Bessere Innenspannung von Rohren 1

Die Innenspannung, eine wichtige Methode der barrierefreien Rundumbearbeitung, erfährt ihre Fortsetzung. WPR System in Oberursel hat diesen Schritt vollzogen und bespannt nun auch tiefe Bohrungen, symmetrische Hohlkörper und Rohre. Basierend auf dem Standard des patentierten WPR-Zentrierspanners, mit dem in beliebigen Löchern und Bohrungen ab 12 mm Durchmesser durch eine Spannebene autozentrierend positioniert und gespannt wird, kann Gleiches für tiefe Bohrungen über eine frei schwimmende Mehr-Ebenen-Spannung erfolgen.

Autor: Reinhardt Sailer, Vertrieb und Marketing bei WPR System

Bereits in der Ein-Ebenen-Standardausführung unterscheidet sich der Zentrierspanner von herkömmlichen Spannwerkzeugen. Mit seinem besonderen Spannprinzip und der sich daraus ergebenden Variabilität ist er Basis für eine Vielzahl von Sonderkonstruktionen. Die individuelle Anpassung an den jeweiligen Arbeits- und Fertigungsprozess des Anwenders bei Verwendung von Standardteilen macht ihn in höchstem Maße wirtschaftlich.

Autozentrisch im Nullpunkt
Zu den Besonderheiten des WPR-Zentrierspanners zählt seine hohe Genauigkeit, die sich automatisch einstellt: Beim Spannen des Werkstücks ergibt sich durch die gleichmäßige Expansion der Kugeln oder Segmente autozentrisch die Position im Nullpunkt, denn das Werkstück wird von den Kugeln oder Segmenten konstruktionsbedingt in die Mitte, in den Nullpunkt gezogen. Die Wiederholgenauigkeit im Wechsel der Werkstücke beträgt +/- 0,05 mm.

Das Autozentrierprinzip erlaubt Erweiterungen für nahezu alle Anwendungsbereiche in der Industrie: zum Bespannen in Rohren und symmetrischen Hohlkörpern unterschiedlicher Länge, Breite und Geometrie, sogar in Hohlkörpern, die über Absätze unterschiedliche Innendurchmesser ausweisen. Autokarosserien und Motorenblöcke können von innen gehalten werden, aber auch filigrane Bauteile und Werkstücke mit kleinen Bohrungen.
Wird der Zentrierspanner um zwei oder auch mehrere Ebenen erweitert, entsteht eine hohe innere Stabilität. Der Körper, oder auch ein Rohr, müssen nicht zusätzlich gespannt oder gestützt werden. Eine vibrationsfreie Rundumbearbeitung ist somit gegeben. Auch die Toleranzen gegossener Teile werden über die schwimmende Lagerung der Ebenen ausgeglichen. In seiner 6-Kugel-Ausführung mit unabhängiger Zwei-Ebenen-Spannung ermöglicht der Zentrierspanner dank schwimmender Lagerung sogar das präzise Spannen konischer Rohre und Hohlkörper. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Konizität fertigungs- oder konstruktionsbedingt ist. Die schwimmende Lagerung verhindert die Verspannung respektive den Zwangszustand des Werkstücks.

Die autzentrierende Innenspannung in Löchern und Bohrungen auch über mehrere Ebenen verkürzt die Zeit für das Positionieren und führt zu hoher Genauigkeit. Unabhängig davon, ob Bohrungen bearbeitet oder unbearbeitet, konisch oder zylindrisch sind. Auch die alte Problematik des Spannens von Werkstücken in Schweißvorrichtungen wurde gelöst. Der von anderen Spannsystemen unerreicht große Expansionsbereich gleicht den hitzebedingten Verzug der Werkstücke aus, ermöglicht die ungehinderte Entnahme der Schweißteile und die Wiederverwendung für andere Werkstücke.
So unterschiedlich der Kontaktweg zum Werkstück ist, so vielfältig sind die Einsatzmöglichkeiten. Zum Spannen werden beim Zentrierspanner je nach Einsatzgebiet Kugeln, Spannsegmente, elastische Ringe, Spiralfedern und Lamellenpakete verwendet. Die Kraftschlüsse entstehen über Punkt-, Linien-, Flächen- und Vielfach-Punkt-Berührungen – um zu spannen, zu klemmen, zu positionieren, zu heben oder zu transportieren. Und das an Werkstücken aus allen denkbaren Materialien unterschiedlicher Stärke, mit hoher Verbindungskraft, Präzision, manuell und sowohl hydraulisch als auch pneumatisch automatisierbar.
Es besteht eine große Nachfrage nach Sonderkonstruktionen des WPR-Zentrierspanners, mit denen sich bestehende Verarbeitungs-, Fertigungs- und Montageprozesse mit geringem Aufwand vereinfacht und wirtschaftlicher gestalten lassen. WPR System hat mit dem Zentrierspanner das geeignete Verbindungsteil zu den immer schnelleren und leistungsfähigeren Maschinen in der fertigenden und bearbeitenden Industrie geschaffen.

Multi-Effizienz mit einem Werkzeug
Entscheidend für die technische und wirtschaftliche Effizienz einer automatisierbaren Spannvorrichtung sind drei Zeiten: die Zeit für das Positionieren und Einspannen, die Zeit für das Bearbeiten und die Zeit für das Entnehmen eines Werkstücks. Zeiteinsparungen entstehen mit dem WPR-Zentrierspanner in allen drei Bereichen, da außer manuell auch automatisiert sehr schnell und präzise zugeführt und entnommen wird – und das jeweils nur einmal pro Werkstück, da in einem einzigen Arbeitsgang die gesamte Außenseite bearbeitet werden kann.
Weitere spezielle Spannelemete wie das Seitendruckstück, das Spannrund, der Spiralspanner mit Niederzug zum Spannen über oder unter der Bearbeitungsfläche, der Zug- und Druckspanner und der Kugelspanner runden das WPR-Programm ab.