Technik auf der Messe Husum, Bild: Messe Husum

Unter anderem das Who´s Who der Anlagenhersteller wird auf der Husum Wind 2015 erwartet. Bild: Messe Husum

"Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, erklärt Peter Becker, Geschäftsführer der Messe Husum & Congress. „Ursprünglich haben wir mit 600 Ausstellern gerechnet, heute sind es bereits 618. Einige kleinere Flächen stehen noch zur Verfügung, ansonsten ist die Messe so gut wie ausgebucht.“ Auch in diesem Jahr ist die Husum Wind wieder Dreh- und Angelpunkt von Ausstellern aus den Bereichen Anlagenherstellung, Finanzierung, Netzbetrieb, Systemsteuerung, Energiemarkt, Speicherung von Windenergie, Prozesse & Supply Chain, Anlagenkomponenten und Realisation (Onshore/Offshore). Diese können sich auf 25.000 Quadratmetern in fünf Ausstellungshallen sowie im Nordsee-Congress-Zentrum präsentieren und austauschen. „Und so viel Platz wird auch benötigt, denn wir rechnen mit 20.000 Besuchern. Die Messe ist in diesem Jahr weltweit die größte Veranstaltung im Bereich Windenergie, obwohl sie erstmals den deutschsprachigen Kernmarkt fokussiert“, erklärt Peter Becker.

„Im Ausstellerbereich sind es in erster Linie die deutschen Unternehmen, die aus allen 16 Bundesländern anreisen werden. Der Anteil der internationalen Aussteller beträgt rund 17 Prozent, hauptsächlich aus dem europäischen Raum. Dänemark, Polen und die Niederlande belegen dabei die ersten drei Plätze. Auf der Besucherseite rechnen wir vor allem mit Gästen aus Deutschland und Europa“, erwartet Becker.

Support und Exkursionen

Für ein gutes Gelingen 2015 kann Becker auch 2015 wieder auf renommierte Unterstützung bauen. So hat bereits Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, die Schirmherrschaft für die Windmesse in Nordfriesland in diesem Jahr übernommen. Für Gabriel ist die Kooperation mit der Messe eine Win-to-Win-Kooperation: „Wir haben mit dem EEG 2014 und der Netzausbauplanung stabile Rahmenbedingungen geschaffen. Allein im Wind-Offshore-Bereich rechnen wir in den kommenden Jahren mit Investitionen von rund 30 Milliarden Euro – dies ist für die Anlagenbauer, Hersteller und Zulieferer eine gute Zukunftsperspektive und sichert viele tausende Arbeitsplätze.“

Besonders wichtig für die Vorbereitung war für Becker auch die Zusammenarbeit mit den Verbänden BWE (Bundesverband WindEnergie), GWEC (Global Wind Energy Council), VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) und mit der Netzwerkagentur Windcomm Schleswig-Holstein: „Besonders bei der Themenfindung und der Erarbeitung von Fachvorträgen arbeiten wir eng mit unseren Kooperationspartnern zusammen. Wir organisieren unter anderem Zuliefererforen oder Workshops für internationale Delegationen.

Mit der Netzwerkagentur Windcomm haben wir beispielsweise Exkursionen organisiert, bei denen sich die Teilnehmer Prototypen oder Testfelder anschauen konnten. Im sogenannten Betreiberforum können sich Anlagenbetreiber zu Erfahrungen mit unterschiedlichen Produkten austauschen. Außerdem organisieren wir politische Diskussionen, Pressekonferenzen, Delegationen oder Studien in Zusammenarbeit mit den Verbänden.“

Kongress auf der Messe Husum, Bild: Messe Husum
Der Husum-Wind-Kongress ist das Forum, auf dem neue Technologien präsentiert und künftige Herausforderungen der Branche diskutiert werden. Bild: Messe Husum

Die Länderpartnerschaft für die diesjährige Husum Wind hat Baden-Württemberg übernommen. Baden-Württemberg gilt als wichtige Zulieferer-Region für die Windindustrie, will zukünftig aber auch den Zubau von Anlagen im eigenen Land vorantreiben. Baden-Württembergs Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller hob die Bedeutung der Windenergie für die baden-württembergische Wirtschaft unlängst hervor: „Windenergie ist längst ein wichtiger Wirtschaftszweig – auch in einem Binnenland wie Baden-Württemberg. Es gibt zahlreiche Betriebe bei uns, die das erkannt und sich darauf eingestellt haben. Und es gibt großes Interesse und einen großen Bedarf, in Baden-Württemberg auch Windstrom zu erzeugen. Es ist die günstigste Art erneuerbaren Strom zu erzeugen, und wir benötigen diese Art der Stromerzeugung, um den Wegfall der Atomkraftwerke ausgleichen zu können und damit die Stromversorgung sichern zu helfen.“

Und tatsächlich: Mit den neuen Rahmenbedingungen, die durch die Landesregierung Baden-Württemberg seit 2011 beschlossen wurden, scheint der Ausbau laut Messeangaben voran zu gehen: Im vergangenen Jahr wurden 94 Genehmigungen für neue Anlagen erteilt. Das sind fast zehnmal so viele wie im Durchschnitt der vergangenen Jahre – nämlich rund zehn. Auf der Husum Wind wird es deshalb auch spezifische Foren und Rundgänge zum Thema Baden-Württemberg geben.