Gastgeber der Veranstaltung am 10. Mai war Liebherr am Produktionsstandort Kempten im Allgäu. Industrie 4.0 und die Metamorphose zur Smart Factory bewegen den Spezialisten für Verzahntechnik derzeit enorm. Denn die Automobilindustrie fordert intelligente Lösungen von seinen Zulieferern. Und so präsentierte Florian Schuon in seinem Vortrag die Sicht des Unternehmens auf die Entwicklung hin zur Smart Factory. „Liebherr sieht diesen Prozess als Graswurzelprojekt", meint der Diplom-Ingenieur Schuon. Damit sei in erster Linie gemeint, dass kleinteilig gedacht werden müsse und damit von der Komponente her.

Auch bei Liebherr sieht man vor allem die Potenziale. Bearbeitungszentren könnten in Zukunft unabhängig vom Werker agieren. Speicher-, Rüst-, und Werkstückwechseltätigkeiten würden dann vollautomatisiert ablaufen, Reststandzeiten direkt im System errechnet und an den zuständigen Werker kommuniziert. Im Kleinen wird das im Kemptener Liebherrwerk schon am Palettenhandhabungssystem der Firma erprobt. Christof Porsche erläuterte während der Werksführung, wie dieses Konzept an einem Palettenhandhabungssystem derzeit realisiert wird. So könnten vorbeugende Instandhaltung, adaptive Prozessregelung und Rückverfolgbarkeit zukünftig umgesetzt werden. Dazu bedarf es allerdings einer verstärkten Vernetzung, von der kleinsten Einheit bis hin zum Leitsystem. Und genau hierin sieht man bei Liebherr den Knackpunkt. Big Data sei längst Realität, so der Ingenieur Schuon, nur fielen die Daten meist direkt vor Ort an. Die Schnittstellen und damit die Anbindung zu Plattformen fehlten häufig, was gerade auch mit dem hochvariablen Alter der Maschinen zusammenhinge. Dem gegenüber steht die Frage nach Datenschutz und Datensicherheit. So treibt das Unternehmen beispielsweise die Frage um, wem die für die Maschineninstandhaltung notwendigen Daten gehören und wer wann Zugang zu den Daten und Systemen erhält. Genau hier taucht wieder die Problematik der Organisationsstruktur auf. Derzeit sei es so, berichtete Schuon, dass ein Instandhalter vor Ort oft keinen Zugriff auf das IT-System der Maschine habe und ein eindeutiger Ansprechpartner schlicht fehle. Das kostet Zeit und ist damit alles andere als smart gelöst. Außerdem wies Schuon auf Rechtsunsicherheiten hin. Grund dafür sei die mangelhaft ausgestaltete Gesetzeslage.

Automatisierung für die Smart Factory mit dem PHS von Liebherr. Video: Liebherr

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