez – Executive President PUC Innovation Center, Prof. Dr. Eicke R. Weber – Leiter des Fraunhofer ISE, Jimena Jara – chilenische Vizeministerin für Energie, Marcela Angulo – Director of Innovation Capacities CORFO, Dr. Christian Gayoso – Leiter des Wirtschaftsreferats der Deutschen Botschaft und Wolfgang Schuch – Executive Director Fraunhofer Chile Research. Foto: Fraunhofer Chile

Die Fraunhofer-Gesellschaft investiert in ein Solarforschungszentrum in Südamerika. Ziel des von der Fraunhofer Chile Research Foundation neu gegründeten Fraunhofer Center for Solar Energy Technologies in Santiago de Chile ist es, das Potenzial des sonnenreichen Landes stärker zu nutzen und die Abhängigkeit von fossilen Energiequellen zu reduzieren. Hierfür sollen vor allem solarthermische und photovoltaische Technologien und Anwendungen mit Partnern aus Forschung
und Industrie weiterentwickelt und vor Ort implementiert werden. Wissenschaftler des Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET), des
Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und der Pontificia Universidad Católica de Chile werden gemeinsam an der Gewinnung von Strom und Wärme aus Solarenergie forschen. Jetzt wurde das Forschungszentrum für Solarenergie in Anwesenheit der chilenischen Vizeministerin für Energie Jimena Jara offiziell eingeweiht.

Chile bietet ideale Bedingungen für die Solarforschung

Auf dem Campus der Pontificia Universidad Católica de Chile (PUC) fiel der Startschuss für das Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET). Die chilenische Vizeministerin für Energie Jimena Jara, der deutsche Botschafter in Chile Hans-Henning Blomeyer-Bartenstein, Sol Serrano, Vizerektorin an der Pontificia Universidad Católica de Chile, und der Leiter der chilenischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft CORFO Eduardo Bitran eröffneten gemeinsam das neu gegründete Forschungszentrum. »Wir freuen uns, die Aktivitäten des FCR-CSET zu unterstützen und wir werden seine Ergebnisse mit großem
Interesse verfolgen. Wir hoffen, dass dieses Forschungszentrum nicht nur die Entwicklung der erneuerbaren Energien in Chile vorantreibt, sondern auch einen Industriezweig entstehen lässt, der unser Land hin zu einer solaren Wirtschaft führen kann«, so die chilenische Vizeministerin für Energie Jimena Jara in ihrem Grußwort. Prof. Dr. Eicke R. Weber, Leiter des Fraunhofer ISE in Freiburg, sagte anlässlich der Eröffnung: »Chile bietet klimatisch ideale aber zugleich
herausfordernde Bedingungen für die Solarforschung. Unsere Absicht ist es, dieses Potenzial mit dem Know-how und dem Netzwerk aller Partner – besonders auch der Fraunhofer-Institute – zu kombinieren, um Photovoltaik und Solarthermie sowie weitere für die Transformation des Energiesystems erforderliche Technologien voranzutreiben und in Chile zum Einsatz zu bringen.«

Hohe Ansprüche an Beständigkeit von Materialien und Komponenten

Ziel des Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET) ist es, durch den Einsatz der umfangreichen Erfahrung des Fraunhofer ISE die Entwicklung einer nachhaltigen Solarwirtschaft in Chile zu unterstützen. Schwerpunktthemen am FCR-CSET werden die Gewinnung von Strom und Prozesswärme und deren Speicherung sowie die Aufbereitung von Wasser mit Hilfe von Solarenergie sein. Erste Projekte sind die Erfassung von zuverlässigen Strahlungsdaten für zukünftige Solarkraftwerke und das Monitoring einer solaren Prozesswärmeanlage in einem Weingut. »Chile ist aus mehreren Gründen ein interessanter Standort für Solarenergie«, so Dr. Andreas Häberle, Leiter des Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET). »Es ist weltweit das Land mit der höchsten direkten Sonneneinstrahlung. Gleichzeitig stellt das dortige Klima hohe Ansprüche an die Beständigkeit von Materialien und Komponenten.« In beiden Punkten verfügt das Fraunhofer ISE über umfangreiches Know-how. Die Wissenschaftler arbeiten seit vielen Jahren an solarthermischen und konzentrierenden Anwendungen. Außerdem testen sie Materialien und Komponenten unter extremen Witterungsbedingungen, um daraus zum Beispiel Verfahren für die Langzeitstabilität abzuleiten. »Wir können auf unsere Erfahrung in der internationalen Forschungs- und Entwicklungsarbeit aufbauen und so Synergien in der bilateralen Zusammenarbeit heben«, sagt Dr. Werner Platzer, Bereichsleiter Solarthermie und Optik am Fraunhofer ISE. »Unsere Aufgabe ist es, Lösungen, die sich unter ähnlichen Rahmenbedingungen bewährt haben, bestmöglich auf den Standort Chile zuzuschneiden und dabei von Beginn an Wissenschaft und Wirtschaft vor Ort einzubinden.« Am Vorabend der Eröffnung startete eine Workshop-Reihe des FCR-CSET zum Thema »Die Transformation unseres Energiesystems«, in der zukünftig etwa alle zwei Monate chilenische und internationale Experten spezielle Themen der Solartechnik diskutieren werden.

Engagement weiter ausgebaut

Mit dem Fraunhofer Chile Research Center for Solar Energy Technologies (FCR-CSET) baut die Fraunhofer-Gesellschaft ihr Engagement in Chile weiter aus. Im Januar 2011 hatte das Fraunhofer Chile Research Center for Systems Biotechnology (FCR-CSB) seine Forschungsarbeit aufgenommen. Beide Zentren wurden unter dem Dach der Fraunhofer Chile Research Foundation gegründet und von der chilenischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft CORFO unterstützt. Einer der wichtigsten akademischen Kooperationspartner und Gründungsmitglied des FCR-CSET ist die Pontificia Universidad Católica de Chile (PUC) mit ihren Fakultäten für Ingenieurswissenschaften, Chemie und Geographie. Wissenschaftler und Ingenieure der renommierten Universität werden im FCR-CSET arbeiten, die Labor- und Büroräume sind auf dem Campus der Hochschule angesiedelt.