Eingang Messe Motek, Bild: Motek

Auch der traditionell etwas ruhigere Messemontag war in diesem Jahr bereits gut besucht. Bild: Motek

Bereits vom ersten Messetag lässt sich von einer gut besuchten Motek 2017 in Stuttgart berichten. Und diese ganzen Besucher profitierten unter anderem von einem: einem neuen Hallenkonzept, in dem die Themen der Messe neu geclustert wurden. Die Laufwege wurden den Besuchern dadurch um - vielleicht sogar den ein oder anderen Kilometer - verkürzt.

Eine "Neuheit", die es für die Besucher auf der Messe gab, war die erstaunliche Roboterdichte. Auf der Messe, auf der es sonst in allen Ecken zischte und puffte, sind in diesem Jahr auch die großen Robotermarken sehr stark vertreten. Von Yaskawa, über Universal Robots bis Stäubli - die Branchengrößen waren gut vertreten. ke NEXT hat sie und ihre Neuheiten alle besucht und natürlich auch ein Video gedreht, das Sie hier ansehen können.

Hier ein kleiner Sneak Peak:

Wolfgang Kräußlich, Bild: ke NEXT
Der ke-NEXT-Chefredakteur hat sie alle besucht: Die Robotik-Neuheiten auf der Motek 2017. Ein Video zu weiteren Produkt-Highlights gibt es hier. Bild: ke NEXT

Low Cost Robotics

Robotik-Ideenwettbewerb, Bild: Igus
Michael Lamber von MLC-Engineering (2.v.l.) erhielt auf der Motek den ersten Preis für seine Kombination aus Robolink und optischer Messtechnik. Bild: Igus

Dem Trend hin zu mehr Robotik wurde auch Igus auf der Messe gerecht. Dass ein Roboter nicht mehr nur eine Automatisierungsoption für eine gigantische Fabrikhalle der Automobilindustrie ist, zeigt das Unternehmen mit seiner Low-Cost-Robotik-Unit, die in diesem Jahr den ersten Ideenwettbewerb veranstaltet hat, dessen Gewinner auf der Motek bekannt gegeben wurde.

Welche spannenden Potenziale in der Low-Cost-Robotik stecken, zeigten bereits die zwölf Einreichungen für den Wettbewerb. Die Bandbreite reichte von der autonomen Fertigungszelle im 3D-Druck bis zum mobilen Ernteroboter. Als Gewinner gekürt, wurde dann MLC-Engineering. Das süddeutsche Unternehmen kombiniert einen modularen Robolink-Gelenkarm mit optischer Messtechnik. Der 5-Achs-Roboter entnimmt nach der Fertigstellung eines Werkstückes das gefertigte Teil aus einer Produktionsmaschine und transportiert es zu einem optischen Messgerät. Anschließend positioniert er das Werkstück nun mehrfach innerhalb des Messbereiches des Messgerätes, um alle relevanten Maße zu überprüfen. Dieses übermittelt die Werte zur eigenentwickelten Steuerung, die eine Gut-/Schlecht-Bewertung vornimmt. Abhängig von dieser Bewertung legt der Roboter das Werkstück auf ein Förderband oder in eine Ausschuss-Box. Die Automatisierung kleiner Aufgaben hat hier am Ende einen großen Effekt: Mitarbeiter können sich höherwertigen Aufgaben widmen und kürzere Taktzeiten lassen sich umsetzen. Das spart am Ende 76 Prozent an Zeit.

Und eben das war allen Einreichungen gemeinsam: Sie zeigen wie durch den Einsatz von preiswerter Robotertechnik einfache Aufgaben automatisiert und dadurch Zeit und Kosten gespart werden können.

Das Konzept von MLC-Engineering überzeugte die Jury, die sich aus Forschung, Fachpresse und Herstellerseite zusammensetzt. Mut, Raffinesse und der Optimierungsgedanke führten zu einer einstimmigen Bewertung. Die Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Schule Horb konnte sich über den 2. Platz freuen. Im Rahmen der Ausbildung zum „Staatlich geprüften Techniker (m/w)“ mit der Fachrichtung Maschinentechnik haben die Schülerinnen und Schüler die Idee eingereicht, eine manuelle Kniehebelpresse konstruktiv so zu verändern, dass Einkaufschips automatisiert zugeführt, definierte Löcher gestanzt und anschließend wieder wegbefördert werden. Ziel des Projektes ist es jetzt, die bereits gelochten Einkaufschips aufzunehmen und orientiert abzulegen. Die Aufnahme, Orientierung und Ablage der Chips soll in Zukunft mit Hilfe eines Roboters realisiert werden.

Nicht nur Roboter...

Movi-C in einer Portalachse, Bild: ke NEXT
Der Automatisierungsbaukasten Movi-C im Einsatz in einer Portalachse von FLT. Bild: ke NEXT

Aber auch bei allem Roboter-Enthusiasmus dürfen natürlich die Automatisierungslösungen nicht fehlen, die mit Portalachsen umgesetzt werden. Eine interessante Lösung zeigt Fibro Läpple Technology (FLT) mit seinem neuen Linearportalroboter LGR-3 in Halle 3 an Stand 3408. Zum einen kommen hier beeindruckende technische Daten zusammen: Das Portal kann auf einer Länge von über 100 Metern Traglasten von 250 Kilogramm bewältigen. Die Geschwindigkeit liegt bei bis zu 4,5 Metern pro Sekunde (Beschleunigung: 6m/s2). Eine große Hilfe bei der Umsetzung: Der Automatisierungsbaukasten Movi-C von SEW-Eurodrive (Halle 8, Stand 8220), der hier zum Einsatz kommt. Movi-C ist eine neue Komplettlösung für Automatisierungsaufgaben, die die vier Bausteine Engineering-Software, Steuerungstechnik, Umrichtertechnik und Antriebstechnik umfasst.

Halle 3 im Zeitraffer (Quelle: ke NEXT TV)

Tauchen Sie kurz in das Messegetümmel der Motek 2017 ein...

Alle wichtigen Infos zur 36. Motek

Logo, Bild: Motek

Die führende Veranstaltung in den Bereichen Produktions- und Montageautomatisierung, Zuführtechnik und Materialfluss, Rationalisierung durch Handhabungstechnik und Industrial Handling. Als einzigartige Branchenplattform bildet sie die ganze Welt der Automation ab - angefangen bei Detaillösungen und bis hin zu schlüsselfertigen Systemlösungen.

 

Datum: 09. bis 12. Oktober 2017

Ort: Landesmesse Stuttgart

Öffnungszeiten: Montag – Donnerstag: 9:00 bis 17:00 Uhr

Eintrittspreise: Tageskarte 28,00 Euro; ermäßigt 20,00 Euro; 2-Tageskarte 47,00 Euro (Alle Tickets gelten auch für die Besucher der Schwestermesse Bondexpo)

Internet: http://www.motek-messe.de/