Europaflagge mit Bruch GB

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Wechselkursrisiken, politische und rechtliche Unsicherheit sowie die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in UK für mehrere Jahre werden ebenfalls als hohe Risiken beurteilt. So fasst der VDMA die Ergebnisse einer DIHK-Umfrage vom Juli 2016 zusammen.

Alles Kaffeesatz-Leserei; die Spekulationen was passieren könnte, sollte das Vereinigte Königreich tatsächlich die Europäische Union verlassen. Bislang wurde ja noch nicht einmal der Antrag auf den Austritt aus der EU gestellt – die Briten lassen sich Zeit. Abwarten und Tee trinken, heißt die Devise.

Die EU und ihre Mitgliedstaaten müssen die Errungenschaften der europäischen Einigung sichern, die in den vergangenen Jahrzehnten für Frieden und Wohlstand in Europa gesorgt haben. Dies fordern die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland. Vor dem Hintergrund des EU-Gipfels Ende Juni in Brüssel meinte
VDMA-Präsident Dr. Reinhold Festge: „Die Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten, ist sehr bedauerlich und wird nicht ohne politische und wirtschaftliche Folgen bleiben. Umso wichtiger ist es jetzt, den europäischen Gedanken zu fördern. Die EU und die Mitgliedsstaaten sind aufgefordert, alles zu tun, damit der Brexit ein Einzelfall bleibt. Wir müssen für ein starkes Europa kämpfen.“

Nicht nur der VDMA, auch die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer (AHK Vereinigtes Königreich) mahnt zur Besonnenheit: „Jetzt heißt es, einen kühlen Kopf zu bewahren und die Bereitschaft zu zeigen, aufeinander zuzugehen, um die wirtschaftlichen und politischen Auswirkungen auf das Vereinigte Königreich und die EU unter Kontrolle zu halten – denn, mit oder ohne britische Mitgliedschaft in der EU, sitzen alle Europäer bei den allermeisten wirtschaftlichen und politischen Themen auch weiterhin im selben Boot.“

Für den deutschen Maschinenbau ist Europa der wichtigste Markt. 2015 gingen 44,8 Prozent aller Exporte dieser Industrie ins EU-Ausland (69,6 Milliarden Euro). „Eine lange Phase der Unsicherheit ist Gift für das Investitionsklima in Europa. Großbritannien und die EU müssen möglichst zügig mit den Austrittsverhandlungen beginnen. Die Briten sollten deutlich machen, wie sie sich ein zukünftiges Verhältnis mit der EU vorstellen. Eine Sonderrolle als Trittbrettfahrer, der die Vorteile des Binnenmarktes mitnimmt, die Pflichten einer EU-Mitgliedschaft aber nicht erfüllen muss, kann jedenfalls nicht die Lösung sein“, unterstrich Festge.