Die ESO baut gerade das European Extremely Large Telescope, das größte Teleskop für sichtbares

Die ESO baut gerade das European Extremely Large Telescope, das größte Teleskop für sichtbares Licht und Infrarot der Welt.

Ein Blick in unendliche Weiten wagen. Mit dem European Extremely Large Telescope, kurz E-Elt, ist das ein Kinderspiel. Damit sollen hochrotverschobene Galaxien, Sternentstehungen, Exoplaneten und protoplanetare Scheiben erforscht werden.

Sie werden als Teleskop-Giganten bezeichnet. Die extrem großen Teleskope erlauben detaillierte Untersuchungen in aktuellen Forschungsfeldern wie zum Beispiel Planten um andere Sterne, die ersten Objekte im Universum, supermassereiche Schwarze Löcher oder die Natur und Verteilung der Dunklen Materie und der Dunklen Energie, die unser Universum dominieren.

Zusammen mit der Europäischen Union hat die Europäische Südsternwarte (ESO) ein optisches Teleskop der nächsten Generation im Bau. 2005 entwickelten sie innerhalb von zwei Jahren das Konzept des Riesenteleskops, das die Forschung ab Mitte des kommenden Jahrzehnts benötigen wird. Aufgrund seiner immensen Größe, soll das Teleskop im Jahre 2024 in der chilenischen Atacama-Wüste in Betrieb gehen.

Das E-Elt

Das E-Elt bei Nacht

Wenn es Anfang des nächsten Jahrzehnts den Betrieb aufnimmt, soll das E-ELT grundlegende Beiträge zur Kosmologie leisten, indem es die Eigenschaften der ersten Sterne und Galaxien, der Dunklen Materie und der Dunklen Energie erforscht.

Das E-Elt wird einen Hauptspiegel mit 39 Metern Durchmesser haben und das größte Teleskop für sichtbares Licht und das nahe Infrarot werden. Sozusagen das größte Auge, das die Menschheit auf den Himmel richtet. Die Besonderheit ist, dass der Hauptspiegel aus 798 sechseckigen Spiegelelementen zusammgesetzt sein wird.

Herkömmliche Teleskope haben einen Durchmesser von acht bis zehn Metern. Mit diesem  Hauptspiegeldurchmesser wird das E-ELT 25 mal so viel Licht sammeln wie eines der 8,2-Meter-Teleskope vom Very Large Telescope der ESO in Chile, das zur Zeit das weltweit führende astronomische Observatorium im Hinblick auf Beobachtungskapazität ist.

Das Teleskop in Nasmyth-Montierung wird außerdem mit vielen Instrumenten ausgerüstet sein, zwischen denen man in kürzester Zeit wechseln kann. Auch die Positionierung des Teleskops und der Kuppel soll nur wenig Zeit in Anspruch nehmen.

Mit dem “größten Auge der Menschheit” will ESO erste erdähnliche Planeten, auf dem sich Leben bilden könnte,  finden. Darüber hinaus soll es stellare Archäologie in unseren Nachbargalaxien betreiben und grundlegende Beiträge zur Kosmologie leisten, indem es die Eigenschaften der ersten Sterne und Galaxien, der Dunklen Materie und der Dunklen Energie erforscht.

Autorin: Felicitas Heimann, Redaktion