Türkei, Bild: sabino.parente - Fotolia

Die türkische Wirtschaft wächst langsamer als erwartet. Bild: sabino.parente - Fotolia

Die Maschinenindustrie in der Türkei verzeichnet seit Beginn der 1990er-Jahre ein Wachstum in Höhe von 20 Prozent, von 2009 bis heute sind es sogar 30 Prozent. Das ist mehr als die Maschinenindustrie in anderen Schwellenländern aufweisen kann.

Das liegt zum einem am Wirtschaftswachstum, durch den der Bedarf an Maschinen im Inland beständig steigt und zum anderen an der wachsenden Qualität und einer modernen Technik türkischer Maschinen. So wurden 2013 in der Türkei Maschinen im Wert von 22,5 Milliarden US-Dollar produziert und bildeten 8,5 Prozent des Exportmarktes. Exportländer sind vor allem Deutschland, England, der Irak und Frankreich.

Bis 2023, dem einhundertjährigen Gründungsjubiläum der Republik, hat sich das Land ehrgeizige Ziele gesteckt, auch im Maschinensektor. Bis dahin soll das Wachstum 17,8 Prozent erreichen, und damit sollen die Exporte auf 100 Milliarden Dollar ansteigen. Das entspräche einem globalen Marktanteil von 2,3 Prozent. Man erwartet, dass der Anteil an Maschinen dann bei 18 Prozent liegen wird.

Türkische Flagge, Bild: somartin - Fotolia
Dit türkische Regierung hat bis 2023 ehrgeizige Ziele. Bild: somartin - Fotolia

Wesentliche Schritte auf dem Weg sind die Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen, erhöhte Anstrengungen in der Berufsausbildung, eine stärkere Ausrichtung auf Qualität, unterstützt von intensiverer Forschung und Entwicklung. Das türkische Ministerium für Wissenschaft, Industrie und Technologie fördert Projekte und Maßnahmen für die Clusterbildung in Maschinenbausparten an bestimmten Standorten.

Über 200 Länder werden aus der Türkei mit Maschinen- und Zubehörteilen beliefert. Hierbei sind die EU und die USA mit einem Anteil von 60 Prozent die Hauptabnehmerregionen. Innerhalb der EU fällt allerdings Deutschland ein besonderer Stellenwert zu, es ist das wichtigste Partnerland dieses Sektors für die Türkei.

In den ersten neun Monaten 2014 betrug der Maschinenanteil 14,3 Prozent der Gesamtexporte der Türkei nach Deutschland. In diesem Zeitraum wurden die Maschinenexporte in die Bundesrepublik um 13,3 Prozent erhöht und erreichten damit einen Umfang von 1,6 Milliarden US-Dollar.

Lange Tradition der Kooperation

Türkische Maschinen, Bild: MAIB
Türkische Maschinenhersteller haben einen Blick für Innovationen und lassen diese schnell in ihre Produkte einfließen. Vor allem bei schlüsselfertigen Angeboten sind sie sehr erfolgreich. Bild: MAIB

Deutschland ist ohne Frage Weltmarktführer im Bereich Maschinenbau und Ingenieurwesen. Noch heute werden die Trends für Maschinen hier gesetzt und innovative Technologien entwickelt, betont der MAIB. Das alleine wäre schon Grund genug, weshalb Deutschland für die türkische Maschinenindustrie so wichtig ist. Deutsch-türkische Kooperationen im Bereich der Maschinen bieten aber auch großes Potenzial. Viele bilaterale, erfolgreiche Partnerschaften aus anderen Wirtschaftszweigen profitieren ebenfalls davon. Derzeit hat die Türkei aber nur einen Anteil von zwei Prozent der Maschinenimporte Deutschlands.

Das Wirtschaftswachstum der Türkei hält weiter an, wenn auch nicht in dem Maße wie in den letzten Jahren. Motor dieses Wachstums ist der nach wie vor starke Maschinenbausektor. Das Wachstum dieser Branche ist im Vergleich zum Landesdurchschnitt überdurchschnittlich gut. Als Folge dieser Entwicklungen sind die Exporte gestiegen, sowohl die Produkte aber auch die Regionen wurden diversifiziert.

Kutlu Karavelioglu, Makfed, Bild: Makfed
Kutlu Karavelioglu, Gründungspräsident der neu gebildeten türkischen Maschinenbauföderation Makfed. Bild: Makfed

Die Erfolge der vergangenen Dekade gilt es fortzusetzen. So hat sich die Regierung neue Ziele für den inländischen- wie auch für die ausländischen Märkte gesteckt. Es werden mehr Investitionen in Forschung und Entwicklung, berufliche Qualifizierung und IT-Infrastruktur getätigt. Außerdem sollen durch besondere Anreize wie staatliche Fördermittel weitere ausländische Investoren für den türkischen Maschinenmarkt gewonnen werden.

„Diese ausländischen Investitionen tragen sowohl bei der Produktion als auch durch die Anwendung neuer Technologien dazu bei, die Türkei als technologischen Produktionsstandort zu etablieren“, betont Kutlu Karavelioglu, Gründungspräsident der sich gerade neu etablierten türkischen Maschinenbaugemeinschaft Makfed.